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Tierschützer warnen vor Ozonkatastrophe im Tiergarten Nürnberg

Pressemitteilung   •   Jan 21, 2015 08:21 CET

Mit einer außergewöhnlichen Aktion sorgte die Tierschutzorganisation ProWal am letzten Sonntag bei den Zoo-Besuchern für großes Aufsehen. Aktivisten in Schutzanzügen und Gasmasken informierten die Besucher vor dem Zoo-Eingang über die Gefahren von unkontrollierten Ozongas-Austritten im „Blauen Salon“ des Delfinariums, bei denen schon mehrere Menschen Verletzungen davontrugen.

Im „Blauen Salon“ können Besucher die Seekühe und Delfine durch Panoramascheiben unter Wasser beobachten. Auch finden dort Übernachtungen von Kindergruppen statt und der Raum kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Andreas Morlok, ProWal-Geschäftsführer: „Ozon ist ein gefährliches Gas, dessen unkontrollierter Austritt ein hohes Gefahrenpotential darstellt. Die Ozonierung des Wassers, um damit Keime abzutöten, ist eine unsichere und gefährliche Technik. Der Zoo hat damit schon seit dem Bau der „Delfin-Lagune“ mit massivsten Problemen zu kämpfen. Mehrere Menschen wurden bereits durch unkontrollierte Freisetzungen von Ozongas in der Luft im „Blauen Salon“ verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.“
Nicht nur Menschen können verletzt werden. Im Aquarium in Pittsburgh starben 10 Schwarzspitzen-Riffhaie durch die Vergiftung von Ozon. Die Tierschützer sorgen sich auch um die Gesundheit der Delfine im Nürnberger Delfinarium, da die Meeressäuger Luftatmer sind.

Daniela Martinez, Gründerin der Initiative "Tiergarten Nürnberg - Nein Danke!", nahm am Sonntag ebenfalls an der Aktion vor dem Zoo-Eingang teil: „Wie ich aus den eigenen Unterlagen des Tiergartens entnehmen konnte, wurde am 24.05.2012 starker Ozongeruch in den Vorführ- und Rundbecken festgestellt und mit einem Wert von 0,6 PP bemessen, der eine starke Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier darstellt!“
Laut ProWal halten sich in den Beckenbereichen des alten Delfinariums gegenwärtig mehrere Delfine, darunter auch die Delfinmutter „Sunny“ und ihr Ende Oktober 2014 geborenes Kalb „Nami“ auf. Seit Jahresanfang können Zoo-Besucher diesen Bereich wieder betreten.

Andreas Morlok: „Es ist fahrlässig, dass Menschen und Tiere der Gefahr durch mögliche Ozon-Austritte ausgesetzt werden. Vor Wochen hatten wir bereits alle zuständigen Aufsichtsbehörden, Bürgermeister, Stadträte und Parteien in Nürnberg über diese Gefahr informiert. Wir forderten auch ein sofortiges Besucher- und Veranstaltungsverbot im Bereich des „Blauen Salons“ und im alten Delfinarium (Vorführhalle). Niemand schritt bisher ein und sieht sich verantwortlich, um Menschen und Tiere vor dieser Gefahr zu schützen! Lediglich Stadtrat Otto Heimbucher reagierte mit einer beschwichtigenden Aussage. Der Umweltpolitische Sprecher der CSU gab zu, dass es „tatsächlich zu einem Störfall mit Austritt von Ozon in größerem Umfang gab“, bestritt aber, dass es bisher eine ernsthafte Schädigung von Menschen gab."

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF), kritisiert die Tiergartenleitung scharf: „Es ist ein Skandal, dass weder der Tiergarten noch die Behörden offenbar Vorsorge für einen Ozongasunfall treffen. Jedes Unternehmen, welches eine Ozonanlage betreibt, hat für die Mitarbeiter ein namentlich gekennzeichnetes Atemschutzgerät vorrätig zu halten. Für die Besucher des „Blauen Salons“ gilt dies offenbar nicht. Schon am nächsten Freitag übernachten erneut Kinder dort. Aus einem Spaßbesuch könnte schnell eine Katastrophe werden. Wir fordern, diese gefährlichen Tieranlagen grundsätzlich zu schließen."

Das WDSF kooperiert international mit WissenschaftlernPolitikernanderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Der Verwaltungsaufwand ist daher äußerst gering. Das WDSF arbeitet in seinem Kuratorium ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.

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