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Fredrik Vikström von Olsson Parts führt vor dem Einwintern einen Schlauch in einen Volvo-Penta-Dieselmotor ein.
Fredrik Vikström, Produktentwickler bei Olsson Parts und begeisterter Bootsfahrer, erklärt Schritt für Schritt, wie er vorgeht – mit Tipps, die im Frühjahr Zeit und Reparaturen sparen.

Blog-Eintrag —

Bootsmotor einwintern – so geht’s Schritt für Schritt

Fredrik zeigt es an einem Boot mit Aquamatic-Z-Antrieb. Hat Ihr Boot einen Innenbordmotor mit Wendegetriebe und Wellenanlage, wird die Kühlwasserversorgung anders angeschlossen. Das Grundprinzip bleibt aber gleich.

Frostschutzgemisch durch den gesamten Seewasserkreislauf des Motors laufen lassen und das Motoröl wechseln, solange der Motor warm ist. Das ist der Kern einer guten Winterkonservierung. Fredrik Vikström, Produktentwickler bei Olsson Parts und begeisterter Bootsfahrer, erklärt Schritt für Schritt, wie er vorgeht – mit Tipps, die im Frühjahr Zeit und Reparaturen sparen.

Fredriks Methode beruht auf einem einfachen, geschlossenen Kreislauf. Der Motor saugt das Frostschutzgemisch aus einem Kanister auf der Badeplattform an. Das Gemisch tritt am Abgasbalg aus, wo ein handelsüblicher Abflussbogen es in eine Wanne unter dem Boot leitet. Von dort pumpt eine Lenzpumpe es zurück in den Kanister.

Warum nicht einfach den Spülschlauch direkt anschließen?
„Dann jagt man drei, vier Bar Druck direkt in den Motor, und das ist nicht besonders gut. Lieber die Seewasserpumpe selbst aus der Wanne ansaugen lassen, dann bestimmt sie den Druck.“

Spülen und Frostschutzgemisch durch den Motor laufen lassen
Fredrik beginnt mit Süßwasser und lässt den Motor eine Weile laufen, damit der Schmutz ausgespült wird. Dann gibt er das Frostschutzgemisch hinzu, das vor Temperaturen von −30 bis −40 °C schützen soll, und lässt es zirkulieren. Die erste Messung zeigt einen zu geringen Frostschutz. „Dann muss man mehr Glykol nachfüllen, noch eine Weile laufen lassen und erneut messen. So lange, bis man zufrieden ist. Hat das Boot zwei Motoren, reicht dasselbe Gemisch für beide. Danach den Aufbau zum zweiten Motor umsetzen und bei Bedarf Glykol nachfüllen, aber erneut messen, damit im Winter nichts einfriert. Das Glykol schützt außerdem vor Korrosion.“

Öl und Filter wechseln, solange der Motor warm ist
Wenn der Motor warm ist, nutzt Fredrik die Gelegenheit für den Ölwechsel. Er saugt das Motoröl mit einer Ölabsaugpumpe über das Ölmessstabrohr ab. Manche Motoren haben ein separates Ölabsaugrohr.
„Warmes Öl lässt sich viel leichter absaugen. Und der Motor bekommt für den Winter frisches Öl, das gut schützt. Ich wechsle auch den Ölfilter, die Kraftstofffilter – sowohl Fein- als auch Vorfilter – und den Luftfilter. Danach fülle ich neues Öl ein, starte den Motor wieder und lasse ihn eine Weile mit dem neuen Öl laufen.“

Muss der Z-Antrieb abgebaut werden?
Der Antrieb muss nicht abgebaut werden. Je nach Modell kann man ihn auch hochtrimmen, den Seewasserschlauch lösen und dort stattdessen den Schlauch für die externe Wasserversorgung anschließen. Fredrik baut seine Antriebe trotzdem jeden Herbst ab.
„Ich finde es angenehm, den Antrieb abzunehmen. Dann kann ich prüfen, ob die Faltenbälge heil und die Schläuche in Ordnung sind, gründlich reinigen und komme gut zum Lackieren heran. Ihn wieder anzubauen ist nicht kompliziert, vor allem nicht, wenn man es jedes Jahr macht und ordentlich einfettet. Ein passendes Service-Kit für den Antrieb enthält die wichtigsten Teile für die Wartung.“

