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Pressemitteilung

heise online: Europäische KI-Alternativen im Überblick

Wege aus der Abhängigkeit von US-KI

Hannover, 17. Juni 2026 – Die US-Regierung hat ausländischen Nutzenden den Zugriff auf die Anthropic-Modelle Fable 5 und Mythos 5 untersagt – ein Weckruf für europäische Unternehmen, die ihre Abhängigkeit von Big-Tech-KI verringern wollen. Bereits vor der aktuellen Sperrung hat heise online datenschutzfreundliche Chatbots und aussichtsreiche Start-ups aus Europa analysiert, die als Alternative infrage kommen.

Auslöser der jüngsten Debatte ist die kurzfristige weltweite Abschaltung der US-amerikanischen Anthropic-Modelle Fable 5 und Mythos 5 auf Anweisung des Weißen Hauses. „Mit der jetzigen Argumentation der US-Regierung ließe sich nahezu jedes KI-Modell der Welt verbieten“, kommentiert heise-online-Redakteur Niklas Engelking. Für Unternehmen zeige der Vorgang, wie schnell der Zugriff auf wichtige Werkzeuge wegbrechen könne. Sein Rat: Wer KI-Agenten in die eigene Organisation bringt, sollte mehrere Modelle einsetzen und europäische Anbieter zumindest für einzelne Arbeitsschritte einplanen.

Drei datenschutzfreundliche Chatbots aus Europa hat heise online untersucht: Le Chat des französischen Anbieters Mistral bietet auch in der kostenlosen Version Websuche, Bilderzeugung, agentische Funktionen über sogenannte Konnektoren zu Diensten wie Github oder Outlook sowie individuell Systemprompts. Wer Trainingsdaten sperren möchte, findet eine entsprechende Opt-out-Funktion. In Coding- und Mathematikaufgaben überzeugte Le Chat, bei der Websuche schnitt es am besten ab.

Der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak bündelt mit Euria einen Chatbot mit E-Mail-Postfach und Cloudspeicher zur kSuite. Alle Server stehen in der Schweiz, die verwendeten Open-Weight-Modelle laufen laut Anbieter lokal. Ein temporärer Modus speichert weder Gespräche noch Logs. Lumo vom Schweizer Anbieter Proton verspricht eine Zero-Access-Architektur, bei der nicht einmal Proton auf Inhalte zugreifen kann. Der Chatbot bearbeitet Textaufgaben zuverlässig, kann aber keine Bilder lesen oder Dateien erstellen.

Ein Blick auf die Start-up-Szene zeigt, dass Europa bei KI auch eigene Stärken aufbaut: 2025 flossen rund 23,5 Milliarden Euro in europäische KI-Unternehmen. Mistral aus Paris gilt mit einer Bewertung von 11,7 Milliarden Euro als wertvollstes KI-Start-up des Kontinents.

Mit alternativen Chatbots und einer wachsenden Auswahl an europäischen Modellen haben Unternehmen und Privatnutzer heute konkrete Werkzeuge an der Hand, um sich unabhängiger von US-Anbietern aufzustellen – und so das Risiko einer plötzlichen Abschaltung zu verringern.

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