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Unwetter sorgen für zahlreiche Stromausfälle in Bayern

Pressemitteilung   •   Aug 19, 2017 16:35 CEST

Blitzeinschläge in das Stromnetz wie in der vergangenen Unwetternacht führen zu kurzen Überspannungen und können dabei Kabel beschädigen.

Mehr als 40.000 Haushalte und Betriebe im Bayernwerk-Netzgebiet betroffen – Aufarbeitung der Schäden dauert an

Regensburg. Schwere Gewitter und orkanartige Böen haben in der Nacht von Freitag auf Samstag (18./19. August) für rund 40 Stromausfälle in weiten Teilen Bayerns gesorgt. Besonders heftig erwischte es die Region Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf, Oberbayern) und den Raum Passau (Niederbayern) bis nach Oberösterreich. Dort waren in der Nacht mehrere zentrale Versorgungsleitungen und zwei Umspannwerke teilweise mehrere Stunden vom Netz. Insgesamt waren mehr als 40.000 Haushalte und Betriebe im Bayernwerk-Netzgebiet in der Unwetternacht zeitweise ohne Strom. Die Netzleitstellen des Bayernwerks in Dachau (Oberbayern) und Neunburg vorm Wald (Oberpfalz) sowie die mobilen Serviceteams der regionalen Netzcenter sind seit dem frühen Freitagabend ununterbrochen im Einsatz, um die zahlreichen Unwetterschäden aufzuarbeiten.

Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume waren in der Unwetternacht die häufigsten Ursachen, dass in der Spitze bis zu 40 Regionen – vom Ortsteil bis zur Kleinstadt – zeitweise ohne Stromversorgung waren. Auf dem Höhepunkt des Gewitter- und Sturmtreibens gegen 2.30 Uhr waren im Bayernwerk-Netzgebiet rund 1.300 Ortsnetztrafostationen, überwiegend in Ober- und Niederbayern, kurzzeitig vom Netz.

Schnelle Wiederversorgung trotz Unwetterschäden

Vielerorts konnte das Bayernwerk durch Schaltmaßnahmen aus den beiden Netzleitstellen und mit Hilfe mobiler Serviceteams vor Ort die Stromversorgung binnen weniger Minuten wiederherstellen. Bereits am frühen Samstagmorgen war das Bayernwerk-Netzgebiet trotz zahlreicher Leitungsschäden weitestgehend wieder mit Strom versorgt. Erschwert wurde die Arbeit der mobilen Servicekräfte dabei nicht nur durch die anhaltenden Unwetter in der Nacht, sondern auch deren kaum übersehbare Folgen: blockierte Straßen und Feldwege sowie herunterhängende und gerissene Stromleitungen.

In den Regionen Waldkraiburg und Passau mussten viele Haushalte in der Nacht teils über mehrere Stunden ohne Strom auskommen. Bei Waldkraiburg hatten heftige Unwetter gegen 21.45 Uhr gleich zwei zentrale 110-Kilovolt-Versorgungsleitungen beschädigt. Das Umspannwerk Waldkraiburg, das neben der Stadt auch weite Teile des Landkreises Mühldorf mit Strom versorgt, ging daraufhin vom Netz. Erst gegen 3.30 Uhr – nach aufreibenden Reparaturarbeiten unter der vorbeiziehenden Gewitterfront – stand das Umspannwerk wieder unter Spannung.

Angespannte Lage in Passau

Gegen 23 Uhr meldete auch das Umspannwerk Grubweg bei Passau Spannungsausfall. Mit der Versorgung der Stadtwerke Passau stellt es für gewöhnlich auch die Stromversorgung der Dreiflüssestadt und der angrenzenden Region sicher. Am östlichsten Zipfel Niederbayerns bis hinein nach Oberösterreich wüteten die Unwetter in der Nacht zum Samstag so heftig, dass die Schadenssuche entlang der betroffenen 110-Kilovolt-Leitung bei Ingling zeitweise unterbrochen werden musste. Am Samstagmorgen sprang schließlich die Polizeifliegerstaffel aus Holzkirchen bei München dem Bayernwerk mit einem Polizeihubschrauber zur Seite, um im Tiefflug entlang der kaum zugänglichen Leitungsstrecke die zahlreichen Schäden aufzunehmen.

Im gesamten Bayernwerk-Netzgebiet mussten in der Unwetternacht Dutzende Bäume und Äste aus beschädigten Freileitungen geschnitten werden. Im Raum Passau konnten aufgrund der schweren Unwetterschäden bis zum späten Samstagnachmittag (16.30 Uhr) noch nicht alle Haushalte und Betriebe wieder mit Strom versorgt werden.

Weitere Stromausfälle in Nord- und Ostbayern

Bereits am frühen Freitagabend kurz vor 18 Uhr hatte ein Gewitter im Raum Ebrach (Landkreis Bamberg, Oberfranken), Burghaslach (Landkreis Neustadt an der Aisch, Mittelfranken) und Geiselwind (Landkreis Kitzingen, Unterfranken) für einen fünfminütigen Stromausfall gesorgt.

Bei Kleinbardorf, einem Ortsteil der Gemeinde Sulzfeld (Landkreis Rhön-Grabfeld, Unterfranken), hatte gegen 18.43 Uhr eine Sturmböe einen Hochspannungsmast abgebrochen. Weite Teile der Gemeinde waren in der Folge eine Viertelstunde ohne Strom. Die letzten Haushalte und Betriebe in Sulzfeld waren kurz nach 20 Uhr wiederversorgt.

Ein schweres Gewitter war kurz vor 19 Uhr auch der Auslöser für einen Stromausfall in weiten Teilen des Marktes Hahnbach (Landkreis Amberg-Sulzbach, Oberpfalz). Eine Viertel- bis halbe Stunde waren ein Großteil der rund 5.000 Einwohner und örtlichen Betriebe ohne Strom. Gegen 20.45 Uhr konnte das Bayernwerk wieder die Vollversorgung der Marktgemeinde melden.

Stromausfall kurz vor 20 Uhr auch in Teilen Dietfurts (Landkreis Neumarkt, Oberpfalz): Kleinere Ortsteile mussten wegen eines heftigen Unwetters fast eine Stunde ohne Strom auskommen.

Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz

Blitzeinschläge in das Stromnetz führen zu kurzen Überspannungen und können dabei Kabel beschädigen. In Hochspannungsleitungen gestürzte Bäume müssen unter höchsten Sicherheitsstandards beseitigt werden. Um von Stromausfall betroffene Haushalte und Betriebe schnell wiederzuversorgen, arbeiten die Mitarbeiter der Bayernwerk-Netzleitstellen in Dachau und Neunburg vorm Wald mit den mobilen Servicekräften der regionalen Bayernwerk-Netzcenter zusammen. Die Serviceteams sind vor Ort im Einsatz, orten Schadensstellen und leiten die Schaltmaßnahmen zur Wiederversorgung ein.

Über Bayernwerk Netz GmbH:

Die Bayernwerk Netz GmbH bietet rund fünf Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Mit seinem Stromnetz von rund 154.000 Kilometern Länge und seinem über 5.800 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt die Bayernwerk Netz GmbH ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.600 Kilometern.

Rund 2.700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten arbeiten an einer sicheren Versorgung und am Energiesystem von morgen. In seinem Netz transportiert das Unternehmen zu 60 Prozent regenerative Energie. Dafür sorgen rund 265.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die in das Netz des Bayernwerks einspeisen.

Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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