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Cover MIT Technology Review 1/2026

Pressemitteilung -

MIT Technology Review: Drohnenabwehr im Fokus

KI und Laser gegen fliegende Spione

Hannover, 18. Dezember 2025 ‒ Die zunehmende Bedrohung durch zivile Drohnen erfordert neue Abwehrsysteme. Das Wissenschaftsmagazin MIT Technology Review berichtet in Ausgabe 1/2026 über Technologien wie KI-gestützte Sensoren und Hochleistungslaser, die Drohnen frühzeitig erkennen und unschädlich machen sollen. Experten sehen jedoch noch Herausforderungen bei der flächendeckenden Umsetzung.

„Zivile Drohnen stellen eine wachsende Gefahr für kritische Infrastrukturen und militärische Einrichtungen dar”, erklärt Wolfgang Stieler, Redakteur der MIT Technology Review. „Sie sind günstig, leicht verfügbar und können für Spionage oder Angriffe missbraucht werden.” Um dieser Bedrohung zu begegnen, entwickeln Forscher und Unternehmen neue Abwehrsysteme.

Das Fraunhofer-Institut FKIE hat mit dem Prototyp IDAS-Pro ein vielversprechendes System vorgestellt. Es kombiniert verschiedene Sensoren wie Funkscanner, Kameras und Radare, um Drohnen frühzeitig zu erkennen.„Wenn eine Drohne in wenigen Kilometern Entfernung detektiert wird, bleibt wenig Zeit zu handeln”, betont Hans Peter Stuch vom FKIE. Eine KI-Software fusioniert die Sensordaten und unterstützt bei der Entscheidung über Gegenmaßnahmen.

Als gängigste Abwehrmaßnahme gilt das Stören der Funkverbindung zwischen Drohne und Pilot. Sogenannte Jammer senden starke Signale, die das Steuersignal überlagern. „Unter günstigen Bedingungen können Jammer Reichweiten von über einem Kilometer erzielen”, erläutert Stuch. Allerdings funktioniert dies nicht bei autonomen oder kabelgesteuerten Drohnen.

Für solche Fälle entwickeln Militärs Hochleistungslaser. Das britische DragonFire-Systemkonnte kürzlich eine schnell fliegende Drohne abschießen ‒ zu Kosten von nur etwa 11 Euro pro Schuss. „Die Lasertechnologie hat sich unglaublich schnell entwickelt”, sagt Antanas Laurutis, CEO des Laser-Optik-Startups Altechna. Ein europäisches Konsortium arbeitet im TALOS-TWO-Projekt an einem eigenen Laser, der bis 2030 einsatzbereit sein soll.

Experten wie Claudia Major von der Stiftung Wissenschaft und Politik warnen jedoch davor, die Bedrohung zu überschätzen: „Die zentrale Rolle von Drohnen im Ukraine-Krieg lässt sich nicht automatisch auf einen möglichen NATO-Russland-Konflikt übertragen.” Dennoch zeigen Vorfälle wie Drohnensichtungen an Flughäfen, wie leicht kritische Infrastrukturen sabotiert werden können.

Die EU plant daher einen „Drohnenwall” an ihrer Ostgrenze, der bis Ende 2027 einsatzbereit sein soll. Neben der Abwehr könnte die Technologie laut Berichten auch zur Grenzsicherung genutzt werden. „Es gibt vielfältige Interessen, die das Thema auf der Tagesordnung halten werden”, resümiert Stieler.

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Die MIT Technology Review ist die deutsche Lizenzausgabe der US-amerikanischen Zeitschrift, die seit 130 Jahren am weltberühmten Massachusetts Institute of Technology in Boston erscheint. Als unabhängiges wissenschaftsjournalistisches Medium hat es sich die Marke zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Trends einem breiten Publikum zu vermitteln. MIT Technology Review gehört seit Januar 2024 zu yeebase media GmbH, einer Tochtergesellschaft von heise medien. Online-Artikel sind unter t3n zu lesen.

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