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Delfintherapievermittler „dolphin aid“ geht in die Berufung gegen das Wal- und Delfinschutz-Forum

Pressemitteilung   •   Jun 04, 2018 13:25 CEST

Delfintherapie mit "dolphin aid" (Copyright WDSF)

Im Oktober vergangenen Jahres unterlag der Düsseldorfer Delfintherapievermittler „dolphin aid“ vor dem Landgericht Köln (AZ 28 O368/16) mit einer Klage gegen das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) in 20 Klagepunkten. Am Donnerstag, den 07.06.2018 um 11.30 Uhr, findet vor dem OLG Köln (AZ 15 U 170/17) die Berufungsverhandlung statt.

Das WDSF kritisiert auf seiner Homepage die Delfintherapie als „Missbrauch der sensiblen Meeressäuger“ in Gefangenschaft. Die Spendengala von „dolphin aid“ im Düsseldorfer InterContinental-Hotel bezeichnet das WDSF als „alljährliche Abzocke“. Nachdem die „dolphin aid“-Botschafter Howard Carpendale und Hugo Egon Balder dem WDSF mitgeteilt hatten, dass sie ihren Status bei dem Delfintherapievermittler schon vor Jahren aufgegeben hätten, „dolphin aid“ die Promis aber weiterhin als Botschafter benannnt hätte, sprach das WDSF von einem „Missbrauch für das Sponsoring von Delfintherapien“. Balder begründete seinen Botschafter-Ausstieg gegenüber dem WDSF mit dem kommerziellen Missbrauch der Delfine bei den Delfintherapien. In der RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf …“ hatte sich auch Balder für die Freiheit der Delfine ausgesprochen. Der Schauspieler Ralf Moeller teilte dem WDSF im letzten November ebenfalls mit, dass er nicht mehr als Botschafter bei „dolphin aid“ dazugehöre.

Dass die Delfine in Gefangenschaft in Curacao nicht ohne Begleitung in das offene Meer schwimmen könnten und Show-Kunststücke machen müssten, um Futter zu erhalten, kritisiert das WDSF ebenfalls. Die veröffentlichte Äußerung des WDSF „Ebenso förderte dolphin aid nach eigenen Angaben im Tierpark Mundomar in Benidorm (Spanien) ein Projekt, das auch von dem radikalen Pseudo-Delfintherapeuten Branko Weitzmann angeboten wird, der in einem Delfinpark in Tunesien mit Delfinen aus der grausamen Delfintreibjagd aus Taiji/JHapan „arbeitete“, wie auch die Bild am Sonntag berichtete“, stellt sich laut Urteil des LG Köln als Tatsachenbehauptung dar.

Das Landgericht Köln hatte in seinem Urteil festgestellt, dass „dolphin aid“ gegen das WDSF keinen Unterlassungsanspruch hinsichtlich der streitgegenständlichen Äußerungen habe. „dolphin aid“ müsse sich Kritik gefallen lassen und die Inhalte der WDSF-Homepage über den Delfintherapievermittler seien bewiesen zutreffend. Das WDSF hat das Urteil des LG Köln mit den Streitpunkten auf seiner Homepage veröffentlicht.

„dolphin aid“ begründet seine Berufung vor dem OLG Köln damit, dass „das erstinstanzliche Urteil des Landgericht Köln auf mehreren Rechtsverletzungen“ beruhe und das WDSF sich nicht auf die Meinungsfreiheit des Grundgesetzes berufen könne.

Gegründet wurde der Verein „dolphin aid“ von Kirsten Kuhnert im Jahr 1995. Kuhnert hat 2009 als bezahlte Programmdirektorin in das Management des Delfintherapiezentrums "Curacao Dolphin Therapy Center" (CDTC) gewechselt, wohin auch Spendengelder von „dolphin aid" fließen, und ist gleichzeitig als Vorstandsmitglied bei „dolphin aid e.V.“ ausgestiegen. Gleichwohl blieb sie weiterhin stimmberechtigtes Vollmitglied des Vereins, so das WDSF.
 (Erg. 17.06.2018: Dies bezeichnete einer der Richter des OLG Köln in der mündlichen Verhandlung als "Honi soit qui mal y pense" - ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Das WDSF kooperiert international mit Wissenschaftlern, Politikern, anderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Der Verwaltungsaufwand ist daher äußerst gering. Das WDSF arbeitet in seinem Kuratorium ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.

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