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Die Sommertrends 2020: Ein Stück heile Welt zurückerobern

Pressemitteilung   •   Aug 30, 2019 16:54 CEST

Foto: Karsten Jipp; far.consulting

Seit ein paar Jahren gewinnt das „zweite Wohnzimmer“ immer mehr an Bedeutung. Egal, ob großer Garten oder kleine Mietwohnung: Balkon, Terrasse oder Garten werden aufgemöbelt und mit hochwertigen Outdoormöbeln, cleveren Möbelkonzepten, wasserabweisenden Stoffen und Leuchten zum vollwertigen Wohnraum ausgebaut. Design-Journalist und Trendforscher Frank A. Reinhardt (far.consulting) fasst die wichtigsten Trends im Outdoor Living zusammen.


Outdoor Living: Ein Stück heile Welt zurückerobern

Der Lebensraum in der Stadt ist begehrt, knapp und kostbar. Gleichzeitig scheint die Sehnsucht gerade der Stadtmenschen nach mehr Nähe zur Natur besonders groß zu sein. Hinterhöfe, kleine Balkone oder kleine Gärten werden mit einem liebevollen Styling aufgewertet und platzsparend fürs Grillen, Relaxen oder zum Spaß haben mit Freunden eingerichtet. Wo keine Bäume stehen, helfen die Bewohner einst kahler Betonwüsten mit Kübelwäldern und Tomatenplantagen nach, was der grüne Daumen hergibt. Wintergärten sind gute räumliche Lösungen für Schlechtwetterphasen und verlängern die Zeit im Grünen. Schrebergärten, Brachflächen und neue Gemeinschaftsflächen, allen voran die Dächer über der Stadt, werden reaktiviert, um dem Top-Trend Urban Gardening nachgehen zu können.

Gemütlich, schick und gerne authentisch: drinnen wie draußen

Oft ist zu beobachten, wie Trends ihren Einfluss mit zeitlicher Verzögerung von einem Wohnbereich in den nächsten übertragen. Mittlerweile hat der Top-Trend „Gemütlichkeit“ auch den Balkon erreicht. Anbieter von Outdoor-Produkten kommen dem Wunsch nach mehr „Stofflichkeit“ mit innovativen Textilien nach, die kaum noch durch lange Sonneneinstrahlung ausbleichen und auch mal eine Nacht im Regen aushalten. Gerade Outdoor-Teppiche für die Terrasse sind extrem angesagt, und selbst das Outdoor-Sofa im Einheitslook wird mit hochwertigen Polstern und originellen Kissen zu einer coolen Wohlfühloase. Die Gemütlichkeit wird mit geschickt platzierten LED- und Solar-Lampen unterstützt. Die Niedervolt-Technik macht den unproblematischen Einsatz im Freien möglich und inspiriert Designer und Produktentwickler zu stimmungsvollen Lösungen. Immer seltener werden hingegen 08/15-Plastikstühle und Wachstuchdecken. Schließlich lieben Städter Design und „echte“ Materialien wie Holz und Metall.

Natur und Technik als Teamplayer

Der Rasenroboter ist erst der Anfang – auch der Garten wird nun smart. Vom Liegestuhl aus lässt sich der Rasensprenger bequem per App starten, oder noch besser während des Urlaubs auf eine vollautomatische Bewässerungsanlage setzen. Vor allem im Bereich Verschattung wird es in den nächsten Jahren einen Innovationsschub geben; erst recht, wenn uns weitere heiße Sommer ins Haus stehen. Dabei werden private Haushalte von den Neuentwicklungen im gastronomischen Bereich profitieren. Clevere Sichtschutzlösungen – denkbar auch als hängende Pflanzwand – für Balkon und Garten werden mit höherem ästhetischen Anspruch gestaltet und übernehmen zusätzliche Funktionen wie etwa Begrünung und Schallschutz. Gleichzeitig werden neue Lösungen für den Regenschutz entstehen. Moderne Bluetooth-Lautsprecher für draußen spielen Musik ab, laden das Handy auf und dienen als Freisprecheinrichtung. Und wem seine selbstgezogenen Kräuter in der Einflugschneise eines Flughafens nicht „bio“ genug sind, der greift als Eigenversorger auf ein intelligentes Vertical Farming System für die Küche zurück (z.B. Agrilution).

