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Mann am Laptop liest eine KI-Übersicht in der Google-Suche
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KI-Sichtbarkeit: Warum PR entscheidet, ob ChatGPT Ihre Marke nennt

Tina Leithold-Wenk

Tina Leithold-Wenk

Comms & Content Mynewsdesk DACH

4 min lesezeit

Stellen Sie ChatGPT eine Frage zu Ihrer Branche. Wird Ihre Marke erwähnt? Falls nicht, ist das kein technisches Problem – sondern ein kommunikatives.

Kurz gesagt: ChatGPT, Gemini oder Perplexity nennen vor allem Marken, die in vertrauenswürdigen Quellen häufig, einheitlich und positiv erwähnt werden. 84 % der Links, die KI-Systeme als Quelle angeben, stammen aus Earned Media, also aus Berichterstattung und Erwähnungen durch Dritte. PR ist damit ein zentraler Hebel für Generative Engine Optimization (GEO).

KI-Systeme geben keine neutralen Fakten wieder. Sie fassen zusammen, was online über ein Thema und über Ihre Marke gesagt wird. Ist Ihre Marke in diesem Diskurs präsent und wird positiv besprochen, spiegelt sich das in der KI-Antwort. Fehlt sie im Diskurs, fehlt sie auch in der Antwort.

Wie entscheiden ChatGPT und Co., welche Marken sie nennen?

KI-Assistenten beziehen ihr Wissen auf zwei Wegen:

  1. Trainingsdaten: Sprachmodelle werden mit großen Mengen öffentlich verfügbarer Texte trainiert, darunter Nachrichtenartikel, Fachblogs, Foren und Nachschlagewerke. Daraus lernen sie, welche Marken mit welchen Themen verbunden sind und in welchem Ton über sie gesprochen wird. Dieses Wissen wird nur in größeren Abständen aktualisiert.

  2. Live-Suche: ChatGPT Search, Perplexity, Microsoft Copilot sowie Googles KI-Übersichten und KI-Modus rufen bei vielen Anfragen aktuelle Webseiten ab, fassen sie zusammen und verlinken sie als Quelle. Hier zählt, welche Inhalte jetzt auffindbar, aktuell und glaubwürdig sind.

Trainingsdaten

Live-Suche

Wie es funktioniert

Modell lernt aus Texten, die vor dem Training veröffentlicht wurden

KI ruft aktuelle Seiten ab und zitiert sie

Was Ihre Marke braucht

Viele, einheitliche Erwähnungen in glaubwürdigen Quellen

Aktuelle, gut auffindbare und faktenreiche Inhalte

Zeithorizont

Monate

Tage bis Wochen

Rolle von PR

Medienpräsenz über lange Zeit aufbauen

Aktuelle Berichterstattung und eigener Newsroom als Quelle

Beide Wege belohnen dieselben drei Faktoren:

Präsenz: Je häufiger Ihre Marke in relevanten Quellen im Zusammenhang mit Ihrem Thema vorkommt, desto eher verknüpft die KI beides miteinander. Keine Erwähnungen bedeuten keine Sichtbarkeit.

Tonalität (Sentiment): KI-Modelle übernehmen den Tenor der Berichterstattung. Überwiegen kritische Stimmen, färbt das die Antwort. Eine konsistent positive Berichterstattung führt umgekehrt zu einer positiven Darstellung.

Autorität: Was unabhängige, vertrauenswürdige Quellen über Sie schreiben, wiegt schwerer als Ihre eigene Website. Artikel in Fachmedien, Interviews und Expertenkommentare gehören zu den stärksten Signalen.

Warum ist PR wichtiger denn je?

Die Informationssuche verlagert sich von Linklisten zu ausformulierten KI-Antworten:

  • ChatGPT hat rund 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzerinnen und Nutzer (Stand: Februar 2026) – mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

  • Google hat seinen KI-Modus im Oktober 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeführt. Er ersetzt die klassische Ergebnisliste durch eine zusammenhängende Antwort.

