Skip to main content

Pressemitteilung | Neues Schutzzentrum für Vietnams „Galle-Bären“ – Welttierschutzgesellschaft unterstützt tiergerechte Unterbringung ausgebeuteter Bären

Pressemitteilung   •   Aug 29, 2017 09:30 CEST

Helfer transportieren einen betäubten Kragenbären in das neue Schutzzentrum im Cat Tien Nationalpark in Südvietnam.

16 asiatische Kragenbären aus dem illegalen Bärengallehandel haben mit Unterstützung der Welttierschutzgesellschaft ein neues Zuhause in Vietnam gefunden. Die Bären – in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig – wurden Ende Juli in ein neues Schutzzentrum im Cat Tien Nationalpark umgesiedelt, das gemeinsam mit der Partnerorganisation Free the Bears errichtet wurde. Sie sind die ersten von insgesamt 35 Kragen- und Malaienbären, die das 12-Hektar-Areal im tropischen Regenwald Südvietnams beziehen und dort deutlich verbesserte Lebensbedingungen vorfinden. Zuvor waren sie in einem zu klein gewordenen Zentrum im Nationalpark untergebracht, das für lediglich 16 Bären ausgelegt war. Viele der so genannten „Galle-Bären“ sind schwer erkrankt in Folge des grausamen Abzapfens von Galleflüssigkeit, das in Vietnam trotz gesetzlichen Verbots noch immer praktiziert wird.

Daniela Schrudde, Fachliche Leiterin für Tierschutzarbeit bei der Welttierschutzgesellschaft, sieht in der Eröffnung des neuen Zentrums einen wichtigen Schritt, um die Lebensbedingungen der Galle-Bären langfristig zu verbessern. „Schon im Jahr 2005 hatte sich die vietnamesische Regierung dazu verpflichtet, alle Galle-Bären-Farmen zu schließen. Da es aber an Schutzzentren für die Bären mangelte, blieben viele Bären in privater Haltung, wo ihnen weiterhin Galleflüssigkeit abgezapft wurde. Dieses Schlupfloch für den Bärengallehandel will die Regierung schließen, was bedeutet: Alle Bären, die sich noch in privater Haltung befinden, sollen nun endlich in Schutzzentren überführt werden“, so Schrudde.

Die große Herausforderung sei nun, mit Unterstützung internationaler Partner wie der Welttierschutzgesellschaft ausreichend Schutzzentren zu schaffen, um die etwa 1.000 noch in Gefangenschaft befindlichen Galle-Bären zu retten. „Wie eine tiergerechte Unterbringung und Betreuung befreiter Galle-Bären aussehen kann, zeigt das von uns unterstützte Schutzzentrum im Cat Tien Nationalpark“, erklärt Schrudde, die sich im Mai vor Ort vom Fortschritt des Projekts überzeugte. Im neuen Schutzzentrum finden die in Folge ihrer Ausbeutung als Galle-Bären oftmals schwer verletzten und traumatisierten Tiere viel Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihnen positive Reize zum Ausleben natürlichen Verhaltens bieten.

Die Welttierschutzgesellschaft begleitet das Bären-Projekt in Vietnam zudem wissenschaftlich. Durch tiermedizinische Betreuung und individuelle Verhaltensbeobachtung sollen neue Erkenntnisse über die ehemaligen Galle-Bären gewonnen werden, die auch ihren Artgenossen in weiteren Schutzzentren zu Gute kommen sollen. Darüber hinaus unterstützt die Welttierschutzgesellschaft den Bau einer Klinik, die die lebenslange tiermedizinische Versorgung der Galle-Bären im neuen Schutzzentrum sicherstellt und zudem der Aus- und Weiterbildung lokaler Tierärzte dienen soll.

Weitere Informationen zum Projekt unter: http://welttierschutz.org/projekte/wildtiere/gallebaeren-in-vietnam/

Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. In Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren wir uns für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von Streuner-, Nutz- und Wildtieren durch Stärkung des Tierschutzes sowie eine verbesserte tiergesundheitliche Versorgung. In unseren Tierschutzprojekten als auch dem Bildungsprogramm TIERÄRZTE WELTWEIT arbeiten wir dafür mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Darüber hinaus fördern wir das Tierschutzbewusstsein im Land durch die Einbindung der lokalen Bevölkerung. In Deutschland schaffen wir mit öffentlichkeitswirksamen und politischen Tierschutzkampagnen die Voraussetzungen für ein respektvolles und tiergerechtes Miteinander von Mensch und Tier.

Weitere Informationen unter: www.welttierschutz.org

Angehängte Dateien

PDF-Dokument

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar