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Erstmaliger Nachweis von West-Nil-Virus im Landkreis Barnim

News   •   Sep 10, 2020 17:44 CEST

Foto: pixabay.com

Bei einem im Raum Ahrensfelde gefundenen Habicht wurde der nach dem namensgebenden Aufkommensort benannte West-Nil-Virus erstmals auch im Landkreis Barnim nachgewiesen.

Die anzeigepflichtige Tierseuche befällt hauptsächlich Vögel, wobei deren Infektion in den meisten Fällen symptomlos bleibt. Besonders empfänglich sind Sperlingsvögel (vor allem Rabenvögel), aber auch Greif- und Eulenvogelarten erkranken leicht. Bei diesen Arten kann es zu massiven Epidemien mit gehäuften Todesfällen kommen. Bisher ist kein seuchenhafter Verlauf erkennbar. Wirtschafts- und Nutzgeflügel gilt als weniger empfänglich.

Nachweise hierzulande sind bisher Zufallsbefunde, die beispielsweise bei verunfallten oder an anderen Erkrankungen verstorbenen Vögeln festgestellt werden, so auch beim Habicht in Ahrensfelde. Übertragen wird der Virus hauptsächlich durch Stechmücken.

Das Virus kann durch Mücken auch auf Pferde und Menschen übertragen werden. Bei beiden verläuft die Krankheit häufig symptomfrei oder nur mit einer leichten grippeähnlichen Symptomatik. Bei ca. 8 bis 10% können die Symptome jedoch gravierender sein, unter Umständen sogar tödlich. Das Gesundheitsamt betont, dass eine akute Gefährdung für die Bürger des Landkreises nicht besteht und das Virus bisher bei Menschen im Landkreis nicht nachgewiesen wurde.

Amtsveterinär Dr. Mielke: „Bei Pferden sieht das jedoch anders aus. Hier wurden in diesem Jahr schon mehrere Fälle in Berlin und Brandenburg festgestellt. Im Gegensatz zu anderen Tierarten gibt es beim Pferd glücklicherweise einen zugelassenen Impfstoff. Zwar wird sich mit dem Ende der Mückensaison eine mögliche Übertragung für dieses Jahr erledigen, anderseits zeigen die zunehmenden Befunde seit 2018, dass das Virus uns auch die kommenden Jahre beschäftigen wird. Ich rate daher den Pferdehaltern unseres Landkreises, ihre Tiere gegen das West-Nil-Virus impfen zu lassen."

Weitergehende Informationen:

Ursprünglich stammt das Virus aus Afrika und wurde 1937 im West-Nil-Distrikt in Uganda festgestellt. Mittlerweile kommt es weltweit auf allen Kontinenten vor. In Europa trat es in Frankreich Anfang der 1960er Jahre auf. In Deutschland wurde erstmals Ende August 2018 ein mit West-Nil-Virus infizierter Vogel identifiziert.

In Deutschland haben sich im August 2020 mindestens vier Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert. Wie die Ärztezeitung schreibt, handelte es sich dabei bislang ausnahmslos um Personen, die im Rahmen einer Blut- oder Plasmaspende positiv getestet wurden, also nicht wegen einer Erkrankung behandelt wurden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beschrieben.

Die ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKoVet) am Friedrich-Loeffler-Institut hat aktuell eine Impfempfehlung für Pferde für das Jahr 2020 herausgegeben.

Das Robert Koch Instituts sensibilisiert vor allem Ärzte für die Krankheit. Sie sollten vor allem im Sommer und Spätsommer und in Gebieten mit bekannter West-Nil-Virus-Zirkulation in Tieren vor allem im Osten Deutschland bei z.B. örtlichen Häufungen von Patienten mit Fieber unklaren Ursprungs (mit oder ohne Hautausschlag) eine entsprechende Diagnostik veranlassen.

Risikopersonen (ältere Menschen und/oder solche mit Vorerkrankungen) empfiehlt das RKI besonders in dieser Jahreszeit und in diesen Gebieten Schutz vor Mückenstichen(Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Mit-dem-West-Nil-Virus-in-Deutschland-angesteckt-412601.html).

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