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bAV ohne Garantien – Verkaufsschlager im Ausland

News   •   Sep 24, 2018 08:56 CEST

Bild: pixabay

Die Deutschen lieben Sicherheiten – auch bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Das Sicherheitsdenken geht sogar so weit, dass viele Deutschen lieber auf Rendite verzichten würden, nur um statt dessen eine Garantie für die bAV zu erhalten. Im Ausland sieht es dagegen ganz anders aus.

Die betriebliche Altersversorgung ist nicht nur in Deutschland sehr beliebt. In anderen Ländern, England oder Holland etwa, ist sie sogar stärker verwurzelt als in deutschen Unternehmen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sollte in Deutschland die bAV stärken, insbesondere durch den Wegfall von Garantien, um die Altersvorsorge-Situation der Deutschen insgesamt zu verbessern und den Druck von der gesetzlichen Rente zu nehmen.

Großes Wachstumspotential für bAV-Produkte ohne Garantien

Betriebliche Altersversorgung ohne Garantien liegt momentan voll im Trend. Das bescheinigt auch eine aktuelle Untersuchung des Analysehauses Cerulli Associates. Sie haben sich die bAV-Situation in Europa angeschaut. Ihr Fazit: Der Markt ist enorm und wird noch weiter wachsen. Ende 2016 wurden bereits 2 Billionen Euro in betriebliche Altersvorsorgeprodukte ohne Garantieleistung angelegt. 2022 erwarten die Experten sogar ein Volumen von 34 Billionen Euro.

Standardfonds im Trend

Dabei wird der Markt von Standardfonds bestimmt. 90 Prozent der bAV wird darüber finanziert. Schlagen Anleger bei Abschuss einen Standardfonds vor, bleiben die Kunden in 85 bis 90 Prozent der Fälle auch dabei. Besonders beliebt sind dabei Multi-Asset-Portfolios. Eher eine Ausnahme: eigene Investmentpläne. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Zusammenstellung der bAV wird im Laufe der Zeit kaum von einem Kunden geändert oder nachjustiert. Die Rolle des Vermittlers ist also nicht zu unterschätzen. Letztlich legt er die Weichen für viele Jahre fest.

Sicherheit geht über alles

So beliebt bAV-Produkte ohne Garantie im europäischen Ausland sind, so sehr sind Experten skeptisch, dass sich die Deutschen dafür erwärmen lassen. Der Hang zur Sicherheit ist stark ausgeprägt und hat Tradition. Nicht nur in der bAV, sondern insgesamt beim Sparen nehmen die Deutschen eher Einbußen hin, als neue Wege zu gehen. Sie halten zum Beispiel am Sparbuch fest, wobei sie mit Aktien viel bessere Renditen erwirtschaften könnten. Doch sie scheuen das Risiko.

Betriebsrentenstärkungsgesetz öffnet Tür und Tor

Zumindest bei der betrieblichen Altersversorgung könnte die Politik nun einen Weg gefunden haben, den Deutschen auf die Sprünge zu helfen. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist seit dem 01.01.2018 in Kraft und ermöglicht im sogenannten Sozialpartnermodell, im Rahmen eines Tarifvertrages, bAV ohne Garantien. Es ist nun an den Tarifpartnern, die Vorteile dieser bAV-Produkte nachvollziehbar an deutsche Kunden zu kommunizieren. Das Potential ist jedenfalls auch in Deutschland enorm.

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