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Büroarbeit heute und morgen: zunehmend wichtige Wohlfühlfaktoren werden zu wenig berücksichtigt

Pressemitteilung   •   Sep 15, 2017 12:46 CEST

Auch im Zeitalter der Digitalisierung schätzt ein Großteil der Mitarbeiter den persönlichen Austausch und zieht das Büro dem Home Office oder Co-Working-Space vor.

Wiesbaden, 15. September 2017 – Bequemere Bürostühle, angenehmere Raumtemperatur, niedrigerer Geräuschpegel, ein sichtgeschützter Arbeitsplatz und mehr Kommunikations- und Pausenbereiche – das sind die Top 5 der Faktoren, für die sich Deutschlands Büroarbeitnehmer noch Verbesserungen an ihrem Arbeitsplatz wünschen. Die gute Nachricht ist: 78 Prozent sind grundsätzlich zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz, auch weil – so besagen es die Zahlen des Industrieverbandes Büro und Arbeitswelt (IBA) – viele Arbeitgeber in Deutschland in den vergangenen Jahren kräftig in die Arbeitsumgebungen und speziell die Büros investiert haben. Denn auch im Zeitalter der Digitalisierung schätzt ein Großteil der Mitarbeiter den persönlichen Austausch und zieht das Büro dem Home Office oder Co-Working-Space vor.

Im Auftrag des IBA hat das Meinungsforschungsinstitut forsa eine repräsentative Umfrage zum Thema „Wohlbefinden am Arbeitsplatz“ durchgeführt. Dabei wurden über 1.000 Bürobeschäftigte danach befragt, wie stark sich ihre Arbeitsumgebung in den letzten Jahren verändert hat, auf welche „Wohlfühlfaktoren“ es ihnen ankommt und wie ihr Arbeitsplatz tatsächlich ausgestattet ist. Hintergrund: heute entfallen nur noch rund 47 Prozent der Arbeitszeit im Büro auf konzentrierte Einzelarbeit – nachdenken, schreiben und Probleme lösen. Demgegenüber nimmt aber Team- und Projektarbeit, in der Informationen geteilt werden, Mitarbeiter diskutieren und gemeinsam kreativ werden, schon 35 Prozent der täglichen Arbeitszeit ein und ist zugleich der am dynamischsten wachsende Teil der Büroarbeit in Zeiten von New Work, so der IBA.

Bedingungen für Kommunikation verbessern

Die Befragungsergebnisse zeigen dabei eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. So fehlen bei 57 Prozent der Büroarbeitnehmer Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten, während diese für 81 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig sind. Für Unternehmen bietet sich hier ein guter Ansatz, um etwa in größeren Büroeinheiten wohnlich eingerichtete und abgetrennte Bereiche zu schaffen. Ein niedriger Geräuschpegel lässt sich immerhin bei rund 60 Prozent der Büroarbeitnehmer einhalten. Allerdings wünschen diesen knapp 90 Prozent. Ähnlich sieht es mit ansprechenden Kommunikations- und Pausenbereichen aus – zwei Drittel wünschen sich diese, weniger als der Hälfte stehen sie zur Verfügung. Was den Einrichtungsstil angeht, bevorzugen fast drei Viertel der Bürobeschäftigten in Deutschland ein eher praktisch und funktional eingerichtetes Arbeitsumfeld. Nahezu unbegrenzte Kreativität à la Silicon Valley, wo die Büros zum Teil schon fast an WG-Küchen erinnern, ist hierzulande also weniger gefragt.

Arbeitsumgebung beeinflusst Produktivität

Das Ergebnis der aktuellen IBA-Studie verdeutlicht auch: Unternehmen, die in die Arbeitsumgebung ihrer Mitarbeiter investieren, können von zufriedeneren und leistungsfähigeren Mitarbeitern profitieren. Denn vier von fünf Arbeitnehmern (78 Prozent) sind sicher, dass das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ihre Produktivität direkt beeinflusst. Fast alle übrigen (21 Prozent) halten dies zumindest für möglich.

„In Zeiten der Digitalisierung ist es für Unternehmen wichtig, ihren Bürobeschäftigten ein Arbeitsumfeld zu bieten, das den neuen Herausforderungen gerecht wird. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Büroumgebung und deren Wohlbefinden. Das Büro wird aber verstärkt als Ort der Begegnung gesehen, an dem soziale Interaktion stattfindet. Deshalb spielt die optimale Gestaltung der Kommunikations- und Pausenbereiche eine große Rolle“, sagt der Vorsitzende des IBA, Hendrik Hund.

Der Industrieverband Büro und Arbeitswelt e. V. mit Sitz in Wiesbaden (ehemals bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel e. V.) ist der Branchenverband für die Gestaltung von ganzheitlichen Arbeitswelten. Der IBA forciert die Umgestaltung der Büroarbeit. Er vertritt die Interessen von Herstellern von Büro- und Objektmöbeln ebenso, wie diejenigen von Spezialisten für Akustik-, Licht- und einschlägiger Techniklösungen. Der IBA ist auch ideeller Träger der ORGATEC, der internationalen Leitmesse für die Arbeitsplatzgestaltung.

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