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Ruhr Ding: Territorien – Programmvorstellung

Pressemitteilung   •   Feb 06, 2019 16:30 CET

Ruhr Ding: Territorien

Im Frühsommer 2019, vom 4. Mai bis zum 30. Juni 2019, realisiert Urbane Künste Ruhr in vier Ruhrgebiets-Städten das neue Ausstellungsformat Ruhr Ding. Die erste Edition des regionenübergreifenden und jährlich wiederkehrenden Programms fragt nach der Bedeutung territorialer Festschreibungen für die Identitätsbildung. Damit wird im Brexit-Jahr ausgehend von den vielen Stadt- und Bezirksgrenzen im Revier ein Thema von globaler Relevanz verhandelt.

Die insgesamt 22 Neuproduktionen in den Städten Bochum, Dortmund, Essen und Oberhausen zeigen sich in ganz unterschiedlicher Form an ebenso unterschiedlichen, öffentlichen und kostenlos zugänglichen Orten. Das können Fotografien sein, wie die Serien des Straßenfotografen Hans Eijkelboom, Langzeit-Performances unter Einbeziehung eines Hologramms, wie in der Arbeit von Alexandra Pirici in der Kokerei Hansa, ein bulgarischer Nationalpavillon von Ivan Moudov, aber auch Malerei, wie die erste europäische Einzelausstellung der Chicagoer Künstlerin Margot Bergman, die in Kooperation mit dem Museum Folkwang in Essen gezeigt wird. Es gibt Installationen, wie Sam Hopkins Die Dauercamper in Dortmund, Wandmalereien von Stefan Marx und konzeptionelle Versuchsanordnungen, wie das 3-seitige Fußballfeld des Künstlers Roderick Buchanan. Das Spielfeld, das auf einer Idee des Situationisten Asger Jorn basiert, lädt eine buntgemischte „Liga“ aus verschiedenen Fünf-Personen Teams regelmäßig zu Turnieren ein.

Die thematische Klammer Territorien stellt Beziehungen zwischen den Projekten und Orten her. Das erfordert nicht nur eine gedankliche Mobilität, sondern tatsächlich vielfältige Bewegungen von A nach B. Daran knüpft das Vermittlungsprogramm mit den sogenannten Irrlichter-Touren an: Dank einer eigens zu diesem Zweck konzipierten Infrastruktur aus Spaziergängen, Fahrradverleih und ÖPNV haben die Besucher*innen die Möglichkeit neue Seiten des Ruhrgebiets zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Kunstprojekte selbst, sondern auch ungewöhnliche Erfahrungen mit vertrauten oder bislang unbekannten Umgebungen.

Der Wandersalon die Veranstaltungsreihe zum Ruhr Ding, der seit März 2018 inhaltlich vorbereitend durchs Ruhrgebiet reist, wird in den kommenden Wochen den Künstler Louis Henderson, die Kunstvermittlung des Ruhr Ding als auch den Künstler Sam Hopkins willkommen heißen.

Vielzählige Kooperationspartner und beteiligte Institutionen verankern und vernetzen Wandersalon und Ruhr Ding in der Region. Beides wird in den Folgejahren und mit anderen thematischen Schwerpunkten weiter durchs Ruhrgebiet wandern: von Norden, nach Osten, nach Süden, nach Westen und querfeldein.

Begleitend zum Ruhr Ding erscheint im Februar zum ersten Mal ein Magazin, das neben einer Künstler*innenliste mit Kurzbeschreibungen auch essayistische Texte enthält, die das Gesamtprojekt einbetten.

Ein weiteres Projekt, das von Urbane Künste Ruhr im Rahmen des Ruhr Ding erstmals in zeitlich begrenzter Form vorgeführt wird, ist die geplante Materialverwaltung an der Ruhr. Nach Vorbild der Hanseatischen Materialverwaltung soll ein gemeinnütziger Fundus für Theaterrequisiten und andere wertvolle Produktionsreste des Kulturbetriebs geschaffen werden. Statt sie zu entsorgen, werden sie nachhaltig weiter verwertet: Für je nach Budget gestaffelte Leih- oder Kaufgebühren können die Materialien von Bildungseinrichtungen, der freien Kunst- und Theaterszene, aber auch größeren Produktionsgesellschaften und Privatpersonen erworben werden.

Und last, but not least: Neben dem Ruhr Ding realisiert Urbane Künste Ruhr auch 2019 das Residenzprogramm Zu Gast bei Urbane Künste Ruhr, das in Kooperation mit KunstVereineRuhr und dem Ringlokschuppen Ruhr Künstler*innen die Möglichkeit gibt, drei bis zwölf Monate im Ruhrgebiet zu leben und zu arbeiten.


Weitere Informationen: www.urbanekuensteruhr.de

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