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Presseinformation: Mehr als 28 Millionen Euro für Netzmaßnahmen im Netzcentergebiet Penzberg - Bayernwerk-Netzcenter stellt Baumaßnahmen 2015 vor

Pressemitteilung   •   Aug 11, 2015 19:18 CEST

Penzberg. Im Rahmen eines Pressegesprächs hat das Bayernwerk über seine diesjährigen Netzbaumaßnahmen im Gebiet des Netzcenters Penzberg informiert. Eingangs äußerte sich die für Oberbayern verantwortliche Bayernwerk-Regionalleiterin Ursula Jekelius zum Stand der Energiewende im Bayernwerk-Netz.

„2015 ist für uns bislang ein Jahr der Rekorde: Höchstwerte bei regenerativer Leistung, Höchstwerte bei der Einspeisung erneuerbarer Energie und Höchstwerte beim Netzbauvolumen sind Indizien für die Musik, die derzeit im regionalen Verteilnetz spielt“, betonte Ursula Jekelius. „Bei dezentraler Einspeisung dominiert in unserem Netz seit Langem die Photovoltaik. 255.000 Photovoltaik-Anlagen haben wir bis heute in unser Netz integriert, 77.000 davon in Oberbayern. Mit einer theoretischen Leistung von 5.600 Megawatt ist unser Netz in puncto Photovoltaik europaweit an der Spitze“, so Jekelius. In Summe aller dezentralen, regenerativen Energien, die in das Verteilnetz des Bayernwerks einspeisen, weise das Unternehmensnetz eineinstallierte Leistung von 8.400 Megawatt auf – das entspräche der Leistung von acht bis neun Großkraftwerken. Damit verteile das Bayernwerk in seinem Netz heute schon zu 60 Prozent regenerative Energie. Das sei vor wenigen Jahren nicht vorstellbar gewesen. Regelmäßig übersteige die Stromerzeugung den örtlichen Strombedarf.

Um die Versorgungssicherheit unter diesen Bedingungen hoch zu halten und den erzeugten regenerativen Strom auch zum Verbraucher zu bringen, arbeite man ständig an der Optimierung des Verteilnetzes. Dazu entwickle das Bayernwerk innovative Netzkomponenten wie den regelbaren Ortsnetztransformator und bringe diese auch zum Einsatz. „Entscheidend bleibt aber der klassische Netzausbau, von der Instandhaltung und Erneuerung bis hin zur Erweiterung regionaler Netzkapazitäten. In unserem gesamten Netzgebiet stecken wir in diesem Jahr rund 520 Millionen Euro in unser Verteilnetz“, erläuterte Ursula Jekelius. „Rund 93 Millionen sind ausschließlich auf Energiewende-Maßnahmen zurückzuführen. Über 420 Millionen wenden wir auf, um die Versorgungssicherheit für die rund fünf Millionen Netzkunden in den bayerischen Regionen auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten“, so die Regionalleiterin weiter.

Der für die oberbayerischen Netzdienste verantwortliche Stefan Theiner stellte das Baubudget für Oberbayern vor: „Rund 177 Millionen Euro verbauen wir in Oberbayern, mehr als 28 Millionen davon im Netzcentergebiet Penzberg. Das Netzcentergebiet umfasst Teile der Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg, Landsberg am Lech und München. Rund 280.000 Einwohner in 76 Städten und Gemeinden werden so über unsere Infrastruktur des regionalen Netzbetreibers versorgt.“

Florian Fischer, der für die Netzbaumaßnahmen des Penzberger Netzcenters verantwortlich ist, stellte einzelne Projekte des laufenden Jahres vor. Eine umfangreiche Netzverstärkung finde im Raum Murnau-Bad Kohlgrub (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) statt. Aufgrund der hohen Einspeiseleistung der dezentralen Erzeugungsanlagen müssen laut Fischer neue Netzkapazitäten geschaffen werden. „Dazu verlegen wir zwischen unserem Murnauer Umspannwerk und einer Schaltstation im Saulgruber Süden ein neues, rund 18 Kilometer langes Mittelspannungssystem.“ Mit den Arbeiten beginne man im September in Murnau. Der zweite Bauabschnitt beginne erst in 2016. Nach Fertigstellung der Kabelverbindung werde man auf rund 3 Kilometern von der Ramsachkirche in Murnau bis auf Höhe Ortsteil Moosrain die heute bestehende Freileitung abbauen.

Eine Netzverstärkung im Raum Polling-Oberhausen (Landkreis Weilheim-Schongau) ist ebenfalls aufgrund wachsender Einspeisung aus EE-Anlagen erforderlich. Zugleich werde die Netzstruktur neu organisiert. Ab September beginnen die Arbeiten rund um Polling. Der Oberhausener Bauabschnitt beginnt laut Fischer im nächsten Jahr. In Summe werde dort ein knapp zwölf Kilometer langes Mittelspannungskabelsystem verlegt. Nach Fertigstellung werde auf einer Länge von 4,2 Kilometer eine Freileitung rückgebaut. „Zusätzlich verlegen wir rund um Wielenbach rund acht Kilometer Mittelspannungskabel und bauen über sechs Kilometer Freileitung ab.“, erklärte Fischer.

Zu einer Freileitungsverkabelung komme es auch zwischen Benediktbeuern und Bichl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Ab Oktober werde dort innerhalb einer siebenwöchigen Bauzeit eine rund ein Kilometer lange Freileitung durch ein Erdkabel ersetzt.

Eine innovative Netzkomponente kommt laut Fischer in Eberfing im Landkreis Weilheim-Schongau zum Einsatz. „Dort existiert ein Netzknotenpunkt mit drei Freileitungen. Diese laufen Richtung Weilheim, Richtung Eberfing und nach Antdorf. Diesen Knotenpunkt verbinden wir nun mit einer intelligenten Ortsnetzstation, wodurch wir ständig über die Lastsituation und die Lastflüsse im Netzinformiert sind. Der Lastfluss in diesem Netzgebiet schwankt zwischen Einspeisung und Bezug. Eine Verbindung zur Netzleitstelle ermöglicht nun eine direkte Bedarfssteuerung. Das ist ein wichtiger Beitrag, um bei weiter wachsender Einspeisung stabile Netzverhältnisse in der Region zu gewährleisten“, erklärte Fischer. Die Station werde im Oktober installiert.

Neben vielen Maßnahmen, die Teil der Energiewende sind, stehe auch die Versorgungssicherheit im Fokus der Baumaßnahmen. So werde beispielsweise in Murnau am Staffelsee zwischen den Ortsteilen Hermannswiese und Berggeist ein Mittelspannungskabel erneuert.

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG ist der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Mit einem Stromnetz von rund 153.000 Kilometern Länge und einem über 5.700 Kilometer langen Erdgasnetz sichert das Unternehmen die Energieversorgung in weiten Teilen des Freistaats. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.500 Kilometern. Das Netzgebiet des Bayernwerks erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In seinem Netz transportiert das Unternehmen mehr als 60 Prozent regenerative Energie. Zu den Kernaufgaben des Bayernwerks zählen neben einer sicheren Versorgung insbesondere der Ausbau und die technologische Entwicklung der Netzinfrastruktur. Zudem bietet das Bayernwerk seinen Kunden unterschiedliche Energiedienstleistungen. Das Tochterunternehmen Bayernwerk Natur kümmert sich um den Bau und den Betrieb dezentraler und regenerativer Kleinkraftwerke. Das Bayernwerk gestaltet die Energiezukunft in Bayern maßgeblich mit und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige E.ON-Tochter.