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Kreuzfahrtunternehmen ignorieren Gefahren durch Walfang auf den Färöer-Inseln

Pressemitteilung   •   Aug 28, 2014 11:16 CEST

Unbeirrt von Warnungen und Protesten von Tierschützern wollen die Kreuzfahrtunternehmen AIDA, TUI und Hapag Lloyd weiterhin die Färöer-Inseln im Nordatlantik anlaufen, obwohl das große Risiko bestehe, dass Gäste Augenzeugen von grausamen und blutigen Wal- und Delfinabschlachtungen in der Nähe der Anlandungshäfen werden und sich in Restaurants mit dem hochgradig kontaminiertem Walfleisch vergiften könnten.  



Der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), Jürgen Ortmüller, war kürzlich erneut auf der europäischen Inselgruppe, um sich von der Gefährdung zu überzeugen. Er warnt: „Es ist unverantwortlich und gefährlich Anlandungen und Landgänge durch Kreuzfahrtunternehmen auf den Färöer-Inseln anzubieten. Alleine im letzten Jahr wurden 1.534 Meeressäuger zwischen Juli und November an den Stränden und in den Häfen brutal abgeschlachtet. Das ist kein Traumschiff-Besuch dort, sondern dieses Gemetzel kann zu einem traumatisches Erlebnis für Gäste mit ihren Kindern werden. Bei den öffentlichen Massakern an den Gindwalen und Delfinen färbt sich der gesamte Hafenbereich blutrot und die Luft ist erfüllt mit einem bestialischen Todesgeruch. Das Fleisch der Tiere ist hochgradig mit Methyl-Quecksilber und PCB‘s belastet und wird teilweise undeklariert in Restaurants für etwa 45 Euro und auf Märkten Einheimischen und Touristen angeboten.“



AIDA mit der AIDAbella und HapagLloyd mit der MS Europa wollen planmäßig im September 2014 die Färöer-Inseln anlaufen. Der TUI-Besuch mit Mein Schiff steht alljährlich im Sommer an. Die AIDA-Umweltbeauftragte Monika Griefahn, vormals Greenpeace-Funktionärin und niedersächsische Umweltministerin, schrieb auf Druck des WDSF im letzten Jahr schon einen Brief an den Färöer-Premierminister Kaj Leo Johannesen und forderte den Walfang zu stoppen und alternativ Whale-Watching-Touren anzubieten. Der Vorsitzende von HapagLloyd-Kreuzfahrten, Karl J. Pojer, wiederholte in einem Schreiben vom 25. August 2014 an Johannesen jetzt diese Forderung nach den WDSF-Protesten. Nach dem AIDA-Appell wurden die Massaker an den Grindwalen und Delfinen jedoch unbeirrt fortgesetzt. 



Dem WDSF ist die Haltung der Kreuzfahrtunternehmen unverständlich. Die Tierschutzorganisation ruft jetzt zum Boykott und zu Demonstrationen gegen AIDA, TUI und HapagLloyd auf. Ortmüller: „Wenn angeblich umweltbewusste Unternehmen durch ihre Anlandungen auf den Färöer-Inseln die Infrastruktur und damit mittelbar das Töten der Grindwale und Delfine durch Landgänge von Tausenden Gästen noch fördern und diese auch noch in Gefahren begeben, muss man diesen Kreuzfahrtbetreibern den finanziellen Wurstzipfel vor der Nase abschneiden. Wenn sie nicht doch noch zur Vernunft kommen, werden wir vor den Firmenzentralen aber auch vor den Privathäusern der Geschäftsführer Demonstrationen gegen diesen Frevel durchführen.“



In Stellungnahmen von AIDA und HapagLloyd an das WDSF heißt es, dass die Unternehmen kein Walfleisch auf ihren Schiffen anbieten und ihre Gäste vor dem Verzehr an Land warnen würden. Auf ihre planmäßigen Anlandungen wollen sie jedoch nicht verzichten. Vom TUI-Kreuzfahrtunternemen erhielt das WDSF bisher keine Antwort auf sein Schreiben. Im sozialen Netzwerk der Betreiber hagelte es harsche Kritiken durch Gäste und Tierschützer. AIDA löschte dort verschiedene Beiträge und blockierte den WDSF-Geschäftsführer. Auf der WDSF-Facebook-Seite erreichte der Bericht über die Kreuzfahrtunternehmen bisher knapp 40.000 Nutzer.

Das gemeinnützige Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) ist aufgrund seiner internationalen Aktionen für den Walschutz und Beteiligungen an Delfinarienschließungen eine der weltweit aktivsten Organisationen zum Schutz von Meeressäugetieren

Das WDSF kooperiert international mit WissenschaftlernPolitikernanderen Organisationen und Wal- u. Delfinschützern. Das WDSF ist keine Mitglieder/Spenden-Organisation und unabhängig von anderen Institutionen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen die WDSF-Aktionen. Aufgrund des notariellen Gesellschaftsvertrages beziehen weder die WDSF-Geschäftsführung noch andere Personen Gehälter oder Zuwendungen. Das WDSF arbeitet ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern, Fachleuten, Wissenschaftlern und (Meeres-)Biologen zusammen.

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