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​Deutsch-Schwedisches Konjunkturbarometer Dezember 2016: Politische Entwicklung macht Unternehmen Sorgen

Pressemitteilung   •   Dez 15, 2016 10:35 CET

Fotos: Dai Lygart/Flickr.com/Pixabay/Gage Skidmore/Flickr.com, CC BY 2.0

Trotz relativ guter Konjunkturaussichten sind die Unternehmen in Deutschland und Schweden besorgt, was das kommende Jahr angeht. Hauptgrund dafür ist die politische Entwicklung in den USA und mehreren europäischen Schlüsselländern. Dies geht aus der neuen Ausgabe des Konjunkturbarometers der Deutsch-Schwedischen Handelskammer hervor, die heute veröffentlicht wird.

Nach einem wirtschaftlich und vor allem politisch turbulenten 2016 sind deutsche und schwedische Unternehmen besorgt über die weitere Entwicklung im kommenden Jahr. Die von der Handelskammer befragten Unternehmensvertreter in Deutschland und Schweden nennen die Politik als den größten oder einen der größten Risikofaktoren für ihr Geschäft, sowohl im jeweiligen Heimatmarkt als auch international.

„Die Risikoskala der Unternehmen für die Konjunktur 2017 wird deutlich von der unsicheren politischen Entwicklung in großen Teilen der Welt angeführt. Wir erleben derzeit eine Periode mit deutlich größerem politischem – und auch psychologischem – Einfluss auf Makroökonomie und Finanzmärkte als dies lange Zeit der Fall war. Deshalb ist es wichtig, sich laufend über den neuesten politischen Stand zu informieren“, erklärt Hubert Fromlet, Professor an der schwedischen Linné-Universität, der diese sechste Ausgabe des Konjunkturbarometers im Auftrag der Deutsch-Schwedischen Handelskammer ausgewertet und kommentiert hat.

Bei der Frage, von welchen politischen Ereignissen die größten Auswirkungen auf das eigene Unternehmen erwartet werden, landet die zukünftige politische Entwicklung in den USA unter Donald Trump, sowohl beim deutschen als auch beim schwedischen Panel, an der Spitze der Antwortliste. Auch die russische Politik und der Brexit bereiten zahlreichen Umfrageteilnehmern Kummer. In Deutschland wird die Flüchtlingskrise in der EU als weiterer bedeutender Risikofaktor genannt, in Schweden ein mögliches Scheitern von TTIP. Der Ausgang der deutschen Bundestagswahl 2017 stellt dagegen nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der schwedischen Unternehmen einen Grund zur Sorge dar.

Unternehmen werden vorsichtiger

Die angespannte Lage und die unsicheren Zukunftsaussichten hinterlassen auch in den Konjunkturprognosen für nächstes Jahr ihre Spuren. Vor allem das schwedische Panel geht nach gutem Wachstum in diesem Jahr für 2017 von einer mittelmäßigen Entwicklung aus.

„Möglicherweise haben die eher gedämpften Wachstumssignale in Kombination mit der steigenden politischen Unsicherheit in einer Reihe von Schlüsselländern zu der etwas zurückhaltenderen Beurteilung der schwedischen Konjunktur für 2017 beigetragen. Insgesamt sind die schwedischen Unternehmen in letzter Zeit ein wenig vorsichtiger geworden. Pessimistisch sind sie jedoch nicht“, erklärt Hubert Fromlet.

Der Durchschnittswert von 3,5 auf einer Skala zwischen 5 und 1, auf der 5 sehr gut und 1 sehr schlecht darstellt, ist trotz allem ordentlich. Für Deutschland ergibt sich gar der relativ positive Wert 3,8. Hubert Fromlet warnt jedoch vor zu viel Optimismus in der größten Volkswirtschaft Europas:

„Allem Anschein nach wird das deutsche BIP-Wachstum in diesem Jahr knapp 2 Prozent erreichen. Ein solches Ergebnis ist gewiss nicht schlecht. Es liegt über dem gegenwärtigen Wachstumspotential, wird aber im Hinblick auf die vielen positiven Kommentare in und außerhalb Deutschlands, darunter auch in Schweden, etwas zu optimistisch gesehen. Deutschlands künftige strukturelle wirtschaftliche Herausforderungen dürfen nicht unterschätzt werden.“

Deutsches Panel Schwedisches Panel
Konjunkturelle Entwicklung im eigenen Land 2017 3,8 3,5
Entwicklung der Geschäfte Deutschland-Schweden 3,3 3,3

(Skala von 5 = sehr gut bis 1 = sehr schlecht)

Die Geschäfte zwischen Deutschland und Schweden scheinen aktuell auch nicht richtig gut zu laufen. Das deutsche Panel gibt die Entwicklung der Handelsbeziehungen mit seinen schwedischen Partnern mit einem Durchschnittswert von lediglich 3,3 an. Für die schwedischen Umfrageteilnehmer und deren Geschäfte mit Deutschland ergibt sich der gleiche Wert. Hier deutet sich Verbesserungspotenzial in beiden Richtungen an.

„Die offiziellen Ex- und Importzahlen zeigen uns, dass der Handel zwischen Deutschland und Schweden kontinuierlich leicht wächst. Aber es gibt eindeutig Luft nach oben. In vielen Bereichen wie Industrie 4.0, Energiewende, Bau und Einzelhandel ergänzen sich Deutschland und Schweden perfekt und beide Seiten würden von einem intensivierten wirtschaftlichen Austausch profitieren. Wir freuen uns darauf, künftig zahlreiche weitere Unternehmen bei ihrem Einstieg und der Geschäftsentwicklung auf dem schwedischen oder deutschen Markt zu begleiten“, sagt Ralph-Georg Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Das Deutsch-Schwedische Konjunkturbarometer ist eine Umfrage der Handelskammer unter deutschen und schwedischen Unternehmen über die konjunkturelle Lage und Entwicklung in beiden Ländern. Die aktuelle Umfrage wurde von 16. November bis 1. Dezember 2016 durchgeführt. Insgesamt nahmen 151 deutsche und schwedische Unternehmen an der Untersuchung teil. Der Bericht wird zwei Mal jährlich veröffentlicht.

Die ausführliche Version des Konjunkturbarometers sowie frühere Ausgaben finden Sie unter www.handelskammer.se/de/konjunkturbarometer.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer (DSHK) ist seit 1951 die erste Anlaufstelle für die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Schweden und hat rund 1150 Mitglieder in beiden Ländern. Unser Angebot an Dienstleistungen ist vielfältig, angefangen vom Markteinstieg über unternehmensrechtliche Fragen und Buchführung bis hin zu Steuerrecht und Marketing in Schweden oder Deutschland.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer gehört zum globalen Netzwerk der rund 130 deutschen Auslandshandelskammern (AHK). In Deutschland stehen wir in engem Kontakt mit den 80 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK). Mit einem breiten Kontaktnetz und Zugang zu deutschen und schwedischen Entscheidern ist die DSHK ein idealer Partner für die deutsch-schwedische Wirtschaft.

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