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Grammy Awards 2018

Blog-Eintrag   •   Jan 29, 2018 15:46 CET

Eine Musikpreis mit politischer Dimension

New York stand dieses Wochenende mal wieder im Fokus der internationalen Medien. Anlass war die sechzigste Verleihung der heißbegehrten Grammy-Trophäen. Die Verleihung der Musikpreise ist in diesem Jahr freilich nicht nur aufgrund der ausgezeichneten Interpreten und der entsprechenden Show-Einlagen bedeutungsvoll, sondern vor allem durch die politische Dimension der Gala. Genauer gesagt: Im Vorfeld hing über der Berichterstattung die hochspannende Frage, an welche politischen und gesamtgesellschaftlichen Kontexte durch verbale/nonverbale Statements sowie etwaige Aktionen rund um die Veranstaltung angeknüpft wird.

Einen Tag nach der Gala ist zumindest klar, dass die TimesUp-Bewegung, die bekanntermaßen direkt auf die MeToo-Debatte folgte, auch bei diesem aktuellen Popkultur-Event Thema war. So trugen mehrere Musiker eine weiße Rose (am Revers oder in der Hand) und setzten dadurch ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch im Musikbusiness. Aber nicht nur durch diese symbolische Geste ragte das Politische in die Gala hinein. Hillary Clinton las aus dem Buch „Fire and Fury“ vor und nahm während eines Sketches die Amtseinführung von Donald Trump auf die Schippe. Ausgezeichnet wurden u.a. übrigens Bruno Mars (sechs Grammys) sowie die Elektro-Kombo Kraftwerk (in der Kategorie "Bestes elektronisches Album").

Unsere Online-Analyse zu den Grammys 2018

Unsere Analyse des Beitragsaufkommens in digitalen Medien (Online-News/Social Media) ergab, dass die Grammys vor allem ein Social-Media-Thema waren. Im Zeitraum (23.01. – 29.01; Stand: 12:00 Uhr) gab es rund 7 Tsd. Treffer im deutschen Sprachraum. 75% davon in sozialen Medien, 25% auf Online-News-Seiten.

Bei den Online-News-Seiten erwies sich vor allem ein Spiegel-Online-Artikel als besonders engagementstark (Summe der Shares/Likes/Kommentare). Der Artikel „Kraftwerk bekommen Preis für bestes Elektro-Album“ erzielte mit 294 Facebook- und 94 Twitter-Shares den höchsten Engagement-Wert.

Bei den Social-Media-Beiträgen generierte die Auszeichnung der Band Kraftwerk ebenfalls eine hohe Aufmerksamkeit. Bei den engagementstärksten Postings sind gleich zwei Beiträge vertreten, die den Preis für die deutsche Band thematisierten. Unter „Das beste Dance-Album kommt aus Deutschland“ erzielte ein Posting auf Zeit Online ein hohes Engagement (z.B. 520 Facebook-Likes).

Da derartige Veranstaltungen, wenig überraschend, durch eine ausgesprochen hohe Promi-Dichte auffallen, haben wir zudem einmal geschaut welchen Anteil die Beiträge haben, die sich primär um Celebrities drehen. Das Ergebnis spricht dabei für sich. Neben 56% der Beiträge, die hauptsächlich das Event thematisieren, liegt der Anteil der Beiträge, die ihr Hauptaugenmerk auf Prominente legen bei 22%. Besonders viel Aufsehen (1.198 Gefällt-mir-Angaben) erreichte hier ein Posting der Gala (unter Verwendung der Hashtags: #katieholmes #jamiefoxx #couplegoals ).

Auch wenn offenkundig im Showbusiness noch keine Geschlechtergerechtigkeit herrscht, gibt es in Punkto Geschlechterverteilung der Nutzer annähernd Gleichberechtigung. 49% aller Postings wurden weiblichen Nutzern zugewiesen, mit 51% leicht in der Überzahl sind die Beiträge männlicher User.

Die nächste große Preis-Verleihung im Bereich Popkultur findet übrigens aller Voraussicht nach Anfang März statt. An diesem Termin werden u.a. die besten Filme des Jahres ausgezeichnet. Wir sind auf jeden Fall schon einmal gespannt und berichten an dieser Stelle, welche interessanten Social-Media-Insights die diesjährigen Oscar-Verleihungen so bereit halten.

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