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Stiftungsvorsitzende Susanne Morsch überreicht ihrem Vater Emil Morsch eine Auszeichnung als Dank für sein Lebenswerk

Pressemitteilung —

40 Jahre Stefan Morsch Stiftung: Wenn aus Hilfe Freundschaft wird

Jubiläumsveranstaltung in Idar-Oberstein verbindet die Geschichte der Stiftung mit persönlichen Begegnungen und dem Blick auf die Zukunft der Stammzellspende

Birkenfeld/Idar-Oberstein, 25. September 2026 – Vor 40 Jahren entstand in Birkenfeld aus dem Schicksal eines einzelnen Jungen eine Idee, die das Leben vieler Menschen verändern sollte. Stefan Morsch erkrankte als Jugendlicher an Leukämie und starb 1984 im Alter von 16 Jahren. Auf Betreiben seiner Eltern entstand zwei Jahre später die Stefan-Morsch-Stiftung – Deutschlands erste Stammzellspenderdatei. Seitdem haben sich die medizinischen Möglichkeiten weiterentwickelt. Eines aber ist geblieben: Hinter jeder Stammzellspende stehen Menschen, die bereit sind, einem anderen Menschen zu helfen.

Wie persönlich diese Verbindung sein kann, wurde bei der Jubiläumsveranstaltung der Stefan-Morsch-Stiftung am 19. September in der Messe Idar-Oberstein deutlich. Fast 400 Gäste kamen zusammen, um 40 Jahre Stiftungsgeschichte zu feiern – darunter Spender:innen, Empfänger:innen, langjährige Wegbegleiter:innen, Vertreter:innen aus Medizin und Wissenschaft sowie Partner:innen aus Politik und Gesellschaft.

„Plötzlich gehört ein anderer Mensch zur eigenen Geschichte“

Einer der emotionalen Höhepunkte des Abends war die Gesprächsrunde mit Till und Timo. Timo hatte im Februar 2023 über die Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen gespendet, die Till im März 2023 transplantiert wurden. Schon kurz nach der Transplantation kam es zu ersten, anonymen Briefwechseln (entsprechend der in Deutschland geltenden Regelungen). Zwei Jahre später lernten sich die Beiden persönlich kennen und wurden Freunde, die nicht nur durch die gemeinsame DNA miteinander verbunden sind. Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, was hinter den Zahlen einer Stammzellspenderdatei steht: die Verbindung zweier Menschen, die sich ohne die Spende vermutlich niemals begegnet wären.

Auch am Abend vor der Jubiläumsveranstaltung kam es in Birkenfeld zu besonderen Begegnungen. Mehrere Spender:innen trafen dort erstmals auf die Menschen, für die sie ihre Stammzellen gespendet hatten. Die Spender:innen stammen dabei alle aus Deutschland, die Empfänger:innen waren unter anderem aus Großbritannien, Südafrika und Australien angereist. Aus einem anonymen genetischen Treffer wurde ein persönliches Gegenüber. Die Verbindung war von Anfang an so stark, dass auch Sprachbarrieren keine Rolle spielten.

„Diese Kennenlernen sind etwas ganz besonderes und es ist ein großes Geschenk, dass wir die Menschen dabei begleiten dürfen“, sagt Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung.

40 Jahre Entwicklung – und ein Blick nach vorn

Neben den persönlichen Geschichten ging es bei der Jubiläumsveranstaltung auch um die Entwicklung der Stammzellspende in den vergangenen vier Jahrzehnten. In einem medizinischen Panel diskutierten Prof. em. Dr. Joachim Deeg, Dr. Carla Kreissig, Dr. Harald Biersack und Dr. André Holzer-Rosenhauer über die Fortschritte der Stammzelltransplantation und die Perspektiven für die kommenden Jahre.

