Pressemitteilung -
Aktion Mensch-Umfrage: Menschen mit Behinderung blicken sorgenvoll auf 2026 / Gesundheit und soziale Sicherheit werden Schlüsselfaktoren
- Obwohl 61 Prozent der Befragten mit ihrem Leben zufrieden sind, blickt die Mehrheit mit Sorge und wenig Optimismus auf 2026
- Gesundheit und soziale Sicherheit sind 2026 die wichtigsten Themen für Menschen mit Behinderung – und somit deutlich relevanter als im Vorjahr
- 77 Prozent fühlen sich politisch nicht vertreten und fordern soziale Sicherungssysteme, bedarfsgerechten Wohnraum sowie bessere Arbeitsmarktchancen
Bonn (8. Januar 2026) Eine aktuelle bundesweite Online-Befragung der Aktion Mensch zu den Wünschen und Erwartungen von Menschen mit Behinderung für 2026 zeigt: Viele der Befragten blicken mit Unsicherheit auf das neue Jahr. Zwar geben 61 Prozent an, mit ihrem derzeitigen Leben zufrieden zu sein, gleichzeitig blicken jedoch nur 37 Prozent der Befragten optimistisch auf das aktuelle Jahr. Die Mehrheit äußert Sorgen oder Unsicherheiten – vor allem in Bezug auf die Themen Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit. Die Umfrage-Ergebnisse unterstreichen den politischen Handlungsbedarf, um Teilhabe und soziale Sicherheit zu gewährleisten.
Gesundheit und soziale Fragen gewinnen an Bedeutung
Bei der Frage nach den wichtigsten gesellschaftlichen Themen für 2026 nannten die Teilnehmenden am häufigsten:
- Gesundheit und Pflege (40 Prozent)
- Inflation und steigende Lebenshaltungskosten (34 Prozent)
- Armut und soziale Ungleichheit (33 Prozent)
Im Vergleich zum Vorjahr offenbaren die Ergebnisse einen erheblichen Bedeutungszuwachs der Bereiche Gesundheit, Pflege und Soziales. Während Anfang 2025 die Themen Inflation, Armut und Migration die ersten drei Plätze einnahmen, rücken nun verstärkt Themen in den Vordergrund, die die persönliche Lebenssituation unmittelbar betreffen. Diese Entwicklung lässt sich vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten einordnen – etwa zu steigenden Krankenkassenbeiträgen, zur Finanzierung der Pflegeversicherung oder zu Kürzungen von Sozialleistungen. Gefragt nach den persönlichen Alltagsbelastungen stehen bei Menschen mit Behinderung ebenfalls Gesundheitsthemen an.
Weiterhin große Unzufriedenheit bei politischer Interessenvertretung
77 Prozent der Menschen mit Behinderung fühlen sich politisch nicht ausreichend vertreten. Für das Jahr 2026 fordern sie von der Bundesregierung vor allem:
- Den Erhalt oder Ausbau der sozialen Sicherungssysteme (46 Prozent)
- Mehr bedarfsgerechte Wohnungen (43 Prozent)
- Bessere Arbeitsmarktchancen (32 Prozent)
Die Rangfolge der konkreten Maßnahmen für Menschen mit Behinderung hat sich im Vergleich zum Jahr 2025 kaum verändert. Dies unterstreicht, dass zentrale Bedarfe zur Teilhabe weiterhin bestehen und bislang nur unzureichend adressiert wurden. „In der Gesamtheit verdeutlichen die Ergebnisse, wie sehr Menschen mit Beeinträchtigung auf verlässliche Gesundheits- und soziale Unterstützungssysteme angewiesen sind und bestätigen einmal mehr den dringenden politischen Handlungsbedarf“, erklärt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.
Zusatzinformationen und Interviewangebot
- Für die Umfrage zum Thema Wünsche und Erwartungen für 2026 hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos in der Zeit vom 12. Dezember bis 17. Dezember 2025 bundesweit 478 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren online befragt. Beteiligt haben sich die Mitglieder der sogenannten Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Weitere Informationen zur Teilhabe-Community: www.aktion-mensch.de/teilhabe-community.
- Bildmaterial steht in unserem Pressezentrum unter www.aktion-mensch.de/presse zum Download zur Verfügung.
- Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.
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Über die Aktion Mensch
Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 hat sie mehr als fünf Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben. Ziel der Aktion Mensch ist, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das selbstverständliche Miteinander in der Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen aus ihrer Lotterie unterstützt die Aktion Mensch jeden Monat bis zu 1.000 Projekte. Möglich machen dies rund vier Millionen Lotterieteilnehmer*innen. Zu den Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Paritätischer Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Seit Anfang 2014 ist Rudi Cerne ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch www.aktion-mensch.de