Die Trendfarbe der Outdoor-Saison 2020: Gelb

Aktueller Kandidat für die Sommerfarbe 2020 ist ein sattes Gelb. Mit einer leichten Nuance ins Orange wirkt dieses Gelb modern und ausgesprochen selbstbewusst. Für den Outdoor-Bereich ist die Farbe die perfekte Ausgangsbasis für angesagte Outdoor-Dekorationen. Zum neuen Gelb im Garten gesellt sich noch ein himmelblaues Sommerblau. Ganz im trendigen Tommy-und-Annika-Look, bei dem Gelb auch mal mit Bonbon-Farben wie Babyblau und Rosa kombiniert werden darf, lassen sich Gartenterrasse oder Balkon damit gestalten „wie es mir gefällt“. Ähnlich wie bei Grün lassen sich auch im gelben Farbraum verschiedene Gelbtöne miteinander mischen, ohne dass es im Farb-Knigge knirscht. Von einem pastelligen Strohgelb über ein frisches Zitronengelb bis zu einem kräftigen Orangegelb reicht die Bandbreite der angesagten Gelbtöne. In Kombination mit dem schon lange anhaltenden Trend zu Grau im Outdoor-Möbelbereich ergibt sich nicht nur eine schöne Kontrastwirkung – es kommt auch endlich wieder Farbe in den Outdoor-Bereich.

  

Neue Basisfarbe Weiß – starkes Statement bei Outdoor-Möbeln

Neben Holz sind Metalle und Kunststoffe die bewährten Materialien für Möbel, die dem Wetter trotzen. Bei allen konstruktiven Elementen der Möbel – Beinen, Rahmen, Streben, Platten – herrscht seit Jahren elegantes Grau oder Anthrazit vor. Als Signal für modernes Design und edles Ambiente kommt nun ein Gegenspieler ins Rennen: Weiß. Als Basisfarbe ist Weiß genauso vielfältig kombinierbar wie Grau, wirkt dabei aber leichter und fällt gleichzeitig stärker ins Auge. Damit wirken die Möbel automatisch selbstbewusster. Dass die weißen Möbel auch weiß bleiben ist hochwertigen Lacken und Materialverbesserungen bei den eingesetzten Kunststoffen zu verdanken. Auch, wenn der Reinigungsaufwand größer ist: Mit Weiß setzt man ein starkes Statement. Damit setzt sich endlich auch im Garten der im Interior Design schon seit Längerem dominante Farbtrend durch. Weiß wirkt nicht nur frisch und hell, sondern auch minimalistisch-modern, kann sich aber auch Gestaltungen im Vintage-Style anpassen. Egal, ob kühl modern oder shabby chic: Aufgewärmt und aufgelockert wird das Weiß durch Muster in Print oder Struktur. Und auch zum Farbtrend im bunten Bereich – aktuell Gelb – passen die weißen Möbel perfekt.

Gesellige und coole Möbeltypen: bloß nicht festlegen lassen

„Ist das für drinnen oder für draußen?“ will man unwillkürlich angesichts der neuen Möbel für Garten und Terrasse fragen. Holz, Metall, Korb und Kunststoff, Baumwolle oder PVC, Stein, Beton oder Verbundstoff – das Auge findet kaum noch Unterschiede, weder in der Oberfläche noch in der Ästhetik ihrer Verarbeitung. Denn auch die Formgebung orientiert sich nicht mehr an klassischen Terrassenmöbeln, sondern an dem, was im Wohnzimmer steht. Hauptsache schick. Beide Wohnraumtypen beeinflussen sich gegenseitig und tauschen auch schon mal ihre Ausstattung aus. Der Servierwagen verbindet die Wohnbereiche – er ist derzeit das Lieblingsobjekt der Designer und erlebt eine Renaissance. Möbelensembles laden zu Tischgesprächen an niedrigen Couchtischen und mal filigranen, mal robusten Esstischen ein, loungige Sitzecken zum Versinken in weichen Kissen und Granitplatten bewehrte Outdoor-Küchen zum geselligen Kochen. Angesagte Designs zitieren die kurvigen Formen der 70er Jahre, die farbenfrohen Kreationen der Sixties oder die klassischen skandinavischen Möbel des Mid-Century-Style. Materialkombinationen aus Holz und Metall sind genauso angesagt wie Geflochtenes, egal ob aus Korb, Textil, Draht, konventionellem Polyrattan oder kultiger Kunststoffschnur.

