Pressemitteilung -
Die erste Straßenbahn fährt in den Tunnel unter dem Hauptbahnhof
- Zur Genehmigung der Fahrleitungsanlage ist der Schleifwagen der swa in die unterirdische Haltestelle eingefahren
- Bis zur Inbetriebnahme Ende 2026 / Mitte 2027 sind noch viele Arbeiten zu erledigen
Die Arbeiten an der Straßenbahnhaltestelle im Tunnel unter dem Augsburger Hauptbahnhof gehen mit großen Schritten voran. Jetzt haben die Stadtwerke Augsburg (swa) einen weiteren Meilenstein geschafft. Am Montag (09.12.2024) ist ein erstes Schienenfahrzeug in den Tunnel und die Haltestelle gefahren. Die Einfahrt des Schleifwagens fand im Rahmen der Tests und technischen Abnahme für die Oberleitungen statt. „Wir arbeiten zusammen mit den Firmen und den Behörden mit Hochdruck an der Fertigstellung der Haltestelle, haben aber die kommenden zwei bis zweieinhalb Jahre auch noch große Aufgaben vor uns“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Nauerz.
Für die Ingenieure der Stadtwerke und die beteiligten Firmen war es ein großer Moment: Die erste Straßenbahn fuhr in die Straßenbahnhaltestelle im zweiten Untergeschoß des Augsburger Hauptbahnhofs ein. Der Schienenschleifwagen hat aber noch keine Fahrgäste befördert. Vielmehr ging es darum, die Fahrleitungsanlage in dem gesamten Tunnelbereich, über die die Straßenbahn mit Strom versorgt wird, zu testen und durch die Genehmigungsbehörde abnehmen zu lassen.
In zwei bis zweieinhalb Jahren soll die Haltestelle dann in Betrieb gehen und von „echten“ Straßenbahnen mit Fahrgästen genutzt werden können. Bis dahin stehen noch etliche Arbeiten an. Es geht vor allem um die Elektroinstallation, aber auch die Schulungen des Fahrpersonals. Die Verkabelung und Installation der Sprechanlagen, der Fahrgastinformation sowie die elektrotechnischen Einrichtungen für den Fahrbetrieb oder die Brandmeldeanlage müssen noch erfolgen. Ebenso der sogenannte „Behördenfunk“ für Polizei und Rettungskräfte, der in dem Tunnel ganz besondere Vorgaben und Auflagen erfüllen muss. Nach und nach werden auch die jeweils fertiggestellten Bauabschnitte von der Genehmigungsbehörde zugelassen. Ein weiterer großer Meilenstein ist Ende 2025 die Inbetriebnahme der Entrauchungsanlage.
Im ersten Halbjahr 2026 wird dann mit den Test- und Schulungsfahrten für das Fahrpersonal begonnen. Schließlich ist das Fahren in einem Tunnel ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen wie die Straßenbahnfahrten an der Oberfläche. Und dafür müssen alle 400 Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer zumindest einmal in den Tunnel eingefahren sein. Das muss sowohl mit den Dienstplänen als auch mit der Verfügbarkeit der Straßenbahnfahrzeuge koordiniert werden. Diese Schulungen sind aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich.
Die Corona-Pandemie, Lieferengpässe vor allem bei elektronischen Anlagen und Spezialkabeln sowie die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Baubranche haben den ursprünglichen Zeitplan für die Fertigstellung der Tunnelhaltestelle unmöglich gemacht. Teilweise sind Firmen abgesprungen, es mussten neue Firmen gefunden oder mit bestehenden Firmen neu verhandelt werden, weil die Ausschreibungen und Vergaben lange vor dem Ukraine-Krieg mit seinen gravierenden Auswirkungen auf Bau- und Materialkosten lagen.
„Nachdem das Projekt über Monate gestockt hatte, haben wir seit Anfang Dezember mit den beteiligten Firmen und den Behörden einen neuen Zeitplan erarbeitet“, freut sich Rainer Nauerz, dass der „gordische Knoten nun durchschlagen werden konnte.“ Ein neuer voraussichtlicher Fertigstellungstermin konnte bereits Anfang November genannt werden.
Mit der Eröffnung der Straßenbahnhaltestelle voraussichtlich Ende 2026 / Mitte 2027 wird das Umsteigen vom Fern- und Regionalverkehr der Bahn auf den Nahverkehr der Straßenbahnen der swa barrierefrei, einfach und auf kurzen Wegen möglich, mit Rolltreppen und Aufzügen, über drei Eben innerhalb des Hauptbahnhofs.
Dann werden zwei der später drei Straßenbahnlinien vom Königsplatz kommend über die Rampe in der Halderstraße in den Tunnel einfahren, in der Haltestelle halten, in der unterirdischen Gleisschleife unter dem Güterbahnhof wenden und über die Haltestelle wieder Richtung Königsplatz ausfahren. Das gilt zunächst für die Linien 3 und 4, die heute etwa 150 Meter weit vom Hauptbahnhof entfernt über die Bahnhof- und Viktoriastraße wenden. Ein halbes, bis ein Jahr später soll dann auch in der Westausfahrt des Tunnels über den Buchegger-Platz und die Rosenaustraße der Lückenschluss zum Bestandsgleis in der Pferseerstraße fertig sein, so dass die Linie 6 Richtung Stadtbergen durch den Tunnel fahren kann.
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