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Inklusion in Kita-Teams: In Aerzen arbeitet Kim Lutz seit 2024 im Team der Kita Burgwiese des Paritätischen Wohlfahrtsverband
Inklusion in Kita-Teams: In Aerzen arbeitet Kim Lutz seit 2024 im Team der Kita Burgwiese des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen.“ Bildcredits: Thilo Schmülgen

Pressemitteilung -

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt in der Dauerkrise: Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung steigt weiter

  • Inklusionsbarometer Arbeit zeigt: Arbeitsmarktkrise für Menschen mit Behinderung verschärft sich
  • Aktion Mensch alarmiert: Gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsquote sinkt erneut – Unternehmen missachten Potenziale von Inklusion
  • Auch im Ausblick keine Besserung: Arbeitslosenzahlen steigen weiter an

Bonn (28. November 2025) Die wirtschaftlichen Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit haben die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung in eine dauerhafte Krise gestürzt: Die Arbeitslosenzahlen wie auch die Arbeitslosenquote haben sich im vergangenen Jahr erneut erhöht, in deutlichem Ausmaß. Gleichzeitig hat sich die Beschäftigungsquote nicht nur weiter von der gesetzlich verankerten Fünf-Prozent-Vorgabe entfernt, sie ist gar auf den niedrigsten Wert seit Erscheinen des ersten Inklusionsbarometers gesunken. Die aktuelle Arbeitsmarktstudie der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes belegt eine drastische Verschlechterung der Lage – mit düsterem Ausblick, denn die Anzahl an arbeitslosen Menschen mit Behinderung steigt im laufenden Jahr weiter an.

Von einer Krise zur nächsten: Situation spitzt sich weiter zu

Die vielen Belastungen der vergangenen Jahre – von der Corona-Pandemie über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hin zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels – hinterlassen auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren. So zog die Arbeitslosenquote unter Menschen mit Behinderung im vergangenen Jahr an und liegt bei nunmehr fast zwölf Prozent. Ebenso erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung – um nahezu sechs Prozent auf einen Jahresdurchschnitt von 175.236. Und der Scheitelpunkt ist längst nicht erreicht: Im Oktober des laufenden Jahres waren bereits rund 185.400 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, knapp fünf Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, zeigt sich besorgt: „Der Missstand verfestigt sich weiter; wir sehen uns mit einem drastischen Rückschlag für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. Es ist zu befürchten, dass es viele Jahre dauern und massive Anstrengungen erfordern wird, um diese Krise zu überwinden.“ Denn: Menschen mit Behinderung finden deutlich schwerer aus der Arbeitslosigkeit heraus. Die Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit sank im Jahr 2024 auf unter drei Prozent, während sie bei Menschen ohne Behinderung bei über sechs Prozent verblieb – sie haben damit eine mehr als doppelt so hohe Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, als ihre Mitbewerber*in-
nen mit Behinderung.

Beschäftigungsquote sinkt auf neuen Tiefststand

Auch die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung spiegelt die besorgniserregende Lage wider: Der Abstand zu dem vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Anteil hat sich im vergangenen Jahr erneut vergrößert – mit 4,4 Prozent sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit der ersten Ausgabe des Inklusionsbarometers im Jahr 2013. Dabei stieg gleichzeitig die Anzahl an Unternehmen, die unter die Beschäftigungspflicht* fallen, auf nun 180.359 – und damit auch die Anzahl an Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer*innen mit Behinderung, die es qua Gesetz zu besetzen gilt. Konkret bedeutet dies: Trotz Verpflichtung beschäftigt mehr als jedes vierte Unternehmen keinerlei Menschen mit Behinderung, weitere 35 Prozent tun dies nur in Teilen.

Inklusion als Chance und Erfolgsfaktor begreifen

Insgesamt hat die Bereitschaft der Unternehmen, Menschen mit Behinderung einzustellen und dauerhaft zu beschäftigen, also weiter nachgelassen. Doch Christina Marx weiß um die Chancen, die Arbeitgeber*innen nicht ausschöpfen, und betont: „Inklusion ist in diesen disruptiven Zeiten nicht etwa eine zusätzliche Belastung – sie ist ein Potenzial, das Unternehmen gerade jetzt widerstands- und zukunftsfähiger macht. Vielfältige Teams arbeiten häufig nicht nur kreativer und innovativer, sondern reagieren auch resilienter auf Veränderungen. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und des vielfach noch immer herrschenden Fachkräftemangels ist Inklusion längst ein strategischer Erfolgsfaktor.“

Zahlreiche Angebote unterstützen Unternehmen dabei, Menschen mit Behinderung einzustellen und zu beschäftigen: Von finanziellen Förderungen über Beratungsprogramme hin zu praktischen Hilfen bei der barrierefreien Arbeitsplatzgestaltung. Die Potenziale sind vorhanden – sie müssen aber auch genutzt werden.

*Unternehmen mit 20 Mitarbeiter*innen und mehr sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung zu vergeben.

Bildmaterial und Zusatzinformationen zum Inklusionsbarometer Arbeit

In unserem Pressezentrum unter www.aktion-mensch.de/presse finden Sie

  • die vollständige Studie „Inklusionsbarometer Arbeit 2025“
  • Pressemitteilungen mit Auswertungen für Baden-Württemberg, Bayern, Hessen,
    Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie Ostdeutschland
  • weiterführende Statements von Christina Marx und Julia Ehlert-Hoshmand, Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute
  • Bildmaterial und Grafik

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit Christina Marx und Julia Ehlert-Hoshmand sowie Protagonist*innen in Ihrer Region, die von ihren persönlichen Erfahrungen berichten können.

Weitere Informationen finden Sie zudem unter www.aktion-mensch.de/inklusionsbarometer

Über das Inklusionsbarometer Arbeit

Seit 2013 erstellt das Handelsblatt Research Institute in Kooperation mit der Aktion Mensch jährlich das Inklusionsbarometer Arbeit. Basierend auf den jüngsten statistischen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Integrationsämter werden zehn Teilindikatoren ausgewertet. Diese geben Auskunft über den aktuellen Grad der Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Ziel ist es, Ansatzpunkte zu identifizieren, mit deren Hilfe Inklusion vorangetrieben werden kann.

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Über die Aktion Mensch

Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als fünf Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer*innen. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch www.aktion-mensch.de

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  • „Inklusion in Kita-Teams" - Verwendung nur im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Aktion Mensch -
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