Schlafen im Freien – mit Blick auf die Sterne

Wenn die aufgeheizten Räume in den Städten erholsamen Schlaf unmöglich machen, ist das Übernachten auf dem Balkon oder im Garten auch für Menschen, die keine Anhänger des derzeit so beliebten Camping-Urlaubs sind, eine gute Möglichkeit, von den kühleren Nachttemperaturen zu profitieren. Daybeds, bequeme Liegen oder Hängematten können dann auch schon mal ohne viel Aufwand zum Schlafen im Freien genutzt werden. Gerade Teenager entdecken das Outdoor-Trampolin als Styling-Plattform und Zelt-Alternative. Im Handumdrehen verwandeln sich die drei Meter Durchmesser in ein Outdoor-Wohnzimmer. Der federnde Boden ist wie geschaffen für ein gemütliches Bettenlager, und die alten Sicherheitsnetze sind mit ein paar Stoffen oder Decken schnell in Wände umfunktioniert. Halb offen, halb geschlossen gegen neugierige Blicke, wird das Trampolin zur individuellen Höhle, um cool abzuhängen oder zu feiern – für einen Tag, einen Abend, eine Nacht oder einen Sommer. Deko-Elemente wie Kissen oder Stofftiere machen das Styling perfekt.

Wasser marsch: das kühle Nass für Erholung und Spaß

Vom Haus am See träumen nicht nur Rapper – wohnen am Wasser ist ein klassisches Idealbild. Darum macht Wasser auch im kleineren Stil aus jedem Garten etwas Besonderes. Es steht für Frische und Naturnähe, aber auch für Luxus. Naturschwimmteiche sind sehr angesagt, aber auch sehr aufwändig. Outdoor-Duschen hingegen sind leichter zu installieren und gehören an heißen Tagen zum Ausstattungs-Highlight Nr. 1 im modernen Garten. Überhaupt ist das Thema Wasser ein gern genutztes Element – ob als Pool, Kneipp-Becken oder Teich mit Koi-Aufzucht. Und wem der Platz für einen Teich fehlt, kann sich seinen Mini-Teich auch in Kübeln oder Kunststoff-Bottichen anlegen, die nett in das Ambiente integriert werden, oder zu einem der Springbrunnen greifen, die heute auch ganz puttenfrei in modernen, puristischen Designs angeboten werden.

Styling gesucht! Der Garten mit Geschichte

Die Tradition kunstvoller Gartengestaltung reicht so lange zurück, wie es Gärten gibt. Das heutige Ideal ist dem Wohnumfeld angepasst und soll so authentisch wie möglich sein. Da Streuobstwiesen und parkähnliche Gärten so gut wie verschwunden sind, bedeutet dies zumeist, dass Garten oder Terrasse passend zum (Einfamilien-)Haus oder zur Wohnung ausgestattet und gestaltet werden – oft unter einem Thema oder Motto: klassisch streng oder wild wuchernd, englischer Rasen oder japanischer Bambusgarten, modern oder im altmodischen Landhausstil, alternativ im biologischen Mischmasch oder in gestaffelten Staudenbeeten, eher im Shabby Chic mit vielen dekorativen Details oder doch lieber minimalistisch in architektonisch gestaffelten Räumen. Echte Gartenliebhaber beobachten zudem mit einiger Sorge eine Tendenz zu Schottergärten, die mit pilzartigen LED-Leuchten bepflanzt sind. Wie auch immer: Hauptsache, der Garten erzählt eine einheitliche Geschichte.

