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Neue Prognos-Studie: Rentenreformen viel besser als ihr Ruf

News   •   Nov 10, 2016 15:44 CET

Die Rentenreformen der Jahrtausendwende erfüllen bisher weitestgehend die in sie gesetzten Erwartungen. Einbußen im Rentenniveau lassen sich mit Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge (bAV) abfangen. So das Fazit einer aktuellen Prognos-Studie im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Ohne die Reformen läge der Beitragssatz laut Studie schon heute 1,6 Prozentpunkte höher – bei 20,3 Prozent statt aktuell 18,7 Prozent. Bis 2040 bremsen die Reformen den Anstieg des Beitragssatzes insgesamt um gut sechs Prozentpunkte. Auf der anderen Seite sinkt, wie von der Politik vorgesehen, das Rentenniveau schrittweise stärker ab. Bereits heute liegt das Rentenniveau drei Prozentpunkte niedriger, als es ohne Reformen der Fall gewesen wäre. Im Jahr 2040 beträgt der Unterschied dann 8,3 Prozentpunkte (41,9 statt 50,2 Prozent).

Geförderte Altersvorsorge kann Rentenlücke schließen

Etwas mehr als die Hälfte dieses Rückgangs geht auf die Riester-Reform im Jahr 2001 zurück. Die Riester-Rente und die Befreiung der bAV von Sozialabgaben sowie die nachgelagerte Besteuerung wurden darum eingeführt, um die durch diese Reform entstehende Rentenlücke zu schließen.

Die Studie zeigt, dass dieses Ziel auch bei niedrigen Zinsen erreicht wird: Während ein Rentner mit 47 Beitragsjahren infolge der Riester-Reform 2040 voraussichtlich 189 Euro weniger Rente bekommt, erhält er aus einer voll besparten Riester-Rente eine monatliche Leistung von 306 Euro – oder 294 Euro aus einer vergleichbaren Betriebsrente.

Weitere Reformen haben seither dazu geführt, dass das Versorgungsniveau stärker sinkt als die Riester-Rente abfangen kann. Das liegt in erster Linie an den zusätzlichen Belastungen durch die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors 2004. Die Riester- Rente fängt zwar auch die Wirkung dieser Reform für die Versicherten überwiegend auf. Aber der „Riester-Deckel“, also die nominale Fixierung der steuerlichen Förderung auf einen Höchstbetrag von 2.100 Euro, führe schon bald dazu, dass auch Normalverdiener ihre Verträge nicht mehr im notwendigen Umfang besparen könnten, so Prognos.

Dreiviertel der Versicherten haben eine ergänzende Vorsorge

Zwar haben die meisten Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) privat vorgesorgt oder verfügen über Zusatzeinkünfte. Doch 23,9 Prozent der Versicherten besitzen hingegen neben der GRV keine weitere Altersvorsorge. Um diese Menschen zu erreichen, gehen der geplante Freibetrag in der Grundsicherung und der Zuschuss für Geringverdiener in der bAV genau in die richtige Richtung. Auch mit Blick auf die Durchschnittsverdiener gibt es verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten. Der geplanten Anhebung der Riester-Förderung um elf Euro sollten sowohl bei der Zulage als auch bei den Höchstbeiträgen weitere Schritte folgen, empfiehlt der GDV.

Ansprechpartner:
Christian Ponzel (GDV)
Tel.: 030 / 2020-5901
c.ponzel@gdv.de