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Leben am Sylter Deich: "Pfeffer bei die Vögel"

Pressemitteilung   •   Mai 20, 2014 12:38 CEST

„Butter bei die Fische“ bedeutet auch, etwas endlich konkret anzupacken. Danica Jansen, Hotelfachfrau aus Münster/Westfalen, hat das getan und ist Anfang April inklusive Hund und ein paar Kisten Habseligkeiten in einen Bauwagen hinter den Keitumer Deich gezogen.

„Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?“, fragt die junge Frau und räumt neun Quadratmeter neue Heimat ein. In der Hand eine Pfeffermühle aus Holz mit Sylt-Logo, für die Pantry; am Boden der Mühle steht eingraviert „Pfeffer bei die Vögel“. Das Ding haben ihr Freunde zum Einzug geschenkt. Danica Jansen strahlt, ist angekommen. „Ich bin seit einem Besuch auf Sylt 2013 von der Insel fasziniert – und ich wollte mich auch beruflich noch einmal neu umsehen“, sagt die 31jährige, „…die Zeit war reif!“ Und sie räumt das Küchenregal ein. In einem Bauwagen, der seit fast vierzig Jahren Vogelzivis beherbergt. Irgendwo im Insel-Osten.

Und etwas mulmig ist ihr doch: Auf Sylt lebt sie zwar bereits seit einem dreiviertel Jahr, sie kennt die Insel. Vor allem die Natur – Bufdis und Profis aus dem Umweltschutz haben ihr das Große erklärt und das Kleine gezeigt – Watt, Dünen, Vögel, den Umgang mit Gästen; sie vorbereitet auf ein halbes Jahr als Naturführerin und Vogelwart im Osten von Sylt. Heute räumt sie die Bude ein, erzählt von Münster und von dem, was kommt. Sie freut sich drauf. Aber „… heute ist meine erste Nacht im Bauwagen. Und das Wasser muss auch noch angeschlossen werden!“ An ihrer Seite erkundet Mischlingshund „Ceddy“ das neue Terrain, Danica begrüßt die ersten Gäste, die an diesem sonnigen Frühlingstag eine Tour am Deich machen. „Ich freue mich darauf, den Gästen die Natur hier auf der Insel zu zeigen – die Vögel, das Watt, die Weite. Das ist faszinierend“, sagt Danica. Das ist ansteckend.

Es ist ein schöner Tag und ein blauer Himmel spannt von Horizont zu Horizont, als sie das Spektiv auspackt und auf den Deich marschiert. Eine Schar Ringelgänse fliegt vorüber und Danica stellt mit 60facher Vergrößerung eine Versammlung Alpenstrandläufer scharf. „Schau! Bis zur Sandbank dort hinten reicht mein Gebiet.“ Ein Refugium für Vögel und vom Menschen darf es nicht betreten werden, auch darauf wird sie ein Auge haben. Und vor allem auf das Watt vor ihrem neuen Zuhause. „Die Deichlinie in meinem Gebiet reicht ungefähr drei Kilometer, zum Betreuungsgebiet gehört auch das Watt davor. Ich bin in den vergangenen Monaten ausgebildet worden und darf auch Gruppen in dieses einzigartige Schutzgebiet führen.“ Auch der Blick nach hinten soll nicht fehlen: „Schau, auf den Marschwiesen – das sind Kiebitze. Der Standort hier ist so vielfältig. Das ist mein kleines Paradies!“

Vögel zählen, das Brut- und Rastverhalten beobachten und dokumentieren, aufpassen, Gäste führen, Fragen beantworten. „Ich möchte gern einen Strandkorb auf den Deich stellen. Dort bin ich dann, wenn ich nicht im Gebiet unterwegs bin und jeder kann kommen und mich etwas fragen“ – wer mit ihr unterwegs ist, ist schnell von der eigentümlichen Faszination dieser weiten, ursprünglichen Landschaft und Danicas Leidenschaft für die Natur gefangen. Ganz viel Freizeit indes wird ihr nicht bleiben; die Ruhe still genießen wenn der Abend kommt, das schon, und morgens gleich früh los „…um mich bei Freunden durchzuduschen.“ Ein paar Bücher hat sie aus Münster mitgebracht; deutsche Krimis, was vom Autor Bierbeak, Berichte über einfaches Leben – solche Sachen. „Es ist erstaunlich wie wenig man braucht!“ Das wichtigste ist schon da: „Ich habe gestern ein Paar Höckerschwäne durch die Abenddämmerung fliegen hören – ein wunderschönes, sehnsuchtsvolles Geräusch.“ Und Pfeffer bei die Vögel? „Keine Sorge - ich bin Vegetarierin.“

Vogelführungen werden immer zu Hochwasser angeboten, denn dann sind die Vögel an der nahen Wasserkante und besser zu beobachten, Wattführungen hingegen bei Niedrigwasser. Treffpunkt ist das alte Schöpfwerk im Süden von Keitum direkt am Deich. Erwachsene zahlen 8 Euro und Kinder ab 3 Euro pro Führung. Wer sich persönlich kein Bild machen kann schaut einfach auf die Facebook-Seite Sylter Deichkinder. Weitere Informationen rund um die Insel Sylt und das Wattenmeer gibt es auf www.sylt.de oder www.schutzstation-wattenmeer.de.

(c) Sylt Marketing - Danica Bauwagen

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