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Theater in Louisenlund - Homo empathicus

Veranstaltung

20
MAR
Stiftung Louisenlund, Kunst- und Kulturhalle, Louisenlund 9, 24357 Güby
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In Louisenlund gibt es wieder Theater. Ein Stück, aktueller denn je.

Die schöne neue Welt: Alle sind einfühlsam und mitfühlend:

Geschlechtergerechte Sprache – niemand geht zu Arzt oder Ärztin, sondern zum „Heilenden“. Das Geschlecht – ist „Privatsache“, kein Anlass zu Macho-Gehabe. Gewalt, auch verbale, ist tabu. Niemand ist erfolglos oder hässlich. Beides ist einfach aus dem Wortschatz gestrichen. Wenn Paare sich trennen, hat man sich eben „emotional auserzählt“. Die „Kürzerlebenden“ hören auf den Rat der „Längerlebenden“. Die „Studierenden“ lernen begeistert. Das „Hygienespezialisierte“ wollte immer schon „reinigen und mit Menschen zu tun haben“. Gesund geht es zu bei Ernährung und Getränken. Es wird mit Hingabe meditiert, und es herrscht grenzenlose Freundlichkeit. Die Gutmenschen, so scheint es, haben sich durchgesetzt.

So scheint es – bis zwei „richtige“ Menschen aufkreuzen, ausgerechnet Adam und Eva. Sie grölen und saufen, schlingen Fleisch in sich hinein, gebrauchen Gewalt in Wort und Tat.

Was für eine Herausforderung für die Gesellschaft der Wohlmeinenden!

Mit Adam und Eva stimmt etwas nicht.

Rebekka Kricheldorf untersucht in ihrem aktuellen Zeit-Stück (2014) die Utopie vom guten Menschen. Dabei mutet sie dem Publikum einiges zu. Mit spitzer Feder spießt sie gegenwärtige und absehbare Trends, politische und soziale Fragen auf. Und mit einem shakespearischen Kniff spiegelt sie die Gutmenschen in Adam und Eva und umgekehrt. Dann wird es ernst.

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