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In sechs Schritten zum erfolgreichen Responsive Webdesign(er)
Responsive Webdesign ist schon lange kein Trend mehr, sondern eine Unerlässlichkeit, die eng mit der Digiconomy, also der zunehmenden Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten auf den Online-Markt, zusammenhängt. Vereinfacht dargestellt, könnte man unter Responsive Webdesign nur das Zusammenspiel von technischen Komponenten verstehen, doch es verbirgt sich weit mehr dahinter. Vor allem für erfahrene und traditionell arbeitende Webdesigner ist ein Umdenken bei der technischen Umsetzung vonnöten, da Responsive Webdesign eine neue Sicht auf Inhalte und ein neues Vorgehensmodell voraussetzt.
Der prosperierende Mobilmarkt zeigt gerade aus Usability-Sicht eine starke Abhängigkeit von den technischen Komponenten des Responsive Web. Der Trend bewegt sich immer mehr hin zur Nutzung der unterschiedlichen Mobile Devices. Umso mehr verwundert es, dass viele Firmenwebsites gerade in dieser Hinsicht noch immer erheblichen Nachholbedarf aufweisen, wie der BVDW unlängst feststellte. Da Responsive Webdesign nicht einfach ein themenerweiternder Trend ist, sondern eine gänzlich neue Sichtweise, kommt es aufgrund von mangelndem Verständnis oft nur zur Vermischung von Begrifflichkeiten und zu falschen Herangehensweisen.
Als Abteilungsleiter Webdesign und Creative Director der esc mediagroup gebe ich deshalb gerne folgende Tipps, wie Responsive Webdesign mit wenigen Schritten erfolgreich gestaltet und umgesetzt werden kann und was dabei beachtet werden muss:
Schritt 1: Analyse
Zunächst ist eine umfangreiche Kunden- und Marktanalyse durchzuführen. Dabei muss erörtert werden,
welche Wünsche und Vorstellungen der Kunde hat und welches Ergebnis er sich aus
dem Projekt verspricht. Ebenso wichtig ist die Definition der Zielgruppe, auf die das Endprodukt zugeschnitten
sein soll. Zudem steht eine ausgiebige Konkurrenzanalyse
an. Dabei geht es vor allem darum, die Konzepte und Umsetzungen konkurrierender
Produkte zu analysieren und anschließend ein besseres Ergebnis zu erzielen. Der
sich permanent entwickelnde Markt muss daher kontinuierlich beobachtet werden,
um aufkommende Trends und alternative Vorgehensweisen von Konkurrenten im Blick
zu behalten.
Schritt 2: Content Strategie
Als
Erstes wird der Content für die
Website gesammelt und bewertet, ganz nach dem Motto „Content first“. Den Inhalten sollte auch im Responsive Webdesign grundsätzlich
viel Zeit gewidmet werden, da sie einen essentiellen Faktor für den Erfolg einer
Website darstellen. Auf der einen Seite muss es sich um Unique Content handeln, auf der anderen Seite muss der Text für
jeden Leser verständlich geschrieben sein. An diesem Spagat scheitern einige
unerfahrene Contentwriter, die dem eigentlichen Inhalt nicht genügend Bedeutung
beimessen. Gerade vor dem SEO-Hintergrund, insbesondere wegen der Auffindbarkeit
und dem Ranking auf Google,
sollte komplett auf Duplicated Content
verzichtet werden.
Schritt 3: Moodboard
Das Moodboard bezeichnet eine leere (digitale) Leinwand, die der graphische
Künstler nun füllen darf. In diesem Schritt erfolgt die Illustration des
visuellen Stils. Es wird ein erster Look
der Website kreiert, indem einzelne Elemente wie Farben, Bilder und Überschriften durchprobiert werden. Die optische Komponente ist besonders wichtig: Sie sticht dem User zuerst ins
Auge und sollte deshalb wohlüberlegt sein. Im Bereich der Farbelemente muss immer wieder nachgearbeitet werden, um mit der
Zeit gehen zu können. Das Moodboard
sollte nicht als fertiges Layout
gesehen werden, sondern als Darstellungsobjekt, auf dem man kreative Elemente
ausprobieren kann und das keineswegs als Endprodukt gilt.
Schritt 4: Usability
Die Usability umfasst viele
Faktoren, die vor allem im Bereich der Suchmaschinenoptimierung
bedeutend sind. Zuallererst sollte eine Website dem User ein bequemes und nicht
zu umständliches Lesen und Bedienen ermöglichen. Entsprechend sollte die
Gestaltung einer Website auf den Grundsatz der Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sein. Auch die Navigation auf der Seite sollte so
übersichtlich angeordnet werden, dass sich User problemlos zurechtfinden
können. Denn ein barrierefreier Zugang
ermöglicht nicht nur Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine
vereinfachte Nutzung der Seite, sondern bringt auch Vorteile im Google Ranking.
Schritt 5: Umsetzung
Ein auf Responsive Web basierendes Webseitenprojekt ist meist nur im Team umsetzbar: Je nach Budget und
Umfang der geplanten Webseite sind zumindest ein Webdesigner, ein Programmierer
und ein Projektmanager erforderlich.
Eher selten, dass eine Einzelperson in allen drei Bereichen Experte ist. Grundlage
für die technische Umsetzung sind umfassende Kenntnisse in den
Programmiersprachen HTML5 und CSS3. HTML5 hat Adobe Flash
als Animationsprogramm verdrängt und ist beim Responsive Web nicht nur State of the Art, sondern
unverzichtbar. Ebenso essentiell ist CSS3,
das bei der Websiteformatierung deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten
bietet. Best-Practice Beispiele dafür liefert das von mir sehr geschätzte
Tutorial Video2Brain,
das die Grundlage für die Responsive
Web-Demoversion auf unserer Webseite
bildete.
Schritt 6: Testing /
Reporting
Unterm Strich muss ein Reponsive Webdesign Projekt als kontinuierlicher
Prozess gesehen werden, der eines ständigen Testings bedarf. Sowohl das Testing des Inhaltes in Bezug auf Menge und Verhältnis, als auch das Testen auf den realen Endgeräten wie Smartphones und Tablets muss
laufend durchgeführt werden. Neben dem Testing sollte zudem ein Fokus auf das Reporting gelegt werden. Wöchentliche
Berichte von Entwürfen zeigen dem Kunden, dass ein Arbeitsfortschritt zu
erkennen ist. So ist in jeder Arbeitsphase die für den Kunden nötige Transparenz bei der Kostenkontrolle
gewährleistet.
Beachtet man diese sechs Schritte, ist Responsive Webdesign als Gesamtprojekt jederzeit erfolgreich umsetz- und einsetzbar. Für weitere Fragen und eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema stehe ich gerne zur Verfügung.
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