Skip to main content

​Angela Merkel begrüßt neue deutsch-schwedische Zusammenarbeit in Innovationsfragen

Pressemitteilung   •   Feb 01, 2017 18:26 CET

IVA-Geschäftsführer Björn O. Nilsson, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven und Handelskammer-Präsident Olof Persson

Deutschland und Schweden haben „sehr vielfältige und enge Beziehungen. Und das macht es uns auch einfach, gemeinsame Herausforderungen nicht nur zu beschreiben, sondern auch gemeinsam anzugehen. Dieses Deutsch-Schwedische Technologieforum ist dafür ein herausragendes Beispiel“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede zum German Swedish Tech Forum gestern in Stockholm.

Die deutsche Regierungschefin und der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven waren Ehrengäste bei der Auftaktveranstaltung zum German Swedish Tech Forum, dem neuen Innovationsforum, das die Deutsch-Schwedische Handelskammer und die Königlich Schwedische Akademie der Ingenieurwissenschaften (IVA) gemeinsam ins Leben gerufen haben. Die Eröffnung im mehr als voll besetzten Wallenberg-Saal der Akademie war einer von wenigen Programmpunkten während Angela Merkels kurzem Schwedenbesuch am Dienstag und der einzige, bei dem sie eine öffentliche Rede hielt.

„Die Digitalisierung verändert massiv unser Leben, unser Arbeiten, unsere Kommunikation und auch unser Denken. […] Das Internet der Dinge, 3D-Drucker und vor allen Dingen datengetriebene Geschäftsmodelle verändern unsere Art zu wirtschaften. Wir müssen die Gefahren beziehungsweise die Risiken deutlich sehen, dass, wenn wir diese Herausforderung nicht annehmen, wir sehr schnell zur verlängerten Werkbank derer werden könnten, die die Kundenkontakte in der Hand halten. Das dürfen wir nicht allein den Internetfirmen überlassen“, sagte die Bundeskanzlerin im Hinblick auf das Fokusthema des German Swedish Tech Forum, der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Mobilität, Gesundheit und Energie im Fokus

Sie begrüßte die bilaterale Initiative als eine gute Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und das Know-how aus beiden Ländern zusammenzuführen. Als besonders wichtige Zukunftsbereiche nannte die Kanzlerin Mobilität und Transporte, Life Sciences, E-Health, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimaschutz. Darüber hinaus wünschte sie sich eine Kooperation zwischen Deutschland und Schweden über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und dazu, welche Art von Arbeitsrecht künftig gebraucht werde.

Auch der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven, der direkt nach Angela Merkel sprach, rief zu mehr Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf: „Deutschland und Schweden haben vieles gemeinsam. Bei uns gibt es viele, die mit einem unternehmerischen Denken an Dinge herangehen und Probleme lösen. [...] Wir kombinieren gutes Unternehmertum mit der moralischen Pflicht, das Richtige zu tun. Es besteht kein Mangel an Herausforderungen, an denen wir gemeinsam arbeiten können“, sagte er.

Von Vision zu Wirklichkeit

Als Beispiel für ein gelungenes deutsch-schwedisches Kooperationsprojekt nannte Löfven die „Elektrostraße“ zwischen den mittelschwedischen Städten Gävle und Sandviken, die vergangenen Sommer eingeweiht wurde und an der unter anderem Siemens, Scania und Sandvik beteiligt sind.

„Dies ist die erste elektrifizierte öffentliche Straße der Welt. Früher hätte man nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist, aber nun ist es von einer Vision zur Wirklichkeit geworden. Das gibt einem einen Fingerzeig, was alles möglich ist“, so der Ministerpräsident.

Um aber auch in Zukunft in Sachen Innovation und Digitalisierung vorne liegen zu können, müssten Entscheidungsprozesse beschleunigt werden, meinte Merkel. „Die normale Zeit europäischer Entscheidungen ist etwas zu lang, um dem Tempo der Veränderung unserer Produktions- und Arbeitswelt zu entsprechen. Das heißt, Tempo und schnelle Entscheidungen sind das Gebot der Stunde.“

Digitale Agenda und globaler Freihandel

Die Bundeskanzlerin möchte, dass die EU den digitalen Binnenmarkt entwickelt und die digitale Agenda der Union in den kommenden Jahren vollständig umsetzt. Dies würde drängende Probleme lösen und Wachstumspotenziale freisetzen, erklärte sie.

Was den Rest der Welt angeht, setzt die deutsche Regierungschefin weiterhin auf Freihandel: „Ich bin sehr froh, dass es doch noch europaweit gelungen ist, ein Abkommen mit Kanada [CETA, Anm. d. Red.] zu schließen. […] Ich glaube, es war durchaus ein Meilenstein, dass wir das geschafft haben. Wenn es nach mir geht, dann könnten wir auch mit den Vereinigten Staaten von Amerika ein Freihandelsabkommen schließen. Aber da waren die Diskussionen noch schwieriger. Im Augenblick müssen wir ohnehin erst einmal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.“

Hoffnung auf wachsende Zusammenarbeit

Zum Abschluss dankten die beiden Regierungschefs den Organisatoren, der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und IVA, für die Initiative zum German Swedish Tech Forum und brachten ihre Hoffnung auf gute Resultate zum Ausdruck.

„Wir müssen unsere Innovationskapazitäten auf ein neues Niveau heben, da der internationale Wettbewerb immer härter wird. [...] Diese Partnerschaft wird unsere Regierungen, Unternehmen und Institutionen zusammenbringen. Ich freue mich auf eine wachsende Zusammenarbeit“, sagte Stefan Löfven.

„Ich glaube, Herr Ministerpräsident, das Forum ist ein sehr gutes Beispiel praktisch gelebter Kooperation. Wenn wir an einem Tisch sitzen und uns austauschen, ist das auch schön, aber hier sieht man, dass auch außerhalb der politischen Landschaft etwas geschieht. Das begrüße ich sehr. […] Ich kann nur allen danken, die sich in diese Initiative einbringen. Ich denke, wir sollten gerade auch die Kooperation der mittelständischen Unternehmen voranbringen, (…) denn die großen Unternehmen schaffen den Sprung in die Digitalisierung ganz gut, aber bei den kleineren bedarf es auch unterstützender Maßnahmen durch die Politik“, so Angela Merkel.

Haben Sie Interesse, an einer der kommenden Aktivitäten im Rahmen des German Swedish Tech Forum teilzunehmen? Kontaktieren Sie gerne unsere Mitgliederverantworliche Aino Weber.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer (DSHK) ist seit 1951 die erste Anlaufstelle für die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Schweden und hat rund 1150 Mitglieder in beiden Ländern. Unser Angebot an Dienstleistungen ist vielfältig, angefangen vom Markteinstieg über unternehmensrechtliche Fragen und Buchführung bis hin zu Steuerrecht und Marketing in Schweden oder Deutschland.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer gehört zum globalen Netzwerk der rund 130 deutschen Auslandshandelskammern (AHK). In Deutschland stehen wir in engem Kontakt mit den 80 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK). Mit einem breiten Kontaktnetz und Zugang zu deutschen und schwedischen Entscheidern ist die DSHK ein idealer Partner für die deutsch-schwedische Wirtschaft.

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar