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Pressemitteilung

10 Jahre Upscore - Starker Dialog über die Finanzierung des digitalen Journalismus - Jubiläums-Event

10 Jahre Upscore - Starker Dialog über die Finanzierung des digitalen Journalismus - Jubiläums-Event

Am 20. Mai 2026 fand in der Villa Im Heine-Park an der Elbchaussee in Hamburg ein außergewöhnliches Branchen-Event statt. Anlass war das zehnjährige Jubiläum von Upscore, der Publishing Intelligence Plattform, die bereits für 350 Medien in neun europäischen Ländern im Einsatz ist. Unter dem Motto „Wie finanzieren wir Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter?“ wurden sowohl Meilensteine des Unternehmens gewürdigt als auch zentrale Zukunftsfragen des digitalen Journalismus diskutiert.

Hamburg. Andreas Demuth, Gründer und Geschäftsführer von Upscore, eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf die Geschichte des Unternehmens: "Als wir vor zehn Jahren mit der Publishing-Intelligence-Plattform gestartet sind, war unsere Vision klar – starke digitale Tools für Redaktionen schaffen, die Medienunternehmen helfen erfolgreich zu sein und die Transformation ins Digitale zu meistern." Demuth betonte, dass die Anforderungen an Upscore als Datenplattform permanent steigen – in Zeiten von KI besonders bei Datensouveränität und Monetarisierung. "Wir entwickeln das Produkt dynamisch weiter. Die Mission ist klar: Wir tun alles, um den digitalen Qualitätsjournalismus zu stärken!"

Dr. Claas Schüddekopf, Leiter des Amtes Medien, überbrachte die Glückwünsche der Freie und Hansestadt Hamburg auch im Namen von Senator Dr. Carsten Brosda. In seinem Impuls betonte er nicht nur die ökonomischen, sondern auch strukturellen Herausforderungen für den Journalismus. Stets sei es auch eine grundlegende politische Frage, zu prüfen, was die Öffentlichkeit für einen starken und unabhängigen Journalismus tun müsse. "Die Upscore Plattform steht für Innovation, für Dialog, für die Verbindung von Technologie und publizistischem Anspruch", so Schüddekopf mit Blick auf die Rolle des Unternehmens. Die Zukunft des Qualitätsjournalismus selbst sei offen. Sie entstehe im Zusammenspiel von Innovation, Regulierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Dialog, wie bei dem heutigen Branchentreff.

Impulse und Perspektiven: Wie wird Qualitätsjournalismus solide finanziert?

Im Rahmen des Events wurden spannende Beiträge und innovative Ansätze zur Finanzierung des Journalismus präsentiert. Marvin Schade, Chefredakteur Medieninsider, moderierte.

Mit dem Impuls über "die lange Reise ins Digitale" gewährte Geschäftsführerin Dr. Christiane Düts einen außergewöhnlichen Einblick in die Medienentwicklung des Freitag, die Komplexität der technischen Infrastruktur. Mit Upscore sei es schließlich gelungen, Daten verständlich zu machen, "Zahlenwelt zu übersetzen für Blatt- und Themenplanung". Die Management-Aufgabe sei dabei auch, über Daten verständlich zu machen, was Kunden gerne lesen möchten. Der Freitag sei jetzt dank datenbasierter Entscheidungen gut aufgestellt, weiter leserfinanziert in die Zukunft zu gehen und bleibe dabei anpassungsfähig.

Außergewöhnlich interessant für die geladenen Gäste war auch, wie der "taz" die ausgegebene 'Seitenwende' gelingt, womit der Verzicht auf das tägliche Nachrichtenpapier gemeint ist. Für das Konzept zur digitalen Transformation machte die Genossenschaft im vergangenen Herbst den Weg frei. Und es läuft sehr erfolgreich, berichtete Ann-Kathrin Liedtke, bei der taz verantwortlich für Membership Growth und Paid Strategy. Stand aktuell habe man die Ziele für die Umwandlung hin zu anderen digitalen Abo-Produkten mit einer Konvertierungs-Quote von 88 Prozent sogar übertroffen. Nach wie vor stelle das Haus dem Markt alle Inhalte über das freiwillige Modell "taz - zahl ich" kostenfrei zur Verfügung. Für ein amüsiertes Lachen im Raum sorgte auch die Aussage, dass viele Mitarbeitende des Hauses durch das 'an die Hand nehmen ehemaliger Print-Kunden' jetzt auch Profis im Einrichten von iPads und WLans geworden sind.

