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National Geographic Fotograf des Jahres kritisiert TUI Cruises wegen Färöer-Anlandungen

Pressemitteilung   •   Jul 24, 2017 12:46 CEST

Walmassaker in Sichtnähe des Anlandungshafens von TUI Cruises mit Mein Schiff in der Inselhauptstadt Torshavn

Robert Marc Lehmann ist Meeresbiologe, Forschungstaucher, Fotograf und Filmemacher. Für etliche Fernsehsender und Kinofilme produzierte er atemberaubende Tieraufnahmen. Die Filme und Bilder von Robert Marc Lehmann werden international veröffentlicht und sind mehrfach preisgekrönt. Lehmann ist National Geographic Fotograf des Jahres 2015 und Träger des Fritz Pölking-Awards 2015.

So war Lehmann ein gefragter Lektor zum Thema Meeresbiologie bei dem Kreuzfahrtunternehmen TUI Cruises auf Mein Schiff. Bis vor kurzem fand sich im Internet auf der Programmseite von TUI Cruises noch der Tipp auf seine Vorträge. Doch plötzlich ist der Hinweis von TUI Cruises auf den bekannten Allround-Meereskenner gelöscht. Was war passiert?

Nachdem sich auf dem Internetportal von Facebook vor etwa 14 Tagen eine Gruppe von einigen Hundert Tierfreunden zusammen gefunden hat und die alljährlich mehrfachen Anlandungen mit Mein Schiff von TUI Cruises auf den Färöer-Inseln kritisiert, hatte Lehmann sich ebenfalls mit einem Beitrag zu Wort gemeldet: „Ich habe tausende Gäste über das brutale und vor allem sinnlose Abschlachten beim Grind informiert. Es hat viele Menschen betroffen gemacht und interessiert, nur TUI Cruises selbst nicht.“

„Grind“ ist der Begriff auf den Färöer-Inseln für die alljährlichen Treibjagden mit dem anschließenden öffentlichen Abschlachten der Grindwale und anderer Delfinarten in Strandbereichen, zu denen auch der Anlandungshafen von Mein Schiff in der Inselhauptstadt Torshavn gehört. Alleine in den letzten zwei Monaten wurden auf der Inselgruppe über 900 Meeressäuger bei elf Treibjagden blutig und grausam getötet.

Robert Marc Lehmann hat im letzten Jahr nach eigenen Angaben „vor Verantwortlichen von TUI Cruises“ einen Vortrag über die Walmassaker auf den Färöer-Inseln halten können. Eine Bezahlung für den Vortrag hatte er abgelehnt, weil er sein Engagement dahingehend versteht, etwas zu ändern. Das Ergebnis sei allerdings „sehr ernüchternd“ gewesen, schreibt Lehmann in seinem Facebook-Beitrag. Die Aussage von TUI Cruises sei gewesen: „Es ist ein so schönes Reiseziel, wir werden es trotz des Abschlachtens weiterhin anlaufen.“ Seitdem will der bekannte Meeresbiologe und preisgekrönte Fotograf nichts mehr mit TUI Cruises zu tun haben.

Lehmann: „Wie kann man die Bilder vom Grind sehen und es einfach ignorieren? Ich war und bin zutiefst enttäuscht von TUI Cruises aber vor allem von den verantwortlichen Mitarbeitern und Entscheidungsträgern.“

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat die Kontroverse mit TUI Cruises auf seiner Homepage veröffentlicht: https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/aida-faeroeer-kreuzfahrten. Die Kreuzfahrtunternehmen Aida, HapagLloyd, Costa Crociere und TransOcean haben dem WDSF aus Tierschutzgründen und aus Sorge um ihre Gäste und Crew zugesagt, die Färöer-Inseln nicht mehr anzulaufen.

Das WDSF kooperiert international mit Wissenschaftlern, Politikern, anderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Der Verwaltungsaufwand ist daher äußerst gering. Das WDSF arbeitet in seinem Kuratorium ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.

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