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Deutsch-Schwedisches Konjunkturbarometer Mai 2018: Unternehmen weiter optimistisch – trotz deutlicher Risiken

Pressemitteilung   •   Jun 01, 2018 09:00 CEST

Foto: Jonas Tebbe/Jungwoo Hong/Unsplash/chas B/Flickr.com

Trotz zahlreicher politischer und wirtschaftlicher Störfaktoren glauben die Unternehmen in Schweden und Deutschland für die nächste Zeit weiter an eine positive Entwicklung der Geschäfte zwischen den beiden Ländern. Dies zeigt die neueste Umfrage der Deutsch-Schwedischen Handelskammer unter Mitgliedsunternehmen auf beiden Seiten der Ostsee.

Für die deutsch-schwedische Wirtschaft gab es in den ersten Monaten des Jahres zahlreiche Gründe für Zukunftssorgen und nachlassenden Optimismus: drohende Strafzölle und andere Handelsbarrieren, politische Unsicherheit bezüglich Iran, Nordkorea und der weiteren Entwicklung in China, die ungewisse Fortsetzung der Italien-Krise mit Ansteckungsrisiken, zuletzt teilweise nach unten zeigende Konjunkturindikatoren, eine schwache Krone und vielleicht auch die Einführung der neuen europäischen Datenschutzregelungen – um nur einige zu nennen.

Allerdings scheinen die Unternehmen in den beiden Ländern dennoch nicht sonderlich besorgt, was ihre Geschäftserwartungen angeht. In der Mai-Ausgabe des Deutsch-Schwedischen Konjunkturbarometers zeigen sie sich beim Blick auf die kommenden zwölf Monate erneut optimistisch. Im Vergleich zur letzten Umfrage im Dezember haben sich die Umfrageergebnisse nur minimal geändert.

„Schwedische Unternehmen sind positiv gestimmt, wenn es um die Geschäftsmöglichkeiten in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten geht. Ganze 40 Prozent der Umfrageteilnehmer aus Schweden glauben an eine Verbesserung im Vergleich zu heute und nur 6 Prozent an eine Entwicklung in die falsche Richtung. Auch die deutschen Teilnehmer sind weiter relativ optimistisch, was Schweden angeht. 24 Prozent der Befragten gehen für die kommenden zwölf Monate von weiteren Verbesserungen der eigenen geschäftlichen Lage aus und nur 6 Prozent sehen schlechtere Zeiten aufziehen“, erklärt Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und affiliierter Professor an der schwedischen Linné-Universität, der die Ergebnisse analysiert hat.

Geschäftsaussichten für die kommenden 12 Monate

Aktuelle Lage nicht ganz so gut

Fragt man nach der aktuellen Entwicklung der Handelsbeziehungen mit Schweden bzw. Deutschland stellt sich die Lage jedoch nicht ganz so positiv dar, obwohl die kürzlich veröffentlichten schwedischen BIP-Zahlen für das erste Quartal 2018 auf eine nach wie vor gute Binnenkonjunktur in dem skandinavischen Land hindeuten. Die deutschen Umfrageteilnehmer geben dem Austausch mit Schweden diesmal die Durchschnittsnote 3,5 (Skala 1-5; 5 = sehr gut). Das entspricht einer leichten Verbesserung gegenüber der Dezember-Umfrage um 0,1 Punkte. Für die Antworten der Befragten aus Schweden ergibt sich jedoch lediglich der Mittelwert 3,3 – ein Zehntel niedriger als in der letzten Erhebung.

„Will man diese Mittelwerte in Worte ‚übersetzen‘, kommt man auf etwas besser als zufriedenstellend, aber auch nicht wirklich gut. In beiden Ländern ist weniger als die Hälfte der Teilnehmer mit der aktuellen Entwicklung der Geschäfte auf dem jeweils anderen Markt richtig zufrieden (Bewertung mit 4 oder 5). Jeder zehnte Deutsche und mehr als jeder fünfte Schwede ist sogar direkt unzufrieden (Bewertung mit 1 oder 2). Für diese schlechten Zahlen ist jedoch wohl kaum eine schwache Konjunktur verantwortlich, sondern eher strukturelle Faktoren“, meint Hubert Fromlet.

