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Aufruf von Forschung, Verbänden und NGOs: Deutschland braucht eine neue Debatte über CCU und CCS

Pressemitteilungen   •   Nov 07, 2017 09:47 CET

Nach jüngsten Berechnungen droht Deutschland seine Klimaschutzziele weiter als bislang angenommen zu verfehlen. Die Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid (CCU, CCS) aus Industrieprozessen kann einen Teil der Klimaschutzlücke schließen. In der anbrechenden Legislaturperiode sollte Deutschland CCU und CCS prüfen, damit die Technologien rechtzeitig einsatzbereit sind. Zu diesem Fazit kommt ein heute erschienener Aufruf von Forschungseinrichtungen, Stiftungen und Umweltorganisationen. Der Aufruf entstand aus einem Projekt von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

Deutschland hat sich dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet. Der nationale Klimaschutzplan sieht bis 2050 eine Reduktion von Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 vor. Jüngsten Prognosen des Bundesumweltministeriums zufolge ist die Lücke zwischen Zielen und tatsächlichen Fortschritten groß wie nie. Deshalb sollte Deutschland die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid aus Industrieprozessen – Carbon Capture, Usage, and Storage, kurz CCU, CCS – in der neuen Legislaturperiode erforschen, prüfen und diskutieren. Nur dann stehen die Technologien früh genug zur Verfügung und können ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. 


„Deutschland will bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral werden. Die aktuellen Entwicklungen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Vieles spricht dafür, dass wir CO2 nicht nur vermeiden, sondern auch verwerten und im tiefen Untergrund speichern sollten. Hierüber brauchen wir eine neue, unvoreingenommene Debatte. Kohlendioxid zu lagern oder sogar von einem Abfall- zu einem Rohstoff zu machen, könnte die CO2-Emissionen deutlich schneller sinken lassen. Für die neue Regierung gilt es daher, frühzeitig die Weichen zu stellen, um die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid umfassend zu prüfen,“ sagt Hans-Joachim Kümpel, Leiter des acatech Projekts zu technischen Wegen der Dekarbonisierung und ehemaliger Präsident der BGR.


Für die Verminderung unvermeidbarer CO2-Emissionen aus industriellen Prozessen sind die Speicherung und Lagerung des Treibhausgases wichtige Optionen. Erika Bellmann, Policy Advisor Climate & Energy bei WWF Deutschland: „Um das Klima zu schützen und die völkerrechtliche Verpflichtung aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen, muss der CO2-Ausstoß überall stark sinken. CCS ist dazu keine Alternative. Aber es kann für Restmengen an Industrieemissionen, für die es noch keine andere Vermeidungsoption gibt, eine wichtige Rolle spielen.“


Die Vorlaufzeiten für die Speicherung und Nutzung von CO2 betragen mindestens zehn Jahre. Deshalb entscheidet sich in den kommenden vier Jahren, ob CCU und CCS ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Christoph Wolff, Managing Director der European Climate Foundation, fasst zusammen: „Eine Strategie für die Dekarbonisierung der Industrie zu entwickeln, gehört zu den wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten klimapolitischen Herausforderungen für die nächste Legislaturperiode. Um die notwendigen Emissionsminderungen im Industriebereich hinzubekommen, werden wir alle technisch verfügbaren Optionen brauchen: Elektrifizierung genauso wie mehr Effizienz und Kreislaufwirtschaft, und CCU und CCS für die Restemissionen, die sich anders nicht vermeiden lassen. Aber vor allem müssen wir jetzt die Weichen stellen, damit die Industrie bei Innovationen und Investitionen rechtzeitig auf einen Minderungspfad in Richtung der 2030-Ziele einschwenken kann.“


Den von acatech koordinierten Aufruf haben folgende Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Umweltorganisationen unterzeichnet:


- Bellona Foundation
- Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
- DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
- European Climate Foundation
- Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
- Germanwatch
- Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum
- Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.
- Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) e. V.
- WWF Deutschland
- Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie


Der Aufruf entstand aus dem Akademie-Projekt „Technische Wege zur Treibhausgasneutralität (Dekarbonisierung) in der Industrie“. Ein Zwischenstand des Projekts und der Aufruf sind unter www.acatech.de verfügbar. Abschließende Empfehlungen erscheinen im Sommer 2018.

Ansprechpartner


Christoph Uhlhaas
Leiter Kommunikation
acatech – Deutsche Akademie
der Technikwissenschaften
T +49 (0)89 52 03 09 60
M +49 (0)172 144 58 52
uhlhaas@acatech.de
www.acatech.de
www.twitter.com/acatech_de


Über acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
acatech berät Politik und Gesellschaft, unterstützt die innovationspolitische Willensbildung und vertritt die Technikwissenschaften international. Ihren von Bund und Ländern erteilten Beratungsauftrag erfüllt die Akademie unabhängig, wissenschaftsbasiert und gemeinwohlorientiert. acatech verdeutlicht Chancen und Risiken technologischer Entwicklungen und setzt sich dafür ein, dass aus Ideen Innovationen und aus Innovationen Wohlstand, Wohlfahrt und Lebensqualität erwachsen. acatech bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Die Mitglieder der Akademie sind herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Ingenieur- und den Naturwissenschaften, der Medizin sowie aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Senatorinnen und Senatoren sind Persönlichkeiten aus technologieorientierten Unternehmen und Vereinigungen sowie den großen Wissenschaftsorganisationen. Neben dem acatech FORUM in München als Hauptsitz unterhält acatech Büros in Berlin und Brüssel.

Die Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid (CCU, CCS) aus Industrieprozessen kann einen Teil der Klimaschutzlücke schließen. In der anbrechenden Legislaturperiode sollte Deutschland CCU und CCS prüfen, damit die Technologien rechtzeitig einsatzbereit sind. Zu diesem Fazit kommt ein heute erschienener Aufruf von Forschungseinrichtungen, Stiftungen und Umweltorganisationen.

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