Anoden kontrollieren
Nutzen Sie die Gelegenheit, die Anoden zu prüfen, solange der Antrieb abgebaut ist. Sie schützen den Antrieb vor Korrosion, indem sie sich nach und nach selbst auflösen. Verschlissene Anoden müssen ersetzt werden. Wählen Sie das Anodenmaterial entsprechend dem Gewässer und den Herstellervorgaben: Aluminium für Salz- und Brackwasser, Magnesium für Süßwasser. Bei manchen älteren Antrieben werden auch Zinkanoden für Salzwasser verwendet. Auch der Impeller sollte kontrolliert werden, doch damit wartet Fredrik meist bis zum Frühjahr.
„Jetzt lasse ich alles zu, weil Glykol im System ist.“

Die letzten Kontrollen vor der Winterpause
Zum Schluss geht Fredrik den restlichen Motor durch. Er prüft Riemen und Riemenspanner und achtet darauf, dass nichts leckt. Die Batterien lädt er voll, denn eine leere Batterie kann im Winter einfrieren. Fredrik empfiehlt, die Spannung etwa alle drei Monate zu prüfen. Außerdem prüft er den Frostschutz des Kühlmittels im geschlossenen Kühlkreislauf. Anschließend behandelt er geeignete äußere Metallflächen des Motors mit WD-40 als Korrosionsschutz.
„Das schützt, und der Motor glänzt obendrein schön“, sagt Fredrik.
Doch der Glanz ist nur ein Bonus. Ob der Motor den Winter übersteht, hängt von etwas anderem ab:

„Glykol durch das gesamte Seewassersystem laufen lassen, mit gutem Frostschutz, damit nichts einfriert. Und das Öl wechseln, solange der Motor warm ist.“


Sehen Sie sich das Video auf dem YouTube-Kanal von Olsson Parts an. Das Video ist auf Schwedisch mit deutschen Untertiteln. Diese aktivieren Sie über das Zahnrad-Symbol im Player: Untertitel → Deutsch.

Fredriks Checkliste

Das brauchen Sie

  • Auffangwanne
  • Lenzpumpe
  • Kanister
  • Abflussbogen
  • Geeignetes Frostschutzmittel und Frostschutzprüfer
  • Ölabsaugpumpe
  • Öl-, Kraftstoff- und Luftfilter
  • Neues Motoröl
  • WD-40

Spülen und Frostschutz

  • Seewasserpumpe selbst ansaugen lassen – den Spülschlauch nicht unter Leitungsdruck direkt an den Seewassereinlass anschließe.
  • Mit Süßwasser spülen und den Motor eine Weile laufen lassen.
  • Frostschutzgemisch mit einem Frostschutz für Temperaturen von −30 bis −40 °C durch den gesamten Seewasserkreislauf laufen lassen.
  • Frostschutz messen, bei Bedarf Glykol nachfüllen.
  • Frostschutzgemisch für den zweiten Motor wiederverwenden und erneut prüfen.

Öl und Filter (bei warmem Motor)

  • Motoröl über das Ölmessstabrohr oder ein separates Absaugrohr absaugen.
  • Ölfilter, Kraftstofffilter (Fein- und Vorfilter) und Luftfilter wechseln.
  • Neues Öl einfüllen.
  • Motor erneut starten und das neue Öl im Ölkreislauf verteilen lassen.

Antrieb

  • Z-Antrieb abbauen oder je nach Modell hochtrimmen und den Schlauch für die externe Wasserversorgung anschließen.
  • Faltenbälge und Schläuche prüfen.
  • Reinigen und lackieren (Anoden nie überstreichen).
  • Passendes Service-Kit besorgen und die vorgesehenen Stellen gemäß Herstellervorgaben einfetten.
  • Anodenmaterial nach Gewässer und Herstellervorgaben wählen: Aluminium für Salz- und Brackwasser, Magnesium für Süßwasser; bei bestimmten Antrieben auch Zink für Salzwasser.

Letzte Kontrollen

  • Impeller drin lassen – im Frühjahr prüfen.
  • Riemen und Riemenspanner prüfen.
  • Auf Undichtigkeiten prüfen.
  • Batterien voll laden.
  • Geschlossener Kühlkreislauf? Frostschutz des Kühlmittels mit einem geeigneten Frostschutzprüfer kontrollieren und bei Bedarf korrigieren.
  • Geeignete äußere Metallflächen mit Korrosionsschutzmittel behandeln.

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