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Nachträglicher Berufsabschluss dank WeGebAU

Pressemitteilung   •   Aug 06, 2015 12:35 CEST

Zeugnisübergabe auf hoher See – in diesen besonderen Genuss kamen 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Scandlines Deutschland GmbH aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Seit November 2013 wurden die Beschäftigten aus den Bereichen Handel und Logistik durch Scandlines und die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein dank Förderung durch die Agentur für Arbeit über zwei Winter zum nachträglichen IHK-Berufsabschluss geführt.

Im Rahmen des Sonderprogramms WeGebAU unterstützt die Arbeitsagentur die Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen. Das Besondere dieser Förderung ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die gesamte Zeit im Arbeitsverhältnis bleiben und ihren vollen Lohn erhalten. Die Arbeitsagentur übernimmt für die Zeiten der Qualifizierung und der damit verbundenen Abwesenheit vom Arbeitsplatz teilweise die Lohnkosten und darüber hinaus die Weiterbildungskosten beim Träger.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatten bei Scandlines im Bordershop, im Lager oder auf den Schiffen als Quereinsteiger begonnen und bereits berufliche Praxis gesammelt. Sechs von ihnen hatten bis dahin keinen erlernten Beruf, andere verfügten über Berufsabschlüsse aus den Bereichen Bau, Bahn, Garten, Gastronomie, Bäckerei oder Installation, in denen sie seit vielen Jahren nicht mehr tätig waren, und nutzen die Chance, sich neu zu positionieren.

Roman Osada, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Lübeck sagte: „Nach wie vor werden die Chancen und Risiken am Arbeitsmarkt entscheidend von der Qualifikation bestimmt. Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen das mit Abstand größte Arbeitsmarktrisiko. Deshalb unterstützen wir seit 2007 im Rahmen des Sonderprogramms WeGebAU gerne Betriebe, die ihren Mitarbeitern einen Berufsabschluss ermöglichen. Noch besteht kein Mangel an Beschäftigten, sondern an passender Bildung. Wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern, werden sich Fachkräfteengpässe jedoch weiter verschärfen. Der Arbeitgeber-Service berät Unternehmen gerne rund um das Thema Qualifizierung“.

Die Freude war den frischgebackenen 14 Verkäuferinnen und Verkäufern, sieben Fachlageristen und einer Kauffrau im Einzelhandel anzusehen, als Klaus-Dieter Schmidt, stellvertretenden Geschäftsleiter Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck ihnen nach 1500 Unterrichtsstunden und bestandenen Prüfungen vor der IHK ihre Facharbeiterbriefe übergab. Eine Besonderheit war im Vorweg die Aufteilung des Unterrichts. Sten-Arne Saß, Niederlassungsleiter der Wirtschaftsakademie: „Wir haben den Fachunterricht in zwei Blöcken in den Wintermonaten hier in Puttgarden durchgeführt. So konnten wir saisonal schwächere Wochen für die Beschäftigten Richtung Abschluss sehr effizient nutzen.“

Zu den ersten Gratulanten zählten auch der Personalleiter der Scandlines Deutschland GmbH Aron Young, Personalreferentin Sandra Sinke sowie der Konzernbetriebsratsvorsitzende von Scandlines Bernd Friedrich und die Betriebsräte für die Bereiche Retail und Catering in Mecklenburg-Vorpommern Michael Metschurin (Gesamtbetriebsratsvorsitzender) und Roman Walther für Schleswig-Holstein. Aron Young unterstreicht die Bedeutung der Fachkräftegewinnung für sein Unternehmen: „Für Scandlines ist neben technischer Weiterentwicklung die Serviceorientierung und Fachkompetenz unseres Personals das A und O. Nur mithilfe qualifizierten Fachpersonals können wir professionell auftreten. Die Anpassung von Kompetenzen durch Qualifizierung – hier sogar bis zum Berufsabschluss – ist für uns ein wichtiger Baustein, um in Hinblick auf die demographische Veränderung zukunftsfähig zu bleiben. Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen es parallel zu ihrer Saisontätigkeit gelang, noch einen Berufsabschluss zu absolvieren.“

Über Scandlines

Scandlines steht als Symbol für eine historische und enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden seit 1872. Unter den Namen Scandlines und Scandlines Helsingør-Helsingborg werden heute drei Fährrouten mit hoher Frequenz und Kapazität und mit einer grünen Vision für die Zukunft vermarktet.

Das Kerngeschäft ist der effiziente und zuverlässige Transport für sowohl Passagiere als auch Frachtkunden. Im Fokus steht dabei Wertschöpfung für die Kunden an Bord der Fähren wie in den Scandlines-Shops an Land.

Mit mehr als 90.000 Abfahrten verteilt auf 12 Fähren transportierte Scandlines 2014 insgesamt 14,8 Millionen Passagiere, 3,2 Millionen Pkw, 900.000 Frachteinheiten sowie 60.000 Busse auf den Routen Puttgarden-Rødby, Rostock-Gedser und Helsingør-Helsingborg.

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