Pressemitteilung -
In die Heizung statt durch den Schornstein: Stadtwerke Augsburg und Unternehmen gründen das erste Abwärme-Netzwerk
- Leuchtturmprojekt für die Nutzung industrieller Abwärme für die Fernwärmeversorgung in Augsburg
- Gemeinsames Projekt der swa mit Unternehmen, der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE), unterstützt durch Bayern innovativ (BEEN-i), AwaNetz und die Stadt Augsburg
Wärme, die in Industrieanlagen anfällt, muss künftig nicht mehr ungenutzt verpuffen, sondern kann Wohnungen, Büros oder Krankenhäuser beheizen. Die Stadtwerke Augsburg (swa) haben mit zehn Unternehmen das erste Abwärme-Netzwerk in Deutschland gegründet. Damit soll ein Beitrag für die klimaneutrale Wärmeversorgung in Augsburg geleistet werden. Das Projekt soll aber auch den Unternehmen helfen, Energie zu sparen. Zu den ersten Partnern zählen etwa Rollce Royce, das Uniklinikum oder KUKA.
„Industrielle Abwärme ist ein Schlüssel zur Dekarbonisierung unserer Wärmenetze,“ ist der Leiter Fernwärmevertrieb der swa, Frank Kaminke, sicher. „Denn täglich verpufft in Industrieanlagen Energie, mit der ganze Quartiere beheizt werden können.“
Gleichzeitig investieren die swa rund eine Milliarde Euro bis 2040 in den Ausbau der Fernwärme. Dann wollen sie zwischen 60 und 70 Prozent des Wärmebedarfs in Augsburg mit Fern- oder Nahwärmenetzen mit erneuerbaren Energien und Abwärme decken. Der Energiebedarf für die Fernwärmeversorgung verdoppelt sich dabei fast, von heute 570 Megawattstunden (MWh) auf 1.100 MWh. Neben großen Anlagen, wie dem Biomasseheizkraftwerk, in dem mit der Verbrennung von Holzhackschnitzeln CO2-neutral Wärme und Strom erzeugt werden, setzen die swa auf dezentrale Anlagen wie etwa Großwärmepumpen und die Nutzung unvermeidbarer Abwärme. Sie soll 2040 35 Prozent der Fernwärme oder 380 MWh ausmachen. Das ist mehr als eine Verdreifachung.Derzeit stammen 20 Prozent der Augsburger Fernwärme aus Abwärme von der Abfallverwertungsanlage.
Ziel des Abwärme-Netzwerks ist es, alle relevanten Partner in den Austausch zu bringen: die Unternehmen, den Wärmenetzbetreiber und die Kommune mit ihrer Wärmeplanung. Schließlich soll die Nutzung der Abwärme helfen, dass die Ziele der kommunalen Wärmeplanung erreicht werden können. Dazu ist es auch notwendig, die Potenziale der Abwärme vor Ort frühzeitig in die kommunale Wärmeplanung einzubinden, damit alle Partner Planungssicherheit bekommen.
Initiator ist die FfE. Sie organisiert die regelmäßigen Workshops und begleitet das Netzwerk auch mit Fachexpertise zur Abwärmenutzung. Zusammen mit den swa geht es in die Praxis. Workshops beinhalten Fachvorträge ebenso wie Betriebsbegehungen. Und natürlich geht es um die Umsetzung, von der Analyse und Prüfung des Abwärmepotenzials bis hin, die Abwärme intern zu nutzen, in die Fernwärmeleitungen oder in Quartierslösungen zu bringen und damit für die Energiewende nutzbar zu machen. „Dem Netzwerk können und sollen sich gerne weitere Unternehmen anschließen und sich bei den swa melden“, erklärt Frank Kaminke.
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