Pressemitteilung —
Rückkehr der Meisterwerke – Wiedereröffnung der Sammlung Oskar Reinhart „Am Römerholz“
Am 9. Mai 2026 öffnete die Sammlung Oskar Reinhart „Am Römerholz“ in Winterthur nach umfassender Modernisierung wieder ihre Türen. Die Wiedereröffnung verbindet die Rückkehr bedeutender Meisterwerke mit baulichen und konzeptionellen Neuerungen, Verbesserungen für Menschen mit Einschränkungen im Sinne von „Kultur inklusiv“ und einem neuen gastronomischen Angebot. Damit präsentiert sich das Römerholz als erneuertes Gesamtkunstwerk mit internationaler Ausstrahlung.
Eine einzigartige Sammlung
Im ehemaligen Wohnhaus des Sammlers Oskar Reinhart (1885–1965) mit Gemäldegalerie entfaltet sich eine konzentrierte Auswahl europäischer Meisterwerke. Gemälde von Pieter Bruegel d. Ä., Lucas Cranach d. Ä., Francisco de Goya und Jean-Baptiste-Siméon Chardin treten in einen spannungsreichen Dialog mit Arbeiten von Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne, Vincent van Gogh und dem frühen Pablo Picasso.
Die 1958 der Schweizerischen Eidgenossenschaft geschenkte Sammlung gilt mit rund 200 Werken von der Renaissance bis zum Beginn der Moderne als eine der weltweit bedeutendsten ehemaligen Privatsammlungen – insbesondere dank ihrer herausragenden Bestände des französischen Impressionismus. Institutionen wie das Musée d’Orsay, die Courtauld Gallery, die National Gallery London, das Städel Museum in Frankfurt oder das Kunsthistorische Museum Wien arbeiten regelmäßig mit der Sammlung zusammen.
Behutsame Modernisierung
Während der mehrmonatigen Schließung wurde das Gebäude umfassend und zugleich mit großer denkmalpflegerischer Sensibilität modernisiert. Die Wandflächen wurden saniert, die Wandbespannungen der Galerieräume farblich neu abgestimmt und die Hängungssysteme an den historischen Originalen orientiert erneuert. Angepasste Klima- und Lichtsysteme gewährleisten zeitgemäße konservatorische Bedingungen.
Gleichzeitig wurde die Zugänglichkeit für Menschen mit Beeinträchtigungen im Sinne der Richtlinien des Labels „Kultur inklusiv“ verbessert: Der Zugang zum Haus und zum Rollstuhllift wurde erweitert, und auch der Garten ist nun schwellenlos zugänglich.
Die historische Parkanlage wurde zugleich in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Sie folgt nun wieder mehr dem Architekturgartenkonzept der Gebrüder Mertens vom Beginn des 20. Jahrhunderts und umfasst neben rekonstruierten Pflanzungen – darunter das historische Obstspalier – auch die sanierten Wasserbecken.
Internationale Kooperation
Die temporäre Schließung des Museums schuf den passenden Rahmen für eine außergewöhnlich umfangreiche Zusammenarbeit mit der Courtauld Gallery in London.
Erstmals verließen 25 Hauptwerke die Winterthurer Sammlung für diesen Austausch mit einem anderen Sammlermuseum. Die Ausstellung „Goya to Impressionism. Masterpieces from the Oskar Reinhart Collection“ (14. Februar – 26. Mai 2025) war mit rund 100.000 Besuchenden ein herausragender Erfolg.
Neuer Pächter des Museumscafés
Mit der Wiedereröffnung hat auch das Museumscafé ein neues Profil erhalten. Neuer Pächter ist der Winterthurer Spitzenkoch Alex Bindig, bisher Gastgeber des mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichneten Restaurants Trübli. Das Lokal wird tagsüber als Museumscafé mit breitem Angebot geführt und steht allen offen. Abends setzt es mit seinem saisonalen Fine-Dining-Konzept neue Akzente.
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