Pressemitteilung -
c’t-Magazin: Journalismus unter Druck
KI-Slop gefährdet Vertrauen
Hannover, 16. Februar 2026 – Die Glaubwürdigkeit des Journalismus gerät durch KI-generierte Inhalte zunehmend unter Druck, berichtet Europas führendes IT- und Technik-Magazin c’t. Manipulationen und versehentlich veröffentlichte Fake-Bilder nehmen zu. Mögliche Gegenmaßnahmen reichen von Gesetzesinitiativen bis hin zur Stärkung der Medienkompetenz.
„KI kann im Journalismus durchaus nützlich sein“, erklärt c’t-Redakteur Jo Bager. „Etwa bei automatisierten Börsennachrichten oder KI-Stimmen für Podcasts.“ Problematisch sei jedoch der zunehmende Missbrauch: „Anfang des Jahres veröffentlichten mehrere deutsche Zeitungen ein KI-generiertes Bild des angeblich festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro. Gleichzeitig fluten aber auch gezielte Desinformationskampagnen mit KI-Fakes das Netz.“
Eine Reuters-Studie belegt die Skepsis der Nutzer: 54 Prozent fühlen sich bei KI-generierten Nachrichten unwohl. Besonders problematisch sind die über 2.000 KI-generierten „Nachrichtenseiten“ ohne redaktionelle Kontrolle, die der Medienwächter NewsGuard identifiziert hat.
Die neue EU-KI-Verordnung verpflichtet zwar zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. „Das allein reicht aber nicht“, betont Bager. Redaktionen müssten ihren KI-Einsatz transparent machen und bessere Prüfmechanismen etablieren. „Automatisierte KI-Detektoren sind zu unzuverlässig. Journalisten müssen verdächtige Inhalte weiterhin manuell prüfen.“
Das Erkennen von KI-Slop wird zunehmend zur Herausforderung. Oft verraten sich KI-generierte Inhalte durch übertriebene Perfektion oder unrealistische Details. Bei Videos fallen oft unnatürliche Bewegungen auf, bei Bildern perspektivische Fehler oder inkonsistente Beleuchtung. Texte wirken oft glatt und generisch, ohne tiefere Einsichten zu bieten. Bager betont jedoch: „Mit fortschreitender KI-Technologie werden diese Anzeichen subtiler.“
Langfristig sei daher vor allem Medienkompetenz entscheidend. „In Schulen muss viel mehr Wert auf kritischen Medienkonsum gelegt werden“, fordert der c’t-Redakteur. „Nur so können wir zwischen legitimer KI-Nutzung und Manipulation unterscheiden lernen.“
In der aktuellen Artikelstrecke beleuchtet c’t weitere Aspekte des Themas: Wie Plattformen das Geschäft mit der KI-Müllproduktion gezielt anheizen, welche Formen KI-Slop annimmt und wie er Aufmerksamkeit auf sich zieht. Darüber hinaus analysiert das Magazin, warum das Problem mit bestehenden Gesetzen kaum zu bremsen ist. Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne den Inhalt zur Rezension.
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