  • Earned Media dominiert die Quellen: Laut der Studie „What Is AI Reading?“ (Mai 2026) entfallen 84 % aller Quellenangaben in ChatGPT, Claude und Gemini auf Earned Media. Journalistische Inhalte machen allein 27 % aus.

Nutzerinnen und Nutzer erhalten also zunehmend eine einzige, verdichtete Antwort. Wer darin nicht vorkommt, wird nicht wahrgenommen, selbst mit einem guten Google-Ranking. Die Quellen, denen KI vertraut, sind dabei genau die, die PR-Verantwortliche schon immer priorisiert haben: Nachrichtenmedien, Fachpublikationen und Stimmen von Expertinnen und Experten.

SEO bleibt trotzdem wichtig. Gerade die Live-Suche greift auf gut indexierte, technisch saubere Seiten zurück. GEO ersetzt SEO nicht, sondern ergänzt es um eine neue Frage: Wird Ihre Marke in der Antwort genannt und als Quelle zitiert?

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?

Generative Engine Optimization (GEO) bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Marke und ihre Inhalte in Antworten generativer KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Google KI-Modus erwähnt und als Quelle zitiert werden.

Geprägt wurde der Begriff in einer Studie von Forschenden der Princeton University und weiterer Institute, die 2024 auf der Fachkonferenz KDD vorgestellt wurde. Das zentrale Ergebnis: Inhalte, die mit Quellenangaben, Zitaten und Statistiken angereichert wurden, waren in KI-Antworten um bis zu 40 % sichtbarer. Klassisches Keyword-Stuffing brachte dagegen keinen Vorteil.

Neben GEO kursieren weitere Begriffe, die im Kern dasselbe Ziel beschreiben: AEO (Answer Engine Optimization), LLMO (Large Language Model Optimization) und AI SEO.

SEO

GEO

Ziel

Gutes Ranking in der Ergebnisliste

Erwähnung und Zitat in KI-Antworten

Ergebnis

Klick auf Ihre Website

Nennung Ihrer Marke, oft ohne Klick

Wichtigste Signale

Keywords, Backlinks, Technik

Erwähnungen in glaubwürdigen Quellen, Fakten, Konsistenz

Rolle von PR

Unterstützend, etwa durch Backlinks

Zentral, durch Earned Media

Messung

Rankings, Klicks, Impressionen

Erwähnungsrate, Tonalität, zitierte Quellen

Wie wird meine Marke in ChatGPT gefunden? 6 Hebel.

1. Bauen Sie Earned Media in den richtigen Quellen auf

Ein Hersteller von Wärmepumpen, der regelmäßig in Fach- und Wirtschaftsmedien zur Energiewende zitiert wird, taucht deutlich wahrscheinlicher auf, wenn jemand fragt: „Welche Wärmepumpen-Hersteller sind in Deutschland empfehlenswert?“ Der Grund: Die KI verknüpft die Marke über viele unabhängige Quellen hinweg mit dem Thema.

Prüfen Sie deshalb, welche Medien in KI-Antworten zu Ihren Themen verlinkt werden, und richten Sie Ihren Presseverteiler gezielt auf diese Redaktionen aus. Ein Exklusivinterview in einem viel zitierten Fachmedium wirkt oft stärker als zehn Erwähnungen auf Seiten, die KI kaum heranzieht.

2. Machen Sie Ihren Newsroom zur zitierfähigen Quelle

Für die Live-Suche brauchen KI-Systeme eine aktuelle, verlässliche Quelle mit Fakten zu Ihrem Unternehmen: Pressemitteilungen, Unternehmensdaten, Ansprechpersonen, Bilder. Ein Newsroom bündelt diese Informationen unter einer Adresse. Er dient Journalistinnen und Journalisten ebenso als Referenz wie KI-Systemen, die Ihre Marke einordnen wollen.

3. Schreiben Sie Pressemitteilungen, die KI versteht

KI bevorzugt klare, faktenbasierte Inhalte. Für Pressemitteilungen heißt das:

  • Kernaussage zuerst: Beantworten Sie im ersten Absatz, wer was wann wo und warum macht.

