Pressemitteilung —
swa beginnen mit dem Bau der Fischaufstiegsanlage am Hochablass
- „Eine wichtige Investition in die Artenvielfalt und den Schutz unserer Gewässer“
- Mit 70 Becken wird ein Höhenunterschied von fast acht Metern überwunden
- Baubeginn Mitte August - Bauzeit voraussichtlich eineinhalb Jahre
- Einschränkungen für Fußgänger sollen geringgehalten werden
Für die Fische im Lech beginnt ein neues Zeitalter: Durch den Bau einer modernen Fischaufstiegsanlage können künftig alle Fische und Kleinlebewesen die fast acht Meter hohe Barriere des Hochablasses im Lech überwinden. Damit wird das Hochablass-Wehr erstmals seit über 120 Jahren durchgängig für alle Lechbewohner. Die Stadtwerke Augsburg (swa) beginnen Mitte August mit dem Bau der Anlage. Die Bauzeit dauert voraussichtlich rund eineinhalb Jahre und ist abhängig von der Anzahl und Häufigkeit von Hochwasserereignissen. „Die Anlage ist eine wichtige Investition in die Artenvielfalt und den Schutz unserer Gewässer“ erklärt swa-Sprecher Jürgen Fergg“
Damit die Fische und Kleinlebewesen die Höhe überbrücken können, müssen sie über 70 Becken wie über eine Treppe mit einem jeweils geringen Höhenunterschied auf- oder absteigen. Von der kleinen Mühlkoppe, die nur gegen geringe Fließgeschwindigkeiten im Wasser ankommt, bis hin zum kräftigen großen Huchen, leben im Lech viele Fischarten mit unterschiedlichen Merkmalen. Die Becken haben eine Größe von vier auf zwei Meter, damit auch jeder Fisch genug Platz findet. Sediment am Boden der Becken laden die Fische auch zum Ausruhen und Verweilen ein.
„Um die durch Schwellen und Wehre seit langer Zeit unterbrochene Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen in Gewässern wieder herzustellen, werden in ganz Europa und auch auf anderen Kontinenten unterschiedlichste Maßnahmen ergriffen“, erklärt swa Projektleiter Florian Seitz. „Nach Untersuchung vieler Varianten stellte sich für den Augsburger Hochablass der Bau einer aus 70 Becken bestehenden Anlage als sinnvollste Lösung heraus“, so Seitz.
Mit dem Bau des 2013 in Betrieb gegangenen Wasserkraftwerkes am Hochablass haben sich die swa verpflichtet ebenfalls eine Fischaufstiegsanlage zu bauen. In den Planungen wurden die neuesten Erkenntnisse zum Bau von Fischaufstiegsanlagen umgesetzt, um der Gewässerökologie und den Bedürfnissen der unterschiedlichen Fischarten gerecht werden. „Zusammen mit den im Zuge des Licca Liber geplanten Maßnahmen und den bereits vorhandenen Fischaufstiegsanlagen wird damit die Durchlässigkeit für Fische und Kleinlebewesen in einem weiten Teil des Lechs erhöht“, so Seitz.
Fischaufstiegsanlage steht im Einklang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe
Parallel zum Bau des Wasserkraftwerkes im Hochablass-Wehr begannen die swa die neue Fischaufstiegsanlage zu planen. Verschiedene Auflagen der Genehmigungsbehörden, der Fischereifachberatung, technische Herausforderungen und neue Erkenntnisse zum Bau solcher Anlagen führten zur mehrmaligen Überarbeitung der Pläne. „Der Bau der Fischaufstiegsanlage steht im Einklang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Wassermanagementsystem Augsburg“, erklärt swa-Sprecher Jürgen Fergg. „Damit schaffen wir eine nachhaltige Lösung, die sowohl dem Naturschutz als auch dem Erhalt des kulturellen Erbes gerecht wird.“
An der sogenannten „Bastion“, unterhalb des Wehres, werden die 70 Becken in Serpentinen angelegt und auf der östlichen Hochzoller Lechseite errichtet. Die Betonoberflächen der Becken werden anschließend aufgeraut, damit sich schneller Moos bilden kann und sich die Becken gut in die Landschaft einfügen. In die Becken wird außerdem Substrat eingebracht, sodass sich Fische und Kleinlebewesen auch gerne darin aufhalten.
Möglichst geringe Beeinträchtigungen für Fußgänger und Anwohnende
Mitte August beginnen die Bauarbeiten am Hochablass und dauern rund eineinhalb Jahre. Die Bauzeit ist dabei abhängig vom Pegelstand des Lechs – bei möglichem Hochwasser müssen die Arbeiten unterbrochen werden. Auch wenn das Baufeld eng ist, soll es für Fußgänger möglichst geringe Einschränkungen geben, der Lechsteg über den Hochablass soll durchgängig offen bleiben. Die Bauarbeiten erfolgen zu den normalen Tageszeiten. Der Lärm für Anwohnende wird möglichst geringgehalten. Ganz zu vermeiden ist dieser jedoch nicht, etwa beim Einrammen von Spundwänden.
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