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Satelliten-Empfangsschüssel

Pressemitteilung -

c’t-Magazin: Satelliten-Internet trotz Zensur

Starlink im Iran: Wie das Regime den Dienst stört

Hannover, 21. Januar 2026 ‒ Das iranische Regime hat das Internet im Land weitgehend abgeschaltet, um die Kommunikation der Protestbewegung zu unterbinden. Einer der wenigen verbliebenen digitalen Wege nach draußen führt über das Satelliten-Netzwerk Starlink von SpaceX. Europas größtes IT- und Technikmagazin c’t analysiert die technischen Hintergründe und erklärt, wie das System trotz Störversuchen des Regimes funktioniert.

SpaceX hat mit Starlink ein beeindruckendes Satellitennetzwerk aufgebaut, das mittlerweile über 9.500 aktive Satelliten im niedrigen Erdorbit in nur 550 Kilometern Höhe umfasst. „Das System bietet auch in abgelegenen Regionen schnelles Internet mit Geschwindigkeiten zwischen 150 und 400 Mbit/s“, erklärt c't-Redakteur Andrijan Möcker. Obwohl Starlink im Iran offiziell verboten ist, nutzen nach Angaben der US-Organisation Holistic Resilience rund 50.000 Menschen im Land den Dienst über geschmuggelte Terminals.

Der technische Clou von Starlink sind die sogenannten phasengesteuerten Gruppenantennen, die SpaceX massentauglich gemacht hat. Diese Phased-Array-Antennenbestehen aus bis zu 1.500 einzelnen Antennenelementen ohne bewegliche Teile, die so angesteuert werden, dass sich ihre Signale in der gewünschten Richtung verstärken. „Anders als bei herkömmlichen Satellitenschüsseln müssen die Antennen nicht mehr exakt ausgerichtet werden“, erläutert Möcker. „Die Empfangseinheit findet die Satelliten automatisch und verfolgt sie elektronisch.“ Das funktioniert sowohl für den Empfang als auch für das Sendenvon Signalen.

Die Satelliten kreisen in nur 550 Kilometern Höhe, was deutlich kürzere Signallaufzeiten als bei klassischen ermöglicht. „Statt der bei geostationären Satelliten üblichen 120 Millisekunden beträgt die Latenz bei Starlink nur etwa 2 Millisekunden", so der c’t-Redakteur.

Seit dem 13. Januar stellt SpaceX den Dienst für iranische Nutzer kostenfreizur Verfügung. Allerdings gehen diese ein hohes persönliches Risiko ein, denn die Starlink-Nutzung steht im Iran bereits seit Ende Juni 2025 unter Strafe. Außerdem stört das iranische Regime den Starlink-Empfang seit einiger Zeit. Wahrscheinlich haben die Sicherheitsdienste in Ballungsräumen Störsenderauf höheren Gebäuden installiert, die das Starlink-Signal zumindest im Umkreis von einigen Hundert bis wenigen Tausend Metern erheblich beeinträchtigen.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nutzt das Regime außerdem GNSS-Spoofing, erklärt der c’t-Redakteur. Dabei manipuliert man entweder die Signallaufzeit und damit die Positionsbestimmung, oder gaukelt sogar ein ganzes Satellitennetzwerk vor, was zu extremen Positionsabweichungenführt. Die nötige Spoofer-Hardware können Regierungen preiswert in China bestellen.

Es gibt einige einfache Maßnahmen gegen solche Störsignale, etwa eine Grube, in die man das Starlink-Terminal stellt. Diese Methode ist bereits in der Ukraine im Einsatz. Außerdem können Alufolie, Plastikkanister oder Holzkisten helfen, die Störsignale abzuschwächen.

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