Sorgenfreier Genuss: Clevere und ergonomische Outdoor-Möbel für mehr Raum und Komfort

Garten, das bedeutet auch Arbeit. Selbst in Balkonien spannt sich der Sonnenschirm nicht von selbst auf, versorgen sich die Blumen nicht von allein und lassen sich schwere Töpfe und Ständer nicht aus dem Handgelenk verschieben. Oder doch? Kübel aus modernen Verbundmaterialien, portable Pflanzbeete in ergonomisch angenehmer Höhe, Sonnenschirme mit Push-up-Systemen und radbewehrten Granitständern machen das Leben auf der Terrasse leichter. Auch auf kleinen Balkonen ist Komfort angesagt: Kissen lassen sich im Sofakasten verstauen, Tische gibt es mit integrierten Wäscheständern, Vertikalbeete und Pflanzleitern lassen hässliche Balkonwände rückenschonend aufblühen. Hier können sich künftig Designer mit cleveren Ideen und modernem Gestaltungsanspruch austoben – das Produktangebot an ergonomischen Produkten wie etwa leicht zu handhabenden Liegestühlen und Klappmöbeln in Verbindung mit innovativer Beschlagtechnik sowie smarter Technologie wird zunehmen, besonders im Komfortbereich.

Draußen sein! Outdoor-Zeit ist rund ums Jahr.

Neigt sich der Sommer seinem Ende zu, kann es abends auch schon mal kälter werden. Neben Heizpilzen werden zunehmend auch Kamine für draußen eingesetzt. Wer keinen fest gemauerten Außenkamin hat, greift auf mobile Modelle zurück. Wer den Raum hat, kann sich mit einer Outdoor-Küche als angesagter Naturtyp beweisen. Draußen nicht nur zu essen, sondern auch zu kochen – idealerweise gemeinsam mit seinen Gästen – ist absolut angesagt und garantiert ein höchst kommunikatives Event mit Freunden und Familie. Alles, was die Sommersaison irgendwie verlängert – Zelte, Heizer, Kuscheldecken, Überdachungen und Pergolen, Pavillons, Gewächs- und Gartenhäuser –, hat Hochkonjunktur. Und wenn auch das nicht mehr hilft, ist es endlich Zeit fürs Wintergrillen. Der kernige Lifestyle-Trend aus dem Gastro-Bereich erobert allmählich Balkons und Hinterhöfe und gilt als besonders originell, nach dem Motto: Wintergärten sind doch was für Warmduscher.

Der Kölner Journalist und Trendforscher Frank A. Reinhardt (far.consulting) ist Trendexperte im Bereich Wohnen und Einrichten und hat sich in den Medien einen Namen gemacht. Als Jury-Mitglied von Designpreisen und als Referent diverser Branchenforen gibt er sein Wissen seit Jahren an interessierte Fachbesucher der spoga+gafa weiter.

far.consulting beobachtet den Markt, entwickelt Ideen und generiert dazu spezifische Inhalte, überträgt sie in Bilder und übersetzt diese wieder in Worte. Als Beratungs- und Kommunikationsagentur vermitteln wir zwischen den Welten der Industrie, der Kreativen und der Presse.

Die Verbindung von unternehmerischen Strategien und der Kommunikation von designorientierten Inhalten ist unser Geschäftsfeld. Dazu nutzen wir diverse Medien wie Text, Foto, Film und Internet. Wir erstellen Konzeptionen und Präsentationen, machen Interviews, Magazine und Trendreporte, schreiben Pressetexte, Fachartikel, Kundenzeitschriften und Bücher, konzipieren und gestalten Ausstellungs- und Messeformate und veranstalten Events und Vortragsprogramme. Daneben hat sich aus der Beratung designorientierter Unternehmen ein umfangreiches Schulungsangebot entwickelt.

far.consulting ist ein kleines Team aus Marketingexperten, Designern, Journalisten und Kommunikationsfachleuten. Wir passen in keine Schublade. Unser Portfolio umfasst viele Aufgabenbereiche in den verschiedensten Disziplinen und Branchen. Was sie alle verbindet, ist Design.

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