Pressemitteilung -
Größter Eisspeicher Augsburgs in Göggingen: swa sorgen für CO2-freie Wärme und Kälte
Mit einem Eisspeicher ein Gebäude heizen? Was widersprüchlich klingt, setzen die Stadtwerke Augsburg (swa) gerade im Augsburger Stadtteil Göggingen um. Dort wird ein Bürogebäudekomplex in der Bergiusstraße gebaut, welcher durch die swa mit Augsburgs erstem Eisspeicher dieser Größe CO2-frei mit Wärme und Kälte versorgt wird. Mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach wird neben den Wärmepumpen die Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge gespeist.
Klimaschonend heizen und kühlen: Die Stadtwerke Augsburg (swa) bauen aktuell im Auftrag der brixx projektentwicklung GmbH Augsburgs größten Eisspeicher im Bürogebäudekomplex „Augsburg Offices LOFTS“ im Augsburger Stadtteil Göggingen. Das fast 8.000 Quadratmeter große Grundstück mit einer Gesamtmietfläche von rund 12.000 Quadratmetern in der Bergiusstraße wird auf diese Weise nachhaltig mit Wärme und Kälte versorgt. Dazu installieren die swa auf den Gebäuden eine Photovoltaikanlage, Elektroladestationen für eAutos in der Tiefgarage und unter der Erde einen sogenannten Eisspeicher. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,1 Millionen Euro.
Unter der Tiefgarage des Gebäudekomplexes befinden sich für den Eisspeicher zwei große Wassertanks mit rund 600 Kubikmetern Volumen – das entspricht rund 6.000 vollen Badewannen. Durch die Wassertanks verlaufen spiralförmig Leitungen, in denen ein Wasser-Glycol-Gemisch fließt, das im Winter, genauer gesagt im Heizfall, kälter ist als das Wasser im Becken. Im Sommer ist es umgekehrt.
Im Winter entzieht eine Wärmepumpe dem Wasser im Becken Energie, um die Gebäude zu heizen, wobei das Wasser entlang der Leitungen gefriert. Über Leitungen im Boden und in der Decke der Gebäude gelangt die Wärme in die Räume. Im Sommer wird das entstandene Eis genutzt, um die Gebäude zu kühlen, was eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Klimaanlagen bietet. Sollte der Eisspeicher nicht ausreichen, kann das System durch einen Rückkühler auf dem Dach oder eine Gasheizung unterstützt werden. „Diese Technik ist nicht neu, aber bisher selten in Gebäuden dieser Größe umgesetzt“, sagt swa-Projektleiter Karl-Heinz Viets. Er ist Abteilungsleiter Vertrieb Technik und Energielösungen bei den swa.
Solarstrom für eFahrzeuge
Die Gebäude werden zudem mit einer 120-kW-Photovoltaikanlage ausgestattet, die Solarstrom vor Ort erzeugt und in die Gebäude einspeist. Die Module sind als Indachsystem in die Dachhaut integriert, wodurch kein zusätzliches Durchbohren notwendig ist und die Anlage von Anfang an dicht ist. Unter den Modulen ist Platz für eine Dachbegrünung, die durch Luftzirkulation die Module kühlt und somit die Solarleistung verbessert. Der erzeugte Solarstrom verbleibt vollständig in den Gebäuden und wird hauptsächlich für die Wärmepumpen und die bis zu 66 Elektroladesäulen in der Tiefgarage genutzt.
„Mit der Technik in der Bergiusstraße setzen wir neue Maßstäbe in der klimaschonenden Energieversorgung. Sie ist nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll – mit langfristigen Kosteneinsparungen und einer deutlichen CO₂-Reduktion“, fasst Viets zusammen.