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Wie hält man ältere Arbeitnehmer im Job?

News   •   Dez 03, 2018 11:05 CET

Bild: pixabay

Sowohl die Wirtschaft, die Probleme hat, neue Fachkräfte zu bekommen, als auch die Sozialkassen sind darauf angewiesen, dass Arbeitnehmer möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter im Job bleiben. Um dies zu erreichen, wurde 2016 die Flexirente ins Leben gerufen. Doch das Angebot wird kaum genutzt. Und ist anscheinend auch nicht das richtige Mittel, um die genannten Ziele zu erreichen.

Flexibilität wünscht sich Jeder – gerade auch im Job und später bei der Gestaltung der Rente beziehungsweise schon im Übergang Job/Rente. Daher gab es vor zwei Jahren viel Lob für das Konzept der Flexirente. Wer über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten möchte oder vor Erreichen des regulären Rentenalters die Arbeitszeit reduzieren möchte, der kann seitdem eine Teilrente beantragen. Damit kann aus Arbeitnehmersicht die finanzielle Situation im Alter aufgebessert und der Ruhestand flexibel geplant werden: Und es ergibt sich auch die Möglichkeit, für die, die es wünschen, länger im Job zu bleiben. Diese Optionen hören sich auf dem Papier sehr gut an, werden aber von den Arbeitnehmern kaum genutzt.

Erwartungen werden nicht erfüllt

2017 bezogen 4.826 Personen die Teilrente. 2016 waren es 2.843 Personen. Trotz der Steigerung ist der Anteil so gering, dass die Flexirente kaum einen Prozent der Neurenten ausmacht. Auch im laufenden Jahr werden die Zahlen ähnlich niedrig ausfallen. In die vorliegenden Zahlen fließen zudem auch Bezieher einer Frührente mit ein, deren Vollrenten auf eine Teilrente gekürzt wurde, so dass die tatsächliche Anzahl an Flexirenten in Deutschland sogar noch niedriger ist.

Wer seine Arbeitszeit reduziert, geht früher in Rente

Als die Flexirente eingeführt wurde, hatte sich auch die Wirtschaft Hoffnung gemacht. Wäre das neue Angebot ein Erfolg, würden mehr Fachkräfte länger arbeiten. Das ist leider nicht der Fall – und scheint auch nicht der richtige Weg zu sein, um dieses Ziel zu erreichen. Eine Studie der Universität Dortmund hat Daten aus 14 europäischen Ländern ausgewertet. Es ging dabei um die Frage, ob Arbeitnehmer durch die Verkürzung der Arbeitszeit länger im Job gehalten werden können. Außer für Italien und Dänemark muss die Frage durchweg verneint werden. Es tritt sogar der gegenteilige Effekt ein: Wer seine Arbeitszeit verkürzt, der geht oft auch früher in Rente.

Ein neues Konzept ist gefragt

Experten raten daher, nicht an der bestehenden Idee der Flexirente nachzubessern, sondern vielleicht ganz neu zu denken. Es bleibt nach wie vor die Notwendigkeit, ältere Arbeitnehmer länger im Job zu halten und dafür entsprechend attraktive Angebote zu unterbreiten. Wie genau diese Angebote aussehen könnten, steht noch nicht fest. Gut wäre es, da sind sich die Experten einig, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. In Branchen, die körperlich belastende Arbeit erfordern, kann die Reduzierung der Arbeitszeit tatsächlich die Fachkräfte länger im Job halten. In anderen Branchen müsste über andere Motivationssysteme nachgedacht werden.

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