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Weiß worauf es ankommt: Natalie Dunne ist Recruiterin bei dem HdWM-Partnerunternehmen Michelin.
Weiß worauf es ankommt: Natalie Dunne ist Recruiterin bei dem HdWM-Partnerunternehmen Michelin.

Blog-Eintrag -

Die Mythen der Personaler: 10 Punkte auf die es in der Bewerbung wirklich ankommt

Mythos 1: Wenn nicht alle Anforderungen erfüllt sind, hat eine Bewerbung keinen Sinn

Natalie Dunne:

Nein. Auch wenn man selbst nicht alle Anforderungen erfüllt, sollte man sich dennoch bewerben. Die Kern Anforderungen sollten schon erfüllt sein, wenn K.O. Kriterien genannt sind (z.B. fließende Sprachkenntnisse), sollte darauf geachtet werden und sich nicht beworben werden. Ansonsten auch das Anschreiben genutzt werden, um darauf hinzuweisen, warum man sich trotz vermeintlich fehlender Eignung gerade auf diese Stelle bewirbt. Wichtig ist, dass der/die zukünftige Bewerber*in zum Unternehmen passt und natürlich auch auf die Stelle. Gerade Soft Skills spielen hier eine große Rolle. Deshalb: immer lieber einmal mehr versuchen als sich nicht zu bewerben.


Mythos 2: Man muss die gesamte Firmengeschichte beim Bewerbungsgespräch auswendig können

Natalie Dunne:

Nein, muss man natürlich nicht. Es ist im Gespräch eher anstrengend, wenn der Bewerber auswendig gelernte Details runterbetet. Wichtiger sind aktuelle Themen des Unternehmens und der Branche zu kennen: Zukunftstrends, neueste Pressemeldungen, was ist auf der Homepage gerade aktuell, was steht in der Presse über das Marktumfeld.

Es ist es schön zu sehen, wenn sich jemand mit dem Unternehmen, den Werten und der Geschichte auseinandergesetzt hat. Ein paar Gründe/Fakten sollte man sich schon vorher überlegt haben. Aber nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für sich – schließlich sollte man sich mit der Firma identifizieren und sich eine längerfristige Zusammenarbeit vorstellen können.


Mythos 3: Wenn sich der/die Personaler*in nicht nach ein, zwei Tagen nach dem Gespräch meldet, ist das ein schlechtes Omen

Natalie Dunne:

Absolut nicht. Ein Bewerbungsverfahren braucht vor allem eins: Zeit und die ist relativ. Meistens werden gleich mehrere Gespräche innerhalb einer Woche geführt. Von daher: Immer die Ruhe bewahren und abwarten. Ich gebe den Bewerbern immer einen Zeithorizont vor, in dem ich mich melden werde und melde mich dann auch verbindlich. Ich rufe eigentlich nie schon nach 1-2 Tagen an.


Mythos 4: Initiativbewerbungen landen bei Unternehmen sofort in dem Papierkorb

Natalie Dunne:

Nein, aber es ist wirklich schwierig, sie nachzuhalten und ggf. im rechten Moment wieder zur Hand zu haben, wenn eine passende Stelle frei wird. Zumal es klare Vorgaben gibt, wie lange wir als Unternehmen Lebensläufe speichern dürfen. Besser ist es, sich gezielt auf Stellen zu bewerben, die auch aktuell ausgeschrieben sind, und für diese spezifische Stelle seine Eignung und Interesse im Anschreiben zu erklären.


Mythos 5: Zu viele Jobwechsel wirken sprunghaft

Natalie Dunne:

Das ist tatsächlich so. Manche Bewerber schreiben in den Lebenslauf bereits den Grund für den Wechsel rein (z.B. Befristung oder Insolvenz) – das finde ich hilfreich. Wenn bisher immer nach 2-3 Jahren der Job gewechselt wurde, liegt die Vermutung nahe, dass es bei unserer Anstellung auch nicht anders wäre. Eine gewisse Beständigkeit wirkt positiv, schließlich möchte man niemanden einstellen, der nach zwei Monaten wieder das Handtuch wirft. Wenn häufige Wechsel allerdings bereits im Lebenslauf oder spätestens im Anschreiben proaktiv erklärt werden, wirkt sich das auf jeden Fall positiv aus.


Mythos 6: Niemanden interessiert die Präsentation der Bewerber*innen in den sozialen Medien

Natalie Dunne:

Das wird immer wichtiger. Und ist abhängig von der Position. Bei der Einstellung von einem Social Media Manager ist eine gute Social Media Präsenz natürlich unerlässlich, bei anderen Positionen weniger.


