Pressemitteilung -
t3n-Magazin: Karsten Wildberger im Interview
KI und Infrastruktur: Digitalminister will mehr Tempo bei Umsetzung
Hannover, 1. April 2026 – Zehn Monate nach Amtsantritt zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine erste Bilanz: Die Dringlichkeit bei der Digitalisierung sei extrem hoch, doch der Aufbau funktionierender Strukturen brauche Zeit. Das sagte der Minister gegenüber dem Digitalmagazin t3n in einem Interview. Im Fokus des Gesprächs standen außerdem künstliche Intelligenz und die digitale Brieftasche.
„In der Situation, in der wir uns befinden, muss alles noch schneller gehen”, erklärt Wildberger im Gespräch mit den t3n-Chefredakteuren Luca Caracciolo und Marcel Romahn. Die Herausforderung sei dabei eine besondere: Anders als in anderen Politikfeldern fehle bei der Digitalisierung ein zentraler „Umsetzungsmuskel”. Der Bund könne nicht allein durchregieren, da viele Kompetenzen bei Ländern und Kommunen lägen.
Der Minister setzt auf vier bis fünf Durchbruchsprojekte, die Strukturen schaffen sollen, um künftig einfacher umzusetzen. Beim Glasfaserausbau beschleunige die Regierung die Planungs- und Genehmigungsverfahren, da dieser nun im überragenden öffentlichen Interesse liege. Wildberger adressiert zudem die Kupfer-Glas-Migration und sorgt dafür, dass Glasfaser nicht nur bis zum Gebäude, sondern auch in die Wohnungen gelegt wird. Der Datenaustausch mit Unternehmen solle verbessert werden, um Projekte besser steuern zu können.
Das neu geschaffene Digitalministerium steht vor der Aufgabe, nicht nur Gesetze zu erlassen, sondern parallel die nötige Infrastruktur für deren Umsetzung zu schaffen. Wildberger beschreibt das als Spannungsfeld zwischen hohem Energielevel und der Notwendigkeit, noch schneller zu werden. Die Dringlichkeit sei extrem hoch, gleichzeitig müsse der Umsetzungsmuskel erst aufgebaut und trainiert werden.
Ein zentrales Vorhaben ist die digitale Brieftasche, die bereits am 2. Januar 2027 starten soll. Wildberger betont dabei die Bedeutung konkreter Anwendungsfälle. Um die Fehler der E-Patientenakte zu vermeiden, setzt der Minister auf gute Usability und niedrige Einstiegshürden. Beim Thema künstliche Intelligenz positioniert sich Wildberger klar: Während er die Risiken der Technologie nicht verkennt, warnt er vor übermäßiger Regulierung in der Entwicklungsphase.
Das Ministerium konzentriert sich auf skalierbare Projekte, die langfristig wirken sollen. Dazu gehört auch die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um die föderale Struktur nicht als Hemmnis, sondern als Stärke zu nutzen. Der Minister zeigt sich trotz der Herausforderungen optimistisch: Das Energielevel sei deutlich gestiegen, die Themen kämen auf den Weg.
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