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Jahresrückblick Pharmaunternehmen, Teil 2: Aufschwung bei den Sozialen Netzwerken, aber viel Schein und wenig Sein

Bild 1 Überblick zur Präsenz der Pharmanunternehmen bei den Sozialen Netzwerken seit 2011

Zum Ende eines Jahres ist es geschätzer Brauch die wichtigsten Ereignisse nochmals in Erinnerung zu wecken und das Jahr in seiner Entwicklung zusammenzufassen und zu bewerten.Im Teil 1 wurde dies bereits für die Angebotspräsenz und -qualität betrachtet, nun folgt der Aspekt der Erreichbarkeit der Zielgruppen.

Dieser Betrachtungswinkel legt den besonderen Augenmerk auf die Bewertung der Popularität eines Anbieters, also die Reichweite seiner Websites bzw. der Nutzerzuspruch. Die 3. Kennzahl Popularität / SNW bei der Benchmarkstudie Pharmaunternehmen im Internet 2014 umfasste die Messung der Popularität bei den Suchmaschinen und die Präsenz bei den Sozialen Netzwerke sowie das Angebot an Apps.

Während die Entwicklung bei den Websites der Pharmaunternehmen, wie im Teil1 beschrieben, oft die Bezeichnung “offline“ verdiente, gab sich bei der dritten Kennzahl Popularität & SNW erfreulicheres zu berichten. Dies hängt vor allem mit der Dynamik bei der Präsenz in den Sozialen Netzwerken (SNW) zusammen. Wie im Vorjahr ist der stetige Zuwachs bei den Netzwerken Facebook, Twitter und YouTube auch 2014 ungebrochen. Waren 2012 hier nur 70 neue Angebote zu verzeichnen, waren es 2013 bereits 121 und 2014 über 140. Die Anzahl hat sich damit verdoppelt, allerdings sind auch hier bereits erhebliche Abgänge zu verzeichnen. 2014 wurden insgesamt 30 Angebote, vor allem bei Facebook, wieder eingestellt, das entspricht somit über 20 Prozent.

Bild 1 Überblick zur Präsenz der Pharmanunternehmen bei den Sozialen Netzwerken seit 2011

Schwerpunkt der neuen Angebote war die Präsenz bei Facebook gefolgt von Youtube und Twitter. Hatte Facebook allerdings einen Anteil von fast 50 Prozent in den letzten Jahren reduzierte er sich 2014 auf 34 %, hingegen stieg der Anteil von Google+ gewaltig auf 24 % (in den Vorjahren unter 3 Prozent). So erfreulich das Egagement der Pharmaunternehmen bei den Sozialen Netzwerken ist, so ernüchtern die tatsächliche Resonanz bei den Zielgruppen. Ausser einigen Sonderfällen, zumeist OTC-Hersteller, ist die Reichweite durchweg mittelmässig bis traurig. Zu den Highlight gehört Beiersdorf mit Nivea mit über 16 Millionen Fans oder Oral-B von Procter & Gamble (beide eher dem Consumerbereich zuzuordnen). Am unteren Ende stehen aber auch DR. KADE Pharma mit 96, Dr.R.Pfleger mit 86 oder NanoRepro (OvuQUICK Eisprungtest) mit 12 Fans. Schlusslicht ist SYGNIS Pharma mit 4 Fans (Frage hierbei: ist das Management selbst nicht Fan ?, dann käme wenigsten ein Dutzend zusammen). Ähnlich ist das Bild bei Twitter und YouTube.

Dazu kommt, dass über die Hälfte aller Pharmaunternehmen in keinen der 3 grossen Sozialen Netzwerken derzeit vertreten ist. Führend sind hier vor allem die Grossen der Branche, allen voran die OTC-Hersteller wie Johnson & Johnson, das mit 30 Netz-Angebote herausragt. Allein 10 Facebook-Seiten bestehen, u.a. für die Produkte bebe Young Care, bebe MORE oder Neutrogena, alle mit überdurchschnittlichen Nutzerzahlen. Auch Klosterfrau, Dr. Wolff und Beiersdorf haben sind mit 8 bis 11 Angeboten noch stark im Rennen und haben den Schwerpunkt bei YouTube. Die verschreibungspflichtigen Hersteller tun sich bei den Sozialen Netzwerken durchaus schwerer, sie segeln mit dem Nutzerinteresse alle im flauen Wind. Hier steuert Bayer Vital mit derzeit 13 Netz-Angebote (6 davon bei Facebook), hinzu kommen 10 Apps, eindeutig voraus. Platz 2 belegen Boehringer Ingelheim und Sanofi-Aventis mit 9 und Platz 3 B. Braun Melsungen mit 8 Präzenzen, jeweils mit Schwerpunkt Facebook.

Das mobile Zeitalter ist derzeit geprägt geprägt von Smartphones und in deren Windschatten den Apps. Darum verwundert es nicht, wenn die Apps-Angebote jährlich zunehmen. Wurden 2011 erst 26 Apps von den Pharmaunternehmen angeboten, waren es in den nächsten Jahren bereits 35 bzw. 48 und steigerte sich 2014 stark auf 71 neue Apps. Ungefähr ein Drittel davon wendet sich an Fachkreise. Auch hier sind wie bei den Sozialen Netzwerken die selben Grossen der Branche bei der Realisierung führend, allen voraus B. Braun Melsungen mit 13 gezählten Apps, gefolgt von Bayer Vital. Danach folgen GlaxoSmithKline, Sanofi-Aventis und Novartis mit 7 bis 9 bereitgestellten Apps.

Siehe Bild 2 Textende  Ergebnis Indikations-Ranking - Quelle: Benchmark-Studie Phar..

Als weiteres Kritierium für die Kennzahl Popularität wurde die Link Popularität als Indikator für die Webpräsenz der Internetangebote verwendet. Naturgemäß ist hier der Kreis der Marktführer vertreten, deren Homepages und Themensites einen grösseren Bekanntheits- und Nutzungsgrad weisen. Spitzenreiter der Link Popularität waren beim letztjährigen Benchmarking zumeist die Marktführer wie GlaxoSmithKline, Bayer Vital, Merz Pharma gefolgt von Hexal und Roche. Bei den Spitzenplätzen gab es kaum Veränderungen bei der Webpräsenz.

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  • Bild 2 Ergebnis Indikations-Ranking - Quelle: Benchmark-Studie Pharma 2014
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