Mythos 7: Bewerbungen bei anderen Unternehmen sollten geheim bleiben

Natalie Dunne:

Absolut nicht. Wir wissen, dass wir nicht alleine auf der Welt sind, und ich frage Bewerber oft, ob sie noch andere Bewerbungen laufen haben. Oft ist es interessant, auf welche Art von Branche/Unternehmen sie sich noch beworben haben oder ob sie in einem anderen Prozess schon weiter sind und wir uns ggf. mit unserer Entscheidung beeilen müssen.

Wichtig ist nur, dass die Bewerbung an sich an das richtige Unternehmen adressiert ist und man nicht aus Versehen ein falsches Unternehmen in den Bewerbungsunterlagen angibt.


Mythos 8: Das Anschreiben ist wichtiger als der Lebenslauf

Natalie Dunne:

Nein. Der Lebenslauf ist für mich wichtiger im ersten Schritt. Über 50% der Anschreiben enthalten nur den gleichen Inhalt wie der Lebenslauf, ergänzt um ein Paar Schlagworte. Oft fehlen Kündigungsfrist und Gehaltsvorstellung. Richtig gute Anschreiben helfen, dass ein(e) Kandidat*in hervorsticht. Für mich ist ein gutes Anschreiben individuell geschrieben, nimmt Bezug auf die Firma und die Stellenausschreibung, beschreibt Dinge, die nicht im Lebenslauf stehen, z.B. Wechselmotivation oder Gründe für vergangene Entscheidungen. Und gibt bestenfalls Einblicke in die Persönlichkeit des Bewerbenden! Für mich signalisiert das Anschreiben Interesse und zeigt, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Also lieber ein paar mehr Minuten reinstecken, als nur einen Lebenslauf zu senden.


Mythos 9: Der Lebenslauf muss auf eine A4-Seite passen

Natalie Dunne:

Nein. Es ist in vielen Ländern üblich, führt aber dazu, dass wahnsinnig viele Informationen in kleiner Schriftgröße auf eine Seite zusammengefasst werden und das Ganze nicht leserlich ist. Aber 8 Seiten Lebenslauf sollten es auch nicht sein! Man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren und bei vielen Jahren Berufserfahrung eher kürzen.


Mythos 10: Muttis sind out

Natalie Dunne:

Nein, absolut nicht. Michelin unterstützt familienfreundliche und flexible Arbeitsmodelle wie z.B. Teilzeit oder Jobsharing. Außerdem ist heutzutage über eine gute Mischung aus Präsenz und mobilem Arbeiten viel Flexibilität möglich, um Vätern und Müttern eine gute Life-Work Balance zu ermöglichen.


Was sind Ihre ultimativen Bewerbungstipps?

Natalie Dunne:

Ich finde es sehr hilfreich, wenn Bewerbende kurz die Unternehmen beschreiben, in denen sie bisher gearbeitet haben, sollten es nicht weitläufig bekannt sein. Ein Recruiter verliert wahnsinnig viel Zeit für das Googeln von Unternehmen! Wenn ein Foto verwendet wird (was kein muss ist!), dann bitte ein richtiges Bewerbungsfoto und kein Freizeitfoto. Kurz jede Station beschreiben, Wechselgründe gerne bereits im Lebenslauf kurz erwähnen. Kurzes Anschreiben mit den wichtigen Punkten: Was macht mich aus? Warum bewerbe ich mich gerade für diese Stelle, dieses Unternehmen? Warum will ich wechseln oder habe in der Vergangenheit gewechselt? Was ist mir wichtig?

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Janina Reichert

Janina Reichert

Pressekontakt Kommunikation und Marketing +49 (0)621 490 890-91

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Die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule im Herzen Mannheims. Seit 2011 bietet die HdWM praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge mit Managementschwerpunkt an. Um den Studierenden Praxis- und Auslandserfahrung zu ermöglichen, unterhält die HdWM ein breites Unternehmens- und Hochschulnetzwerk. Ein umfangreiches Weiterbildungsangebot erlaubt Fach- und Führungskräften lebenslanges Lernen und rundet das Bildungsangebot der HdWM ab. Das Lehrpersonal der HdWM verfügt über praktische Unternehmenserfahrung und beteiligt sich aktiv in der Forschung, z. B. in der digitalen Bildung, Gesundheit und Management sowie DevOps. Der Internationale Bund (IB) ist Mehrheitsgesellschafter und unterstützt die Hochschule durch seine jahrelange Expertise in der Gestaltung des Bildungsmarkts.

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