Johannes Vogel, Chief Product & Revenue Officer bei Stern, GEO und Capital, stellte in seinem Impuls die Rolle von künstlicher Intelligenz im Kontext der Medienszene dar. Wenn beispielsweise eine KI halluziniere und behaupte, jemand habe Gelder veruntreut, weil die KI die Satireseite vom Stern nicht von der Kommentarspalte unterschieden konnte, dann heiße es von den Tech-Giganten schlicht, das System sei eben noch nicht perfekt. "Wir fordern daher eine regulatorische Einordnung von LLMs in eine eigene Haftungskategorie. Wo publizistische Wirkung entsteht, muss auch publizistische Verantwortung entstehen, fordert der Manager der RTL News Gruppe. Das Geschäftsmodell der LLMs sei ein Paradoxon. Man zerstöre die Hand, die sie füttere, ohne derzeit ein eigenes funktionierendes Geschäftsmodell zu haben. "Wenn wir uns die Finanzierung des Qualitätsjournalismus durch KI-Modelle kaputt machen lassen, dann gibt es in ein paar Jahren keine verlässlichen Fakten mehr", appellierte Vogel. Kritisch in dem Kontext sei insbesondere, dass diese Systeme Inhalte von Meinungsmedien und Newsfluencern aufnehmen, die häufig keinen journalistischen Standards folgen. Vogels' ordnungspolitische Frage zum Abschluss: “Kann eine Gesellschaft dauerhaft funktionieren, wenn diejenigen mit der größten publizistischen Reichweite keiner vergleichbaren publizistischen Verantwortung unterliegen?" Wenn sich Verantwortung wirtschaftlich nicht mehr lohnt, verschwinde diese.

Arist von Harpe, Geschäftsführer und Inhaber der Hamburger Morgenpost (Mopo) berichtete davon, dass die Zeitung 'ziemlich gut rumgereicht wurde' und skizzierte damit die bewegende jüngere Geschichte der Hamburger Institution. Unter wirtschaftlichem Druck werde allerdings auch viel Energie freigesetzt, stellte Harpe heraus. Das habe auch für viel Antrieb gesorgt, um Lösungen zu finden. Nach wie vor sei für die Mopo das Werbegeschäft elementar für die Finanzierung der journalistischen Arbeit. Harpe sucht nach der "schlauen Idee, wie man Leute dazu kriegen können, dass sie wirklich Geld dafür zahlen", so der Verleger. Fazit: "Wir kämpfen weiter unverzagt!"

Kulturpessimistin sei Cordula Schmitz, Chefredakteurin Digital beim Hamburger Abendblatt nicht. "Wir lösen die Aufgaben", so ihr Appell. Als Lokalzeitung habe man natürlich den Vorteil, dass man einen geografisch begrenzten Markt bearbeite. Schmitz präsentierte mehrere Thesen, an denen die Redaktion sich orientiere. Die Redaktion werde Nachrichtenjournalismus etwa zum Beziehungsjournalismus entwickeln. Wenn man eine enge Bindung zu Leserinnen und Lesern aufgebaut hat, kann auch KI diese nicht irritieren.

