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Deutsch-Schwedisches Konjunkturbarometer November 2015: Investitionen legen zu – Fragezeichen beim Export

Pressemitteilung   •   Dez 15, 2015 09:47 CET

Investitionen in Maschinen, Anlagen und den Bau stehen in der deutsch-schwedischen Wirtschaft wieder höher im Kurs. Dies geht aus der neuesten Ausgabe des Konjunkturbarometers der Deutsch-Schwedischen Handelskammer hervor. Sorgen bereitet hingegen der Export.

Im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai dieses Jahres schätzen die von der Handelskammer befragten Unternehmen die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland und Schweden positiver ein. Die Indikatoren zu Konsum, Investitionen und Baugewerbe sind allesamt gestiegen, wenn auch in begrenztem Umfang.

„Der Konsum ist in beiden Ländern weiterhin der wichtigste Konjunkturmotor, aber auch die Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie den Bau haben in den letzten Monaten an Fahrt gewonnen. Von einer richtigen Trendwende kann bei den Investitionen noch keine Rede sein. Die aktuelle Entwicklung ist allerdings durchaus positiv“, fasst Professor Hubert Fromlet von der schwedischen Linné-Universität (Linnaeus University) zusammen, der das Konjunkturbarometer im Auftrag der Deutsch-Schwedischen Handelskammer erneut wissenschaftlich begleitet und kommentiert hat.


(5 = sehr gut, 1 = sehr schlecht; Ergebnisse der Umfrage im Mai 2015 in Klammern)

Auf die seit Jahren vorherrschende Niedrigzinspolitik der Notenbanken lässt sich die nun gestiegene Investitionsneigung offenbar nur in sehr begrenztem Maße zurückführen. Auf die entsprechende Frage im aktuellen Barometer antworteten 74 Prozent der deutschen und 86 Prozent der schwedischen Teilnehmer, dass die niedrigen Zinsen die Investitionsbereitschaft des eigenen Unternehmens nicht verändert haben.

Deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden zeigen sich bei der Einschätzung der Exportkonjunktur. Während die deutschen Umfrageteilnehmer den eigenen Export auch dieses Mal mit starken 3,9 bewerten, landet der schwedische Wert nur noch bei 3,4 – ein Rückgang um 0,3 Punkte im Vergleich zum Mai.

„Der schwedische Stimmungswert von 3,4 ist ziemlich mittelmäßig und reflektiert vermutlich sowohl die schon eingetroffene und eventuell noch kommende Aufwertung der Krone als auch die größtenteils mittelmäßige globale Konjunktur. Die deutsche Exportkonjunktur setzt ihre positive Entwicklung hingegen fort – positiver als es die amtliche Exportstatistik aufzeigt und es angesichts des klar gedämpften Wachstums auf vielen der so genannten emerging markets zu erwarten wäre“, so Hubert Fromlet.

Deutsche suchen häufiger Fachkräfte im Ausland

Im vorherigen Konjunkturbarometer wurde die Fachkräftesicherung von den Befragten besonders häufig als Herausforderung in Bezug auf die Erhaltung und Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit genannt. Daran anknüpfend sollten die Umfrageteilnehmer nun dieses Mal die Frage beantworten, wie ihr Unternehmen den eigenen Fachkräftebedarf langfristig sichern will.

Prozentuale Verteilung der meist genannten Alternativen (maximal drei Antworten möglich):

Dabei landeten traditionelle Alternativen wie die Rekrutierung auf dem befindlichen Arbeitsmarkt und die Qualifizierung der vorhandenen Belegschaft sowohl in Deutschland als auch in Schweden auf den vordersten Plätzen. Ein interessanter Unterschied zeichnet sich aber beim Blick auf die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland ab: Ganze 30 Prozent der befragten deutschen Unternehmensvertreter sehen hier eine Möglichkeit zur Fachkräftesicherung, während es auf schwedischer Seite lediglich 9 Prozent sind.

„Unsere Einschätzung ist, dass dies zu großen Teilen mit Deutschlands zentraler Lage in Europa zusammenhängt. Hier ist man den Blick über die Grenzen zur Personalgewinnung gewohnt. Da die Arbeitslosigkeit in Deutschland niedriger ist, besteht außerdem ein höherer Anstellungsbedarf als bei schwedischen Unternehmen. Im Austausch über Ländergrenzen hinweg besteht unserer Meinung nach generell großes Potenzial zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, insbesondere zwischen Deutschland und Schweden“, erklärt Karl-Heinz Gössling, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Das Deutsch-Schwedische Konjunkturbarometer ist eine Umfrage der Handelskammer unter deutschen und schwedischen Unternehmen über die konjunkturelle Lage und Entwicklung im Partnerland. Das Besondere an der Untersuchung sind die wechselseitigen Einschätzungen. Deutsche Unternehmen mit Export nach Schweden bewerten die schwedische Konjunktur und umgekehrt.

Die aktuelle Umfrage wurde von 16. bis 27. November durchgeführt. Über 130 schwedische und 60 deutsche Unternehmen nahmen an der Untersuchung teil. Der Bericht wird zwei Mal jährlich veröffentlicht.

 
Das gesamte Konjunkturbarometer finden Sie hier zum Download. Alle bisherigen Ausgaben haben wir auf www.handelskammer.se/de/konjunkturbarometer gesammelt.


(Foton: News Oresund/Glyn Lowe/Flickr.com; CC BY 2.0)

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer (DSHK) ist seit 1951 die erste Anlaufstelle für die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Schweden und hat rund 1150 Mitglieder in beiden Ländern. Unser Angebot an Dienstleistungen ist vielfältig, angefangen vom Markteinstieg über unternehmensrechtliche Fragen und Buchführung bis hin zu Steuerrecht und Marketing in Schweden oder Deutschland.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer gehört zum globalen Netzwerk der rund 130 deutschen Auslandshandelskammern (AHK). In Deutschland stehen wir in engem Kontakt mit den 80 regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK). Mit einem breiten Kontaktnetz und Zugang zu deutschen und schwedischen Entscheidern ist die DSHK ein idealer Partner für die deutsch-schwedische Wirtschaft.

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