  • Konkrete Daten: Nennen Sie Zahlen, Termine, Preise und Produktnamen statt allgemeiner Superlative.

  • Zitierfähige Statements: Ergänzen Sie ein Zitat mit vollem Namen und Funktion.

  • Klare Struktur: Nutzen Sie kurze Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungen.

  • Eindeutige Begriffe: Definieren Sie Fachbegriffe und verzichten Sie auf Floskeln.

4. Kommunizieren Sie einheitlich auf allen Kanälen

Widersprüchliche Angaben verwirren KI-Systeme, etwa unterschiedliche Firmenbeschreibungen, Produktnamen oder Mitarbeiterzahlen. Verwenden Sie dieselben Kerninformationen und Begriffe auf Ihrer Website, im Newsroom, auf LinkedIn, in Branchenverzeichnissen und in Interviews. Eine gepflegte Boilerplate dient dabei als verbindlicher Referenztext. Prüfen Sie außerdem, ob Einträge in Nachschlagewerken wie Wikipedia korrekt sind, und regen Sie Korrekturen über die dafür vorgesehenen Wege an.

5. Veröffentlichen Sie eigene Daten und Expertise

Eigene Umfragen, Studien und Benchmarks werden von Medien aufgegriffen und von KI-Systemen gern zitiert, denn Statistiken erhöhen nachweislich die Sichtbarkeit in KI-Antworten. Positionieren Sie zusätzlich Ihre Expertinnen und Experten mit Gastbeiträgen, Interviews und Auftritten auf Fachveranstaltungen. So entsteht Thought Leadership, die sowohl Redaktionen als auch KI-Systeme wahrnehmen.

6. Schaffen Sie die technischen Voraussetzungen

  • KI-Crawler zulassen: Prüfen Sie in der robots.txt, dass Suchcrawler wie OAI-SearchBot (ChatGPT Search), PerplexityBot und Googlebot nicht blockiert sind.

  • Inhalte maschinenlesbar machen: Mit strukturierten Daten (Schema-Markup) kennzeichnen Sie im Quelltext, ob es sich um einen Artikel, ein FAQ oder Ihre Unternehmensangaben handelt. So ordnen Suchmaschinen und KI Ihre Inhalte eindeutig zu.

  • Aktualität zeigen: Ein sichtbares Aktualisierungsdatum signalisiert, dass Informationen auf dem neuesten Stand sind.

  • Text statt Bild: Wichtige Fakten gehören in HTML-Text, nicht nur in PDFs oder Grafiken.

Wie messen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit?

So wie Sie klassische Berichterstattung beobachten, sollten Sie auch verfolgen, wie KI über Ihre Marke spricht. Stellen Sie dazu regelmäßig typische Fragen Ihrer Zielgruppe in ChatGPT, Gemini, Perplexity und im Google KI-Modus, zum Beispiel:

  • „Welche Anbieter für [Ihre Kategorie] empfiehlst du in Deutschland?“

  • „Was ist [Ihre Marke] und wofür ist sie bekannt?“

  • „Wie unterscheidet sich [Ihre Marke] von [Wettbewerber]?“

  • „Was sind die wichtigsten Trends in [Ihre Branche]?“

Da KI-Antworten variieren, sollten Sie jede Frage mehrfach stellen und die Ergebnisse monatlich dokumentieren. Diese Kennzahlen helfen bei der Auswertung:

  • Erwähnungsrate: In wie vielen Antworten wird Ihre Marke genannt?

  • Empfehlungsposition: Wird sie als erste Option genannt oder nur am Rande?

  • Tonalität: Wie wird Ihre Marke beschrieben?

  • Zitierte Quellen: Welche Medien und Seiten verlinkt die KI?

  • Referral-Traffic: Wie viele Besuche kommen über chatgpt.com oder perplexity.ai auf Ihre Website?

Ergänzend zeigt Ihnen eine Medienbeobachtung, wo und in welchem Ton über Ihre Marke berichtet wird – also genau in den Quellen, aus denen KI-Systeme schöpfen.