Prof. em. Dr. Joachim Deeg, der die Entwicklung der Stammzelltransplantation seit Jahrzehnten begleitet und auch an der Transplantation von Stefan Morsch 1984 in Seattle beteiligt war, fasste die Fortschritte der vergangenen 40 Jahre so zusammen: „Es sind nicht unbedingt Quantensprünge, die man beobachten kann, sondern viele kleine Schritte. Viele kleine Schritte haben zum Fortschritt beigetragen.“

Auch wenn sich die Medizin weiterentwickelt, bleibt die Grundlage der Stammzellspende bestehen: Menschen, die bereit sind zu helfen. „Bei allen Fortschritten und Entwicklungen ist nicht davon auszugehen, dass wir in 20 Jahren keine Spenderdateien mehr brauchen“, betont Susanne Morsch. „Wir brauchen Spenderinnen und Spender, wir brauchen Freiwillige, wir brauchen Menschen, die helfen wollen.“

Dr. Carla Kreissig, die die Stefan-Morsch-Stiftung seit Kurzem als medizinische Beraterin unterstützt, richtete den Blick ebenfalls auf die Zukunft. „Ich wünsche mir, dass die Stiftung so innovativ, so interessiert an wissenschaftlichem Fortschritt und dabei so menschlich bleibt, wie sie ist.“

40 Jahre aus Birkenfeld für Menschen in aller Welt

Was 1986 als Reaktion auf einen persönlichen Schicksalsschlag begann, ist heute eine bundesweit und international vernetzte Organisation. Die Stefan-Morsch-Stiftung registriert potenzielle Stammzellspender:innen, führt HLA-Typisierungen in ihrem eigenen Labor durch und unterstützt die Suche nach passenden Spender:inen für Patientinnen und Patienten.

All das gehört zur Arbeit der rheinland-pfälzischen Stiftung, die mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter:innen am Standort in Birkenfeld beschäftigt.

Susanne Morsch würdigte in diesem Zusammenhang auch die Lebensleistung ihres Vaters Emil, der sich seit über 40 Jahren der Stammzellspende und der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke verschrieben hat. Mit stehenden Ovationen und rauschendem Beifall stimmten die Gäste in den Dank von Susanne Morsch an ihren Vater ein.

„Wir sind dem Wohnzimmer meiner Eltern, in dem die Arbeit der Stiftung vor 40 Jahren begonnen hat längst entwachsen. Aber wir werden nie vergessen, wo wir herkommen und was unsere Aufgabe ist: Menschen mit Leukämie zu helfen. Das tun wir heute und werden das auch in den kommenden 40 Jahren tun“, sagt Susanne Morsch.

Das Jubiläum war deshalb nicht nur ein Abend des Rückblicks. Es zeigte vor allem, wofür die Stefan-Morsch-Stiftung seit 40 Jahren steht: medizinischen Fortschritt mit dem Engagement von Menschen zu verbinden, die bereit sind, einem anderen Menschen eine Chance auf Leben zu geben.

Susanne Morsch im SWR-Nachtcafé

Auch nach dem Jubiläum geht die Geschichte der Stiftung weiter. Susanne Morsch ist am 30. September 2026 zu Gast bei der Aufzeichnung der SWR-Sendung „Nachtcafé“. Die Ausstrahlung ist für den 2. Oktober 2026 um 22.00 Uhr vorgesehen. Im Gespräch geht es auch um die Geschichte ihrer Familie, den Tod ihres Bruders Stefan und die Entwicklung der Stiftung in den vergangenen vier Jahrzehnten.

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Die Stefan-Morsch-Stiftung feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1986 engagiert sich die erste deutsche Stammzellspenderdatei im Kampf gegen Leukämie – inspiriert durch das Schicksal des 16-jährigen Stefan Morsch. Die Stiftung verfügt über eine Datenbank mit mehr als 500.000 potenziellen Stammzellspender:innen und hat seit ihrer Gründung Tausende Leben gerettet.
Neben der Vermittlung von Stammzellspender:innen unterstützt die gemeinnützige Organisation Patient:innen und ihre Familien durch Beratung und finanzielle Hilfen in Notlagen. Außerdem fördert sie Forschungsprojekte, um die Heilungschancen für Betroffene stetig zu verbessern.

Auch in Zukunft bleibt die Stefan-Morsch-Stiftung ihrer Mission treu: Hoffnung schenken, Heilung ermöglichen, Leben retten. Jeder kann helfen – durch Registrierung, Spenden oder ehrenamtliches Engagement.

Weitere Informationen unter www.stefan-morsch-stiftung.de

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