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AIDA mit Ex-Greenpeace-Aktivistin ignoriert Walschützer

Pressemitteilung   •   Sep 02, 2014 08:25 CEST

Das Hagener Wal- und -Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte das Kreuzfahrtunternehmen AIDA dringend davor gewarnt, die Färöer-Inseln anzulanden. Im letzten Jahr wurden auf der Inselgruppe im Nordatlantik grausam und blutig 1.534 Grindwale und anderen Delfinarten an den Stränden und in der unmittelbaren Nähe von Anlandungshäfen bei den Treibjagden abgeschlachtet. AIDA-Umweltdirektorin Monika Griefahn, Ex-Greenpeace-Aktivistin und frühere niedersächsische Umweltministerin, und AIDA-Chef Michael Ungerer weigerten sich jedoch, der Forderung der Tierschützer nachzukommen. Heute morgen ist die AIDAluna planmäßig im Färöer-Hafen von Klaksvik eingelaufen, einem offiziellen Schlachtort für Wale. Die nächste Anlandung ist für den 10. September mit der AIDAbella geplant.

Erst in der vergangenen Woche war es zu einer blutigen Grindwaljagd mit 35 getöteten Tieren im Inselbereich von Sandoy gekommen. Fünf artengeschützte Schnabelwale wurden wenige Tage zuvor massakriert.

Monika Griefahn schrieb dem WDSF zu seiner Boykott-Forderung der Färöer-Anlandungen: "Ich kann nur noch einmal betonen, dass wir bei AIDA den Walfang genauso verurteilen wie Sie, aber AIDA ist der falsche Adressat für dieses unbestritten wichtige Anliegen." Ortmüller vom WDSF dazu: "Abgesehen davon, dass AIDA seine Gäste mit Kindern dem hohen Risiko aussetzt, Augenzeuge solch einer schrecklichen Grindwalabschlachtung zu werden und bei den Anlandungen in Restaurants völlig kontaminiertes und nicht als solches deklariertes Walfleisch vorgesetzt zu bekommen, hätten die Kreuzfahrtunternehmen die Möglichkeit, diese kleine Nation mit ihrer außerordentlich hohen Walfangquote an ihrer empfindlichsten Stelle zu treffen, nähmlich am Geldbeutel."

Das WDSF geht davon aus, dass ein Anlandungsstopp auf den Färöer-Inseln durch AIDA als einer der größten Cruises sogar eine Imagesteigerung bewirken könne und so eine Vorbildfunktion für andere Unternehmen hätte. "Ich glaube nicht, dass den Gästen etwas fehlt, wenn sie auf den Färöer-Inseln nicht an Land gehen und dort eben nicht ihr Geld ausgeben", appelliert Ortmüller auch an die Passagiere und hofft, dass den Gästen eine Grindwalsichtung heute in Klaksvik erspart bleibt, denn das wäre auch der sichere Tod der Tiere.

Ortmüller: "Die Welt schaut jetzt wieder auf Japan, weil dort am 1. September die Saison der Delfintreibjagden eröffnet wurde. Aber das ganze passiert auch vor unserer Haustür auf den europäischen Färöer-Inseln, die nicht zur EU gehören. Das EU-Land Dänemark hätte die Möglichkeit, das Delfinmorden zu unterbinden, aber die haben eher Sorge, dass ihr strategischer Bündnispartner sich zu einer völlig autonomen Republik erklärt. Die NATO betreibt bei Mjørkadalur eine Radar-Frühwarnstation und hat ebenfalls Interesse, auf der Inselgruppe ihren Stützpunkt zu behalten. Die EU macht derzeit keinen Finger krumm, um auf Dänemark einzuwirken."

Das WDSF plant jetzt einen internationalen Boykottaufruf gegen AIDA und andere Kreuzfahrtunternehmen bis hin zu Demonstrationen vor den Firmenzentralen, damit auch potentielle Gäste auf das Thema aufmerksam werden und ihre Reisen bei umweltbewussten Unternehmen buchen. Im Februar konnte das WDSF zusammen mit der Aktion Fair Play immerhin etwa 2.000 Demonstranten in Berlin gegen die alljährlichen Delfintreibjagden in Taiji mobilisieren, die gestern offiziell in Japan begonnen haben.


Das WDSF kooperiert international mit WissenschaftlernPolitikernanderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Raum- und Telekommunikationskosten werden durch die Geschäftsführung privat gesponsert. Der Verwaltungsaufwand ist daher äußerst gering. Das WDSF arbeitet in seinem Kuratorium ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.



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Kommentare (1)

    Die AIDA-Schiffe werden auf der Meyer-Werft gebaut. Für die Überführung der Schiffe von Papenburg an die Nordsee wird die Ems gestaut. Der Tod von Jungvögeln und kleinen Säugetieren wird bewusst in Kauf genommen. Schon deshalb wäre eine Reise mit diesem Unternehmen für mich undenkbar. Die Ignoranz wegen der Massaker auf den Färöer Inseln passt zur Geschäftspolitik des Unternehmens.

    - Carin Folkerts - 03.09.2014 00:37 CEST

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