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Mehr als 28 Millionen Euro für Baumaßnahmen im Netzcentergebiet Kolbermoor

Pressemitteilung   •   Sep 12, 2016 14:35 CEST

Bayernwerk-Netzcenter Kolbermoor stellt Baumaßnahmen 2016 vor

Kolbermoor. Rund 115 Millionen Euro steckt das Bayernwerk in diesem Jahr in seine Stromnetze im südlichen Oberbayern, mehr als 28 Millionen davon im Gebiet des Bayernwerk-Netzcenters Kolbermoor. Damit investiert das Bayernwerk in die Instandhaltung des regionalen Verteilnetzes und schafft die notwendigen Netzkapazitäten für die Einspeisung Erneuerbarer Energien. Einzelne Projekte stellte das Bayernwerk in einem Pressegespräch am Netzcenter Kolbermoor vor.

„Unsere Aufgaben haben sich mit der Energiewende stark erweitert“, erklärte Ursula Jekelius, die beim Bayernwerk für die oberbayerischen Regionen verantwortlich ist. Besondere technische und technologische Anforderungen stelle der hohe Anteil regenerativer Energie im Bayernwerk-Netz. Dank aktuell über 260.000 in das Stromnetz eingebundener dezentraler Einspeiseanlagen, größtenteils Photovoltaik, transportiere das Bayernwerk heute schon zu über 60 Prozent regenerativen Strom im seinem Netz. „Zweimal hatten wir in diesem Jahr die Situation, dass unser gesamtes Netzgebiet über mehrere Stunden zu 100 Prozent aus regenerativer Energie versorgt war“, betonte Jekelius. Eine große Herausforderung für den Netzbetrieb bleibe die stark schwankende Einspeisecharakteristik der PV-Anlagen. Um die Netzstabilität zu gewährleisten, integriere das Bayernwerk immer mehr technologische Innovationen in die Infrastruktur. Regelbare Ortsnetztransformatoren beispielsweise sorgen im lokalen Bereich für Stabilität im Netz, indem sie automatisiert Spannungsschwankungen entgegenwirken.

Trotz aller technologischen Entwicklungen führe jedoch kein Weg am klassischen Netzbau vorbei. „Unser wichtigstes Produkt bleibt die sichere Versorgung der Menschen mit Energie“, betonte Ursula Jekelius. Dazu müsse man die Netze instand halten, modernisieren und ausbauen. Nach 520 Millionen Euro im letzten Jahr, verbaue das Bayernwerk in 2016 weitere 580 Millionen Euro. „Das Verteilnetz ist die Steuerzentrale der Energiewende. Mit unseren Netzinvestitionen rüsten wir unsere Infrastruktur für die Zukunft“, so Jekelius.

Gazmend Kryeziu, am Netzcenter Kolbermoor für den Netzbau zuständig, stellte das Baubudget für das sogenannte Netzgebiet „Oberbayern Süd“ vor: „115 Millionen Euro verbauen wir im südlichen Oberbayern, mehr als 28 Millionen davon im Netzcentergebiet Kolbermoor. Das Netzcentergebiet umfasst die Landkreise Miesbach, Rosenheim und Traunstein. Rund 270.000 Einwohner in 55 Kommunen werden so über unsere Infrastruktur des regionalen Netzbetreibers versorgt.“

Auf der Agenda des diesjährigen Bauprogramms stehen laut Gazmend Kryeziu Netzerweiterungen, Erdverkabelung und Freileitungsabbau in der Mittelspannung und Netzerneuerungen.

  • Eine Erweiterung des Mittelspannungsnetzes steht beispielweise in der Umgebung von Nußdorf am Inn (Landkreis Rosenheim) an. Von Windhausen bis Fischbach wurde eine sogenannte Ringleitung verlegt. Mit dem 2,2 Kilometer langem Erdkabel wurde die Netzeinbindung der umliegenden Ortschaften verbessert und die Versorgungssicherheit weiter erhöht. Neben einer Unterquerung des Inn mittels einer Spülbohrung war dazu auch der Bau einer neuen Trafostation notwendig. Die Bauzeit betrug rund 14 Wochen.
  • Seit Juni 2016 ist der Ersatzneubau des Umspannwerks Grabenstätt (Landkreis Taunstein) abgeschlossen und das neue Umspannwerk ist in Betrieb. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme betrugen rund vier Millionen Euro. Im Zuge dieser Maßnahme wird auch das umliegende Mittelspannungsnetz erweitert. Zwischen Grabenstätt und Vachendorf entsteht auf einer Länge von über fünf Kilometern in zwei Bauabschnitten eine neue Mittelspannungskabel-Verbindung. Vier Trafostationen werden neu errichtet. „Auf knapp drei Kilometern Länge bauen wir heute bestehende Mittelspannungs-Freileitungen zurück“, erklärte Gazmend Kryeziu.
  • In Fischbachau (Landkreis Miesbach) wurde entlang der Birkenstraße auf knapp einem Kilometer ein bestehendes Erdkabel ausgetauscht.
  • Zwischen Aschau und Bernau (Landkreis Rosenheim) wird in zwei Bauabschnitten auf über fünf Kilometern Länge ein Mittelspannungskabel verlegt. Zusätzlich ist die Installation zweier Trafostationen notwendig. 4,5 Kilometer Freileitung können im Zuge dieser Maßnahme abgebaut werden.
  • Eine sechs Kilometer lange Mittelspannungsverkabelung erfolgte im Raum Samerberg (Landkreis Rosenheim) und steht kurz vor dem Abschluss. Sechs Trafostationen wurden neu errichtet. Nach Fertigstellung dieser Maßnahme werden auf sechs Kilometern Länge Freiteilungen abgebaut.
  • Zur Optimierung der Netzstruktur wurde ein sechs Kilometer langes Mittelspannungskabel vom Umspannwerk Kolbermoor (Landkreis Rosenheim) ausgehend bis Großkarolinenfeld verlegt.
  • Ein 3,6 Kilometer langes Mittelspannungskabel wird im Raum Moosrain-Dürnbach (Landkreis Miesbach) verlegt.
  • Sogenannte intelligente Ortsnetz-Trafostationen wurden in Prutting und in Pinzzenau (Landkreis Rosenheim) installiert. Die Stationen sind in der Lage, im lokalen Umfeld automatisiert auf Netzschwankungen zu reagieren.

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG bietet rund fünf Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Der Verteilnetzbetreiber forscht, entwickelt und arbeitet an Energielösungen von morgen. Für die Gestaltung der Energiezukunft in Bayern zeichnet sich das Energieunternehmen vielfach verantwortlich. Dazu zählt die Integration regenerativer Erzeugungsanlagen in das Verteilnetz, die Entwicklung intelligenter Netzkomponenten, die Energiepartnerschaft zu Bayerns Kommunen mit vielfältigen Energiedienstleistungen sowie kundenbezogene moderne Energiekonzepte des Tochterunternehmens Bayernwerk Natur. Mit einem Stromnetz von rund 153.000 Kilometern Länge und einem etwa 5.700 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.500 Kilometern. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In sein Netz hat das Bayernwerk rund 260.000 regenerative Erzeugungsanlagen angeschlossen und verteilt so zu mehr als 60 Prozent ausschließlich regenerative Energie. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige E.ON-Tochter.