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Tierschützer demonstrieren in Zug vor dem Galvanik-Konzerthaus gegen Färöer-Band wegen Waltötungen

Pressemitteilung   •  Nov 16, 2016 09:48 CET

Tyr-Frontmann Heri Joensen weidet einen bei einer Treibjagd getöteten Grindwal aus (Foto: Facebook)

Am Freitag, den 18. November, wollen Tierschützer gegen den Auftritt der umstrittenen Metal-Band Tyr von den Färöer-Inseln vor dem Konzertlokal Galvanik in Zug in der Schweiz protestieren. Die Stadt hat die Demo für die Zeit von 17:00 bis 19:00 Uhr genehmigt.

Auf den Färöer-Inseln werden alljährlich hunderte von Grindwalen an den Stränden bestialisch abgeschlachtet, so die Schweizer Tierschützerin Angie Neuhaus welche die Demo angemeldet hat. Die engagierte Aktivistin hatte bereits am vergangenen Sonntag beim Fußballspiel gegen die Färöer-Inseln in Luzern mit Tierfreunden vor dem Stadion protestiert. Unterstützt wird die jetzige Aktion erneut vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) aus Deutschland.

Das WDSF hatte bereits im August zum Boykott der Färöer-Band aufgerufen. Der Aufruf beruht darauf, dass der Frontmann der Band Tyr, Heri Joensen, die alljährlichen hundertfachen Tötungen von Grindwalen propagiere und an Ausweidungen der Meeressäuger nach eigenem Bekunden teilgenommen hat sowie die Abschlachtungen in den Songs der Band verherrlicht würden. Ein Foto mit ihm und einem getöteten Grindwal postete Joensen selbst auf seiner Facebook-Seite am 27. Juli 2016 und schrieb: "Real men kill their own meat like this long-fined pilot whale.“ (Ein wahrer Mann tötet sein eigenes Fleisch wie diesen Pilotwal).

Nach Tausenden von Protesten auf Facebook gegenüber den Musikveranstaltern hatten sechs Clubs in Deutschland und einer in den Niederlanden die geplanten Auftritte von Tyr wieder abgesagt. Der Logo-Club in Hamburg erhielt daraufhin über 1.700 positive Likes.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die Galvanik bezeichnet sich als Kulturhaus. Wenn dort jedoch eingefleischte Befürworter des alljährlichen hundertfachen Tötens von Grindwalen und anderen Delfinarten auftreten dürfen, hat das mit Kultur nicht mehr viel zu tun.“

Das Konzerthaus schrieb auf Facebook, dass sie die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln zwar nicht befürworte, aber die Teilnahme von Bandmitgliedern daran eine „private Angelegenheit“ sei. Als sich auch Befürworter der Band zu Wort meldeten, entschloss sich Eila Bredehöft, Geschäftsführerin des Galvanik, das Konzert stattfinden zu lassen, auch wenn die Situation für sie „unangenehm“ sei. Der WDSF-Geschäftsführer wurde auf der Facebook-Seite der Galvanik gesperrt und die Spalte Besucherbeiträge entfernt. Auf der Galvanik-Homepage heißt es: „Die Publikumslieblinge TYR von den Färoer Inseln verzaubern mit ihrem Viking und Folk Metal!“

Das Sicherheitskonzept will das Galvanik-Kulturzentrum nach Angaben des Schweizer Mediums 20 minuten für den 18. November erhöhen, um allfälligen Konflikten zuvorzukommen und damit keine Konzertbesucher von Demonstranten belästigt werden. Die Tierschützerin Angie Neuhaus und das WDSF sprechen jedoch von einer geplanten ruhigen und friedlichen Demonstration.

Das WDSF kooperiert international mit Wissenschaftlern, Politikern, anderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Der Verwaltungsaufwand ist daher äußerst gering. Das WDSF arbeitet in seinem Kuratorium ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.

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