Aktuelle Entwicklung der Geschäfte

„Die Verteilung der Antworten zeigt, dass die bilateralen Geschäfte für 40 Prozent der deutschen und 35 Prozent der schwedischen Umfrageteilnehmer lediglich befriedigend laufen. Vor allem in dieser Gruppe sehen wir Verbesserungspotenzial. Hier können wir als Deutsch-Schwedische Handelskammer mit unserer Expertise und unserem breiten Netzwerk auf beiden Seiten der Ostsee weiterhelfen. Auch wird sicherlich der Umstand, dass Schweden nächstes Jahr Partnerland der Hannover Messe ist, weitere Impulse für erfolgreiche Industriekooperationen zwischen unseren Ländern setzen“, erklärt Ralph-Georg Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Ein Drittel sieht erhöhte Risiken

Die deutschen und schwedischen Wirtschaftsvertreter beantworteten dieses Mal auch die Frage, ob sie in den kommenden zwölf Monaten erhöhte Risiken für ihre jeweiligen Unternehmen erwarten. Eine große Mehrheit der Teilnehmer aus beiden Ländern verneint dies. Aber die Umfrageergebnisse unterscheiden sich zwischen Deutschland und Schweden.

„Mehr als jeder dritte schwedische Teilnehmer sieht wachsende Geschäftsrisiken im Laufe der nächsten zwölf Monate. Das ist nicht vernachlässigbar. Von den Befragten aus Deutschland erwartet hingegen nur gut jeder Vierte, dass die Risiken für das eigene Unternehmen zunehmen“, fasst Hubert Fromlet zusammen.

„Möglicherweise macht sich hier bemerkbar, dass in Schweden bald gewählt wird und nach der Wahl im September eine komplizierte Regierungsbildung bevorstehen könnte. In Deutschland haben wir gerade gesehen, wie lange es dauern kann, bis man sich auf eine neue Koalition geeinigt hat. Die Unsicherheit, die dies mit sich bringt, verbindet sich in der Regel mit zögerlichem Handeln in der Wirtschaft“, erklärt Ralph-Georg Tischer.

Nachlassende Konjunktur meistgenanntes Risiko

Diejenigen der Teilnehmer, die wachsende Risiken in der nahen Zukunft befürchten, konnten in der Umfrage auch konkretisieren, was ihnen derzeit am meisten Kopfzerbrechen bereitet. Viele der Antworten von sowohl schwedischen als auch deutschen Teilnehmern drehen sich um eine mögliche Schwächung der Konjunktur nach dem langjährigen Aufschwung in beiden Ländern.

Auch politische Risiken, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, und die globale Handelspolitik werden häufig genannt, zusammen mit der Währungsentwicklung (schwache schwedische Krone). Bei einigen schwedischen Umfrageteilnehmern kommt außerdem eine Sorge vor zunehmender Konkurrenz hinzu, besonders aus Wachstumsmärkten wie China.

Die Untersuchung wurde vor dem erneuten Aufflammen der Regierungskrise in Italien durchgeführt.

Zusammenstellung der meistgenannten Risiken

Das Deutsch-Schwedische Konjunkturbarometer ist eine Umfrage der Handelskammer unter deutschen und schwedischen Unternehmen zu den Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern und damit verbundenen Themen. Die aktuelle Umfrage wurde zwischen dem 8. und 18. Mai 2018 durchgeführt. 186 deutsche und schwedische Unternehmen nahmen dieses Mal teil. Für jeden Umfrageteilnehmer spendet die Deutsch-Schwedische Handelskammer 10 Kronen an die schwedische Sektion der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Läkare utan gränser).

Alle Ausgaben des Konjunkturbarometers finden Sie unter www.handelskammer.se/de/konjunkturbarometer.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer (DSHK) ist seit 1951 die erste Anlaufstelle für die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Schweden und hat rund 1150 Mitglieder in beiden Ländern. Unser Angebot an Dienstleistungen ist vielfältig, angefangen vom Markteinstieg über unternehmensrechtliche Fragen und Buchführung bis hin zu Steuerrecht und Marketing in Schweden oder Deutschland.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer gehört zum globalen Netzwerk der rund 130 deutschen Auslandshandelskammern (AHK). In Deutschland stehen wir in engem Kontakt mit den 80 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK). Mit einem breiten Kontaktnetz und Zugang zu deutschen und schwedischen Entscheidern ist die DSHK ein idealer Partner für die deutsch-schwedische Wirtschaft.

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