Checkliste: In 7 Schritten zu mehr KI-Sichtbarkeit

  1. Status quo erheben: Wie erscheint Ihre Marke heute in KI-Antworten?

  2. Quellen analysieren: Welche Medien zitiert die KI zu Ihren Themen?

  3. Medienarbeit ausrichten: Pflegen Sie Kontakte zu genau diesen Redaktionen.

  4. Newsroom aufbauen: Stellen Sie aktuelle Fakten zentral bereit.

  5. Inhalte KI-lesbar schreiben: Kernaussage zuerst, Daten, Zitate, klare Struktur.

  6. Botschaften vereinheitlichen: Gleiche Begriffe und Fakten auf allen Kanälen.

  7. Regelmäßig messen: Prompts monatlich testen und Entwicklung dokumentieren.

Häufige Fragen zur KI-Sichtbarkeit

Kann ich beeinflussen, was ChatGPT über meine Marke sagt?

Direkt nicht: Es gibt keinen Eintrag und keine bezahlte Platzierung, die organische KI-Antworten steuert. Indirekt ja: Wenn vertrauenswürdige Quellen häufig, einheitlich und positiv über Ihre Marke berichten, übernimmt die KI dieses Bild.

Wie lange dauert es, bis PR in KI-Antworten wirkt?

Bei KI-Systemen mit Live-Suche kann neue Berichterstattung innerhalb von Tagen bis Wochen in Antworten auftauchen. In die Trainingsdaten fließt sie erst mit dem nächsten Modell-Update ein, was meist Monate dauert. Langfristige, kontinuierliche PR wirkt daher stärker als einmalige Kampagnen.

Brauche ich für KI-Sichtbarkeit noch SEO?

Ja. Die Live-Suche von ChatGPT, Perplexity und Google greift auf indexierte Webseiten zurück. Technisch saubere, gut strukturierte Seiten bleiben die Basis. GEO erweitert SEO um die Frage, ob Ihre Marke in der Antwort selbst vorkommt.

Welche Quellen nutzt ChatGPT für seine Antworten?

Bei aktivierter Suche verlinkt ChatGPT die verwendeten Quellen direkt in der Antwort. Studien zeigen, dass der Großteil davon Earned Media ist: journalistische Artikel, Fachpublikationen, Nachschlagewerke und Inhalte Dritter. Bezahlte Inhalte spielen kaum eine Rolle.

Was ist der Unterschied zwischen GEO, AEO und LLMO?

Die Begriffe beschreiben weitgehend dasselbe Ziel: in Antworten von KI-Systemen sichtbar zu sein. GEO (Generative Engine Optimization) ist der in der Forschung etablierte Begriff. AEO (Answer Engine Optimization) und LLMO (Large Language Model Optimization) werden oft synonym verwendet.

Sind Pressemitteilungen für KI-Sichtbarkeit relevant?

Ja, vor allem als Auslöser für Berichterstattung und als faktenreiche Quelle im eigenen Newsroom. Pressemitteilungen mit echten Neuigkeiten, konkreten Daten und zitierfähigen Statements werden von Medien aufgegriffen und damit Teil der Quellen, aus denen KI schöpft.

Fazit: PR ist die Grundlage für KI-Sichtbarkeit

PR bedeutet heute nicht mehr nur, in Medien sichtbar zu sein, sondern auch KI-Systemen zu vermitteln, wer Sie sind. Je häufiger, einheitlicher und positiver Ihre Marke in vertrauenswürdigen Quellen erwähnt wird, desto wahrscheinlicher nennt und empfiehlt KI Sie.

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme, wie Ihre Marke heute in KI-Antworten erscheint. Bauen Sie dann gezielt Beziehungen zu den Medien auf, die KI-Systeme zitieren, und stellen Sie mit Ihrem Newsroom aktuelle Fakten bereit. PR-Verantwortliche, die diesen Wandel früh verstehen, verschaffen sich einen klaren Vorsprung, denn KI wird zunehmend zur ersten Anlaufstelle, wenn Menschen Marken entdecken und bewerten.

Quellen

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