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Cover iX 2/2026

Pressemitteilung -

iX-Magazin: Sicherheitslücken in SAP-Systemen

Designschwächen gefährden Unternehmensdaten

Hannover, 23. Januar 2026 – Obwohl SAP die weltweit führende Unternehmenssoftware ist, hinken die Sicherheitsmaßnahmen in den meisten Firmen deutlich hinter denen anderer Systeme her. Das IT-Profimagazin iX warnt in Ausgabe 2/2026 vor den Risiken der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP und betont die Wichtigkeit frühzeitiger Malware-Erkennung.

ABAP (Advanced Business Application Programming) ist die Grundlage aller SAP-Systeme. ABAP kann sich selbstständig die Rechte beschaffen, die es für seine Aufgaben benötigt. „Diese Stärke ist gleichzeitig seine größte Schwäche“, erläutert iX-Redakteurin Ute Roos. „Denn was ABAP kann, können auch Angreifer ausnutzen.“

Mehr als 480.000 Unternehmen weltweit vertrauen ihre Geschäftsprozesse SAP an, wobei ABAP-Programme vollständigen Zugriff auf alle Geschäftsdaten haben. „Eine ABAP-Malware könnte sensible Informationen manipulieren, löschen oder verschlüsseln“, warnt Roos. „Besonders tückisch ist, dass der als Quellcode ausgelieferte ABAP-Code in der SAP-Datenbank gespeichert wird und sich so automatisch in alle künftigen Backups einnistet.“

Die Gefährdung reicht weit über einzelne SAP-Server hinaus: Eine ABAP-Malware könnte vom Server aus gleichzeitig die Betriebssysteme der mit SAP GUI angemeldeten Nutzer angreifen und sogar Fertigungssysteme infiltrieren. „Die größte Herausforderung dabei ist die Entfernung der Malware aus infizierten Backups“, warnt Roos.

„Verteidigung ist die beste Prävention“, betont die IT-Security-Expertin. „ABAP-Malware muss durch geeignete Maßnahmen möglichst früh entdeckt werden. Denn ist sie erst einmal im System, wird man sie fast nicht wieder los.“ Als Schutzmaßnahmen empfiehlt die Expertin, mit einem Malware-Scanner nach ABAP-Malware zu suchen, extern gelieferten Code vor dem Aufspielen auf isolierten Systemen zu prüfen und ein umfassendes Event-Monitoring einzurichten, um eine Ausbreitung der Malware zu verhindern.

Roos warnt jedoch vor einem Vertrauensverlust: „Selbst nach erfolgreicher Entfernung bleibt die Frage, ob man ein einmal infiziertes SAP-System überhaupt weiterbetreiben will.“

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