Pressemitteilung -
Anlegerschutz siegt: Europäische Wertpapieraufsicht ESMA unterstellt Perpetual Futures der CFD-Regulierung
Transparenzpflichten und Risikowarnungen für Perpetual Futures werden Pflicht – Professor Patrick Gruhn begrüßt ESMA-Entscheidung zu Anlegerschutz und Krypto-Derivaten - Juristisch-handwerkliche Mängel werden zu Unsicherheit in der Praxis führen
25. Februar 2026, Paris/Frankfurt. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine Entscheidung von grosser Tragweite für die europäischen Derivatemärkte, insbesondere für Kryptowährungen, getroffen.
In ihrer aktuellen Mitteilung schreibt ESMA: „Ein Derivat, das eine Exponierung gegenüber einem Basiswert bietet und nicht ausschließlich physisch abgewickelt wird, würde wahrscheinlich in den Anwendungsbereich der Produktinterventionsmaßnahmen für CFDs fallen, es sei denn, es wird als eines der durch die Definition in der ESMA-Entscheidung ausgeschlossenen Produkte klassifiziert.“ Die ESMA-Mitteilung ist im Wortlaut hier nachzulesen: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-reminds-firms-their-obligations-under-cfd-product-intervention-measures
Die Entscheidung der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde bedeutet konkret, dass die auf Krypto-Derivatemärkten sehr verbreiteten und häufig gehandelten Perpetual Futures gemäß ESMA-Kriterien in der Regel als «Contracts for Difference» (Differenzkontrakte, CFDs) einzustufen sind.
CFDs unterliegen in der EU bereits heute strengen Vorschriften. Insbesondere müssen die Anbieter von CFDs gut sichtbare Risikowarnungen bei öffentlichen Verlautbarungen platzieren – verbunden mit dem konkreten Prozentsatz der Kundenkonten, die in den letzten 12 Monaten Verluste durch Trading erlitten haben.
Prof. Patrick Gruhn, LL.M., MBA – Professor of Practice für Unternehmertum, digitale Innovation am European Institute of Management in Malta, zudem CEO des an der US-Technologiebörse notierten Unternehmens Perpetuals.com Ltd. – kommentiert die Entscheidung der ESMA so:
„Wir begrüssen die Entscheidung der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde – denn dadurch wird gesetzlich festgelegt, was wir schon seit langem sagen: dass die bestehenden Handelsinstrumente auf Derivate-Märkten, insbesondere im Kryptobereich, in den allermeisten Fällen vor allem Privatanleger auf schwerwiegende Weise benachteiligen.“
Professor Gruhn merkt an: „Auch wenn die ESMA-Mitteilung inhaltlich zu begrüssen ist, so ist sie juristisch-handwerklich erschreckend schlecht gemacht.“ Sie wird leider für massive Unsicherheiten in der Praxis sorgen - das hätte vermieden werden können.»
Gruhn resümiert: „Durch die neue ESMA-Einstufung können Liquidationskaskaden, wie wir sie in den vergangenen Wochen auf vielen Kryptomärkten immer wieder zum schwerwiegenden Nachteil von Privatanlegern gesehen haben, künftig viel besser vermieden werden. Das ist positiv. Viele Broker werden sich nun wohl darüber Gedanken machen, ob sie an einem Instrument wie Perpetual Futures festhalten wollen.»