Pressemitteilung —
Großwärmepumpe soll bis 2030 Lüneburgs Wärmenetz dekarbonisieren
Gemeinschaftsprojekt von Avacon Natur, AGL und Hansestadt Lüneburg erschließt eine neue klimafreundliche Wärmequelle für die Stadt
Die Avacon Natur GmbH (AVAN) treibt gemeinsam mit der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) und der Hansestadt Lüneburg die Umsetzung eines der bedeutendsten Wärmeprojekte der Region voran. Am Klärwerk Lüneburg soll künftig die im gereinigten Abwasser enthaltene Wärme genutzt, über eine Großwärmepumpenanlage auf Heizungstemperatur gebracht und in das Fernwärmenetz Lüneburg Mitte eingespeist werden. Avacon Natur investiert rund 34 Millionen Euro in die Anlage. Sie soll über die beantragte Bundesförderung für effiziente Wärmenetze vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert werden. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2030 geplant.
Mit einer geplanten Wärmeleistung von rund zehn Megawatt und einer jährlichen Wärmeerzeugung von etwa 54 Gigawattstunden wird die Anlage einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten. Nach aktuellen Berechnungen kann die Nutzung der Abwasserwärme bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz Lüneburg Mitte decken.
„Die Wärmewende braucht innovative Lösungen, starke Partnerschaften und die intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen. Gemeinsam mit der AGL und der Hansestadt Lüneburg machen wir die im Abwasser enthaltene Wärme für die Menschen vor Ort nutzbar. So erschließen wir ein bislang ungenutztes Potenzial für eine sichere, klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung und treiben die Dekarbonisierung der Region aktiv voran“, fasst Torsten Hausmann, Geschäftsführer der Avacon Natur GmbH, die Bedeutung des Projekts zusammen.
Das Fernwärmenetz Lüneburg Mitte wird mit diesem Projekt um eine langfristig verfügbare und verlässliche Abwärmequelle ergänzt. Dadurch steigen die Anteile erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme in der Wärmeerzeugung, während CO₂-Emissionen reduziert werden. Zudem soll das Projekt dazu beitragen, eine klimafreundliche Wärmeversorgung langfristig kosteneffizient sicherzustellen.
„Technisch funktioniert die Anlage vergleichbar mit einem umgekehrten Kühlschrank. Dem gereinigten Abwasser wird über Wärmetauscher zunächst Wärme entzogen. Anschließend hebt die Großwärmepumpe dieses Temperaturniveau auf rund 95 Grad Celsius an, sodass die Energie in das Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Der Klärprozess bleibt dabei vollständig unbeeinträchtigt. Auf diese Weise machen wir aus einer bisher ungenutzten Ressource eine klimafreundliche Wärmequelle für Tausende Haushalte und Gewerbekunden in Lüneburg“, erläutert Dr. Johannes Voges, Projektleiter bei Avacon Natur.
Für die technische Umsetzung plant Avacon Natur den Bau einer Energiezentrale mit zwei Großwärmepumpen, die jeweils rund 5,2 Megawatt Heizleistung erbringen. Die gewonnene Wärme soll zukünftig über eine neue Fernwärmetrasse in das bestehende Netz Lüneburg Mitte eingespeist werden. Die Anlage wird so geplant, dass eine spätere Integration weiterer Ausbaustufen der Kläranlage berücksichtigt werden kann.
Der Projektzeitplan sieht derzeit die Fortführung der Planungs- und Genehmigungsphase bis Ende 2026 vor. Der Baubeginn ist für 2027 geplant. Anschließend folgen die Errichtung der Anlagentechnik sowie die Anbindung an das Fernwärmenetz. Nach Testbetrieb und Abnahme soll die Anlage Anfang 2030 offiziell in Betrieb gehen.
Mit dem Vorhaben setzen die Kooperationspartner Avacon Natur, die AGL und die Hansestadt Lüneburg ein starkes Zeichen für die lokale Energiewende und schaffen eine nachhaltige Grundlage für die klimafreundliche Wärmeversorgung der kommenden Jahrzehnte.
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