"Haben junge Leute eigentlich noch Lust auf Qualitätsjournalismus?", fragte Marvin Schade und leitete den Impuls von Univ.-Prof. Dr. Christopher Buschow (Hamburg Media School) ein mit der Fragestellung 'Wie erreicht man die „Next Generation“ als Kunden'? Eine seiner Thesen: Kaum jemand in der jungen Generation suche heute händeringend nach Journalismus. Das liege insbesondere aber auch an den Produkt- und Darreichungsformen. Mit Verweis auf Ergebnisse aus einer Jugendstudie (JIM) des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest sei schließlich auch die Nutzung von KI-Systemen durch junge Zielgruppen beachtenswert und führe unter Medienwissenschaftlern zu der Annahme, dass man die Nutzung "nicht rausbekommen" werde. Die befragten 12 bis 19-Jährigen gaben in der jüngsten Studie an, ein entsprechendes Tool bereits zu verwenden, was ein Plus von 27 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr darstelle. "Wie kann man mit diesem Möglichkeitsfenster umgehen?", fragte Buschow das Publikum und hatte die Idee im Gepäck: "Journalismus muss sich stärker einklinken."


Podiumsdiskussion: Der Blick nach vorne

Den Höhepunkt des Tages bildete das sich an die Impulse anschließende kontroverse und plurale Panel (als Transkript verfügbar). Nach der fachlichen Diskussion unter den zahlreichen Medienprofis folgte der gesellige Ausklang in der Villa im Heinepark, bei dem die Gäste Gelegenheit hatten, sich persönlich auszutauschen. Upscore Gründer Andreas Demuth rundete den Abend mit einem Ausblick ab: "Es bleibt unser Ziel, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten – mit Technologie, Kreativität und Vertrauen. Lassen Sie uns gemeinsam die nächsten zehn Jahre angehen."

Das Jubiläums-Event von Upscore setzte ein starkes Zeichen für die Zukunft des Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter. Mit inspirierenden Perspektiven, klugen Ansätzen und einem Blick auf gemeinsame Lösungen bleibt die Veranstaltung als Meilenstein für die Branche in Erinnerung.

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Über Upscore GmbH

Das Unternehmen versteht sich als hochspezialisierter Solution-Provider für Digitalpublisher und entsprechende Redaktionen.

Die gleichnamige Publishing-Intelligence-Plattform (Upscore) besteht seit zehn Jahren und wird heute von über 350 Medienmarken in Europa genutzt. Produkte aus der Lösungs-Schmiede stehen für nachhaltige Kundenbindung unter Wahrung höchster Marktstandards. Die Lösungen sorgen für wichtige Erfolge im bezahlten und digitalen Qualitäts-Journalismus in Europa.

Medienhäusern stehen umfassende Werkzeuge, etwa Live-Analyse-Tools, Automatisierungen Optimierungs-Werkzeuge dynamische Paywalls und eine breite Auswahl API für Ihre CMS; CRM- und ERP Systeme zur Verfügung. Sämtliche Anwendungen sind durch offene Architektur und Kompatibilität zu anderen Systemen und inhouse-Entwicklungen hochgradig kompatibel sowie für Performance-Bedürfnisse von Unternehmen unterschiedlicher Größen skalierbar.

Upscore GmbH mit Sitz in Hamburg wurde 2016 gegründet und beschäftigt 25 Mitarbeitende an mehreren Standorten im Gebiet der Europäischen Union. Das Team aus Medienprofis, Journalisten und Software-Fachkräften begleitet Kunden bereits im zehnten Geschäftsjahr.

Weitere Information und Referenzen: https://www.upscore.com

Kontakt

  • Vortrag / Eröffnung Andreas Demuth
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  • Speaker/innen bei Jubiläums-Event von Upscore
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  • Panel - "Wie finanzieren wir Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter?"
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  • Univ.-Prof. Dr. Christopher Buschow
Leitung Digitaler Journalismus bei
Hamburg Media School
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  • Arist von Harpe Geschäftsführer und Inhaber der MOPO
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  • Upscore-Gründer Andreas Demuth beim Jubiläums-Event
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  • Cordula Schmitz, Chefredakteurin Digital vom Hamburger Abendblatt
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  • Ann-Kathrin Liedtke, Leiterin von Membership, Growth Strategies taz
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  • Dr. Claas Schüddekopf
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  • Dr. Christiane Düts, Geschäftsführerin beim FREITAG
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