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Repräsentative MAFO-Studie zeigt, wie zwiespältig die Österreicher gegenüber Süßstoffen eingestellt sind

Pressemitteilung   •   Jan 30, 2017 08:46 CET

Eine repräsentative MAFO zeigt, wie zwiespältig die Menschen gegenüber Süßstoffen eingestellt sind. Die Ergebnisse dieser Umfrage sowie die Aufklärung etlicher Vorurteile, die keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten werden , sind nun in einem Faktencheck in Form eines Factsheets zusammengefasst und sollen somit Klarheit und Vertrauen in den Konsum von Süßstoffen bringen.

Alle Jahre wieder wird der Ruf nach einem kalorienärmeren, ausgewogenen Essalltag von allen Seiten lauter, besonders zu Jahresbeginn nach den weihnachtlichen Festtagsköstlichkeiten. Ärzte und Ernährungsfachkräfte sprechen sich mehrheitlich für Süßstoffe im Rahmen eines figurfreundlichen und stoffwechsel­gesunden Essalltags aus. Und doch stehen Süßstoffe und damit gesüßte Lebensmittel und Getränke immer noch im Kreuzfeuer der Kritik der KonsumentInnen. Inwieweit die gängigen Meinungen in den Köpfen der ÖsterreicherInnen verankert sind, untersuchte nun eine aktuelle MAFO von meinungsraum.at an 1.000 Personen (Alter 14+).

71 % Süßstoffverwender

7 von 10 ÖsterreicherInnen (71%) geben an, zumindest gelegentlich Süßstoff zu verwenden bzw. in fertigen Produkten zu konsumieren. Je jünger die Befragten, umso eher wird Süßstoff verwendet. 42 % der Teilnehmer sind der Meinung, dass Süßstoffe einen Beitrag zum gesunden Lebensstil leisten. Verwender wollen damit hauptsächlich Kalorien sparen bzw. ist es für viele bereits zur Gewohnheit geworden. Bei Softdrinks greifen 36 % der Befragten bereits zur zuckerfreien Alternative, 40 % ziehen den echten Zuckergeschmack vor, 24 % trinken gar keine Soft-Drinks.

Nicht-Verwender wollen Zusatzstoffe meiden

Unter den 29 % Nicht-Verwendern stehen weniger die Gesundheitsbedenken im Vordergrund. Sie halten Süßstoffe in ihrem Essalltag für überflüssig, lehnen Zusatzstoffe wie auch den Süßstoff-Geschmack generell ab.

Mythen und Vorurteile

Süßstoffe müssen sich seit jeher vielen Kritikern stellen. Wie denken die ÖsterreicherInnen darüber? Wer liegt richtig, wer falsch?

52 % sagen „Süßstoffe sind kalorienfrei“

Das ist natürlich richtig. Fast der Hälfte aller Befragten ist diese Tatsache leider nicht bekannt.

Jede/r Zweite meint, Süßstoffe würden den Appetit anregen

Falsch gedacht. Mittlerweile entkräften mehrere Studien dieses weit verbreitete Vorurteil. Die angeblich ausgelöste cephalische Insulinsekretion, welche einen Blutzuckerabfall und daraufhin gesteigerten Appetit zur Folge hätte, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Studienergebnisse zeigen vielmehr, dass Blutglukosekonzentration und Insulinsekretion durch Süßstoff nicht beeinflusst werden[1], [2], [3], [4].

Zahlreiche unberechtigte Vorurteile halten sich hartnäckig

Eine hohe Zahl an Befragten vertraut der Sicherheit von Süßstoffen offensichtlich nicht. Zwei von drei sind generell der Meinung, Süßstoffe seien ungesund, 38 % meinen sogar, die künstliche Süße könne Krebs verursachen. Univ. Prof. Dr. Jürgen König vom Inst. für Ernährungswissenschaften in Wien klärt auf: „Fakt ist, dass alle am Markt befindlichen Süßstoffe vor ihrer Freigabe einen aufwändigen Sicherheitsbeweis antreten müssen. Es muss für alle Zusatzstoffe – so auch für Süßstoffe – gewährleistet sein, dass diese selbst bei lebenslangem regelmäßigem Konsum gesundheitlich unbedenklich sind.“ Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA prüft auch stets die neuesten Studien und aktualisiert ihre Empfehlungen und ADI-Werte* – so geschehen z. B. 2013 mit dem Süßstoff Aspartam[5]. Dieser ist besonders häufig im Kreuzfeuer der Kritik und wurde daher besonders sorgfältig überprüft. „Die Konsumentinnen und Konsumenten können daher bei jedem Süßstoff sicher sein, dass er im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und gesunden Lebensweise innerhalb der festgelegten ADI-Werte gesundheitlich unbedenklich ist“, betont die Ernährungswissenschafterin des Süßstoffverbandes Mag. Uta Carstanjen.

Quelle: meinungsraum.at: „So süßt Österreich“, Panelumfrage, n=1.000, 10/2016

Übersicht und Klarheit bringt der Faktencheck

Die ÖsterreicherInnen haben beim Wissen zum Thema Süßstoffe Aufholbedarf bzw. sind hinsichtlich deren Sicherheit besorgt. Im Rahmen eines ausgewogenen Ess- und Trinkalltages können Süßstoffe jedoch helfen, die Kalorienaufnahme im Lot zu halten und damit eine ausgewogene Ernährungsweise langfristig unterstützen.

Der Faktencheck arbeitet die hartnäckigsten Vorurteile wissenschaftlich auf und bringt somit Vertrauen und Sicherheit in den Konsum von Süßstoffen. 

Rückfragehinweis Deutschland: 

Anja Krumbe
info@suessstoff-verband.de

Rückfragehinweis Österreich: 

Mag. Uta Carstanjen
info@suessstoff-verband.at

Nähere Infos zur Studie unter:

http://www.suessstoff-verband.de/fileadmin/user_upload/redaktion/Downloads/MAFO_Suessstoffverband_2016.pdf

[1] Härtel B, Graubaum HJ, Schneider B: Einfluss von Süßstoff-Lösungen auf die Insulinsekretion und den Blutglucosespiegel. Ernährungs-Umschau (1993) 40: 152–156.

[2]Rodin J: Comperative effects of fructose, aspartame, glucose and water preloads on calorie and macronutrient intake.

Am J Clin Nutr (1990) 51: 428–435.

[3] Steininger J, Graubaum HJ, Steglich HD, Schneider A, Metzner C: Gewichtsreduktion mit saccharose- oder süßstoffhaltiger Reduktionskost? Ernährungs- Umschau (1995) 42: 430–437.

[4]Wolf-Novak LC, Stegink LD, Brummel MC et al.: Aspartame ingestion with and without carbohydrate in phenylketonuric and

normal subjects: effects on plasma concentration of aminoacids, glucose and insulin. Metabolism (1990) 39: 391–396. (Abstract)

[5]http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/131210 (Abruf am 17.10.2016)

*Der ADI-Wert (englisch: ADI,acceptable daily intake) gibt die tolerierbare Tagesdosis eines Stoffes an, die ein Mensch ein Leben lang täglich ohne negative Auswirkungen auf die Gesundheit aufnehmen kann (www.gesundheit.gv.at)

Der Süßstoff Verband beteiligt sich an der wissenschaftlichen Diskussion über Lebensmittelzusätze, Gesundheitsprophylaxe und Diätetik. Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherberatung ist neben 
Kontaktpflege zu Ernährungsberatern, Diätassistenten, Pädagogen und sonstigen Vertretern ernährungsorientierter Berufe und zu Wissenschaft, Forschung, Politik und Wirtschaft unser Anliegen.

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