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Pressemitteilung

HANNAH ARENDT TAGE bei heise

Wer denkt künftig für uns?

Hannover, 19. August 2026 – Künstliche Intelligenz verändert unser Verständnis von Wissen und Wahrheit grundlegend. Bei einer Podiumsdiskussion am 23. September im heise-Headquarter in Hannover diskutieren Fachleute, ob kritisches Denken und Urteilskraft eine Zukunft haben – oder ob wir mit dem Denken auch die Verantwortung für unser Handeln an Maschinen abgeben. Der Eintritt zur Veranstaltung um 18.00 Uhr ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Veranstaltung ist Teil der 29. HANNAH ARENDT TAGE Hannover, die vom 22. bis 26. September unter dem Motto „stop and think“ stattfinden. Die politische Theoretikerin Hannah Arendt verstand Denken als Zwiesprache mit sich selbst – als Mittel, um Wissensbestände zu hinterfragen und die eigene Urteilskraft zu schärfen. „Wenngleich Hannah Arendt KI nicht erahnen konnte, scheinen ihre Schriften einen geradezu vorausschauenden Blick auf die Problematiken des Umgangs mit künstlicher Intelligenz zu werfen“, heißt es in der Ankündigung.

Professorin Judith Simon von der Universität Hamburg, die bis 2026 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats war, diskutiert mit Professor Marius Lindauer vom Institut für KI der Leibniz Universität Hannover und Dr. Volker Zota, Chefredakteur von heise online, über die Frage: Haben kritisches Reflektieren, Zweifeln und das Aushalten von Widersprüchen noch eine Zukunft? Die Moderation übernimmt Milena Neumes.

Algorithmen prägen bereits heute die Gesellschaft. Doch was passiert, wenn Menschen – statt selbst nachzudenken – das Denken auslagern? „Wie formt die algorithmische Rationalität das, was Hannah Arendt als Denktätigkeit bezeichnet?“, fragt das Diskussionsforum. Die Veranstaltung beleuchtet, wie sich mit künstlicher Intelligenz das Denken dennoch lebendig gestalten und die Selbstwirksamkeit stärken lässt.

Die HANNAH ARENDT TAGE erinnern jährlich an die 1906 in Hannover-Linden geborene Politiktheoretikerin. Ihr Werk bietet Impulse für gesellschaftliche Debatten – besonders in Zeiten, in denen autoritäre Systeme erstarken. Zum 120. Geburtstag Arendts und 75 Jahre nach Erscheinen ihres Hauptwerks „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ (1951) steht die Frage im Mittelpunkt, wie Freiheit und Demokratie zu schützen sind.

Das Programm umfasst neben der KI-Diskussion weitere Formate: Professor Roger Berkowitz vom Hannah-Arendt-Zentrum in New York eröffnet die Reihe am 22. September mit einem Vortrag über die Kraft der Freundschaft. Am 25. September zeigt das Schauspiel Hannover einen performativen Rundgang durch die Graphic Novel „Die drei Leben der Hannah Arendt“ von Ken Krimstein. Die Abschlussveranstaltung am 26. September im Schloss Herrenhausen fragt nach der Sehnsucht nach autoritärer Führung in demokratischen Gesellschaften.

„Mit dem Hannah-Arendt-Zentrum wollen wir zukünftig enger zusammenarbeiten, vor allem mit Blick auf Angebote für eine junge Zielgruppe“, erklärt Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Die Veranstaltungsreihe wird von der VolkswagenStiftung und heise online gefördert. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion am 23. September um 